Saisonstart in Werdohl

Ein Eiscafé startet mit dem Frühling

Antonio Fratepietro hat passend zum warmen Wetter sein Eiscafé Valentino geöffnet. Selbst gemachtes Eis, frische Waffeln sowie Espresso und Capucciono gibt es ab sofort täglich, allerdings nur zum Mitnehmen.
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Antonio Fratepietro hat passend zum warmen Wetter sein Eiscafé Valentino geöffnet. Selbst gemachtes Eis, frische Waffeln sowie Espresso und Capucciono gibt es ab sofort täglich, allerdings nur zum Mitnehmen.

Antonio Fratepietro und sein Kompagnon haben pünktlich zum frühlingshaften Wetter ihr Eiscafé Valentino wieder geöffnet – coronabedingt gibt es täglich Eis, Waffeln und heiße Getränke nur zum Mitnehmen.

Von der von Portugiesen geführten Gelateria Italiana in der Stadtmitte ist wenig Konkretes zu hören, das erst 2019 eröffnete „Heiß auf Eis“ an der Neustadtstraße steht schon seit geraumer Zeit wieder zum Verkauf. Inhaber Safak Yilmaz, der im Übrigen im Eiscafé Valentino seine Ausbildung machte, hat das Eisgeschäft aufgegeben.

Bei der Gelateria Italiano ist der frühere Inhaber Rui dos Santos telefonisch zu erreichen. Er bleibt wortkarg und will nichts weiter sagen. Vielleicht nächste Woche werde eröffnet, dann ist das Gespräch schnell zuende. Rui dos Santos ist mit der ehemaligen Eiscafé Bella Italia GmbH insolvent, seit Dezember 2020 liegt Massenunzulänglichkeit vor. Das Insolvenzverfahren wird zum 31. März beendet. Die größte Eisdiele Werdohls firmiert deshalb schon länger unter dem neuen Namen Gelateria Italiano. Ein Zettel hinter der verklebten Scheibe weist einen Hugo Marques als Inhaber aus. Dieser Mann ist nicht zu erreichen.

Über London und Föhr nach Werdohl

Mit offenen Karten hingegen spielt Antonio Fratepietro. Der 35-jährige Italiener hat das Eiscafé Valentino 2017 von Giuseppe Diolosa gepachtet. Fratepietro ist im italienischen Ancona geboren, einer Hafenstadt an der Adriaküste mit 100 000 Einwohnern. „Ich war jung und wollte was erleben“, erzählt er mit deutlich italienischem Einschlag in der Stimme. Von Ancona ging es für ihn erstmal nach London mit seinen neun Millionen Einwohnern. 2009 kam er nach Deutschland, und zwar nach Wyk auf der Nordseeinsel Föhr. In dem touristisch geprägten Städtchen stand er in der Eisküche und lernte so das Eismachen, alles original italienisch natürlich.

Vom beschaulichen Wyk zog es Fratepietro in die größte deutsche Stadt. In Berlin arbeitete er in einem riesigen Eiscafé mit 100 Tischen in einem Einkaufszentrum. Über den Inhaber der Eisdielen-Kette kam er schließlich von Berlin nach Wuppertal, genauer gesagt nach Elberfeld. Auch dort wieder war die Eisküche sein Arbeitsplatz.

2017 in Werdohl selbstständig gemacht

Nach Jahren des Arbeitens für andere Leute wollte er sich selbstständig machen. Durch Bekannte kam er so 2017 in die sauerländische Kleinstadt Werdohl. Seitdem wohnt er auch hier und betreibt mit einem guten Freund das Eiscafé am Brüninghaus-Platz.

Das Geschäftliche überlasse er seiner Steuerberaterin, sagt Fratepietro, über Geld will er nicht reden. Die Kundschaft im Valentino sei großartig, auch im Winter habe er viele treue Stammkunden. Um die nicht zu enttäuschen, habe er in den Wintern zuvor gerade einmal drei Wochen über Weihnachten geschlossen. Zeit für richtige Freunde in der Wahlheimat Werdohl habe er nicht: „Wir arbeiten hier jeden Tag von morgens bis abends, nur am Sonntag fangen wir erst am Mittag an.“ Sein Kompagnon rechnet vor: „Im Sommer sind wir so viertel vor neun im Laden, Feierabend ist gegen zehn oder halb elf abends.“ Dreizehn Stunden Arbeit jeden Tag, das muss man wirklich wollen. Fratepietro ist jedenfalls sehr zufrieden mit seiner Selbstständigkeit. Sobald Corona es wieder zulasse, werde sofort komplett geöffnet.

Weiterhin Abstand halten

Bis dahin heißt es Abstand halten: Zwei Meter zueinander und natürlich immer mit Maske.

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