Ehrenamtskarte in Werdohl kaum gefragt

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Die Ehrenamtskarte wurde 2010 im Märkischen Kreis eingeführt und ist in ganz Nordrhein-Westfalen gültig.

Werdohl - Seit 2010 können in Werdohl ehrenamtlich Tätige die Ehrenamtskarte beantragen und dadurch Vergünstigungen erhalten. Die Nachfrage ist aber nur gering. Aktuell gibt es lediglich 13 Karteninhaber. 

Der „über das normale Maß hinausgehende Einsatz ehrenamtlicher Kräfte soll belohnt werden, insbesondere dort, wo es keinen finanziellen Ausgleich gibt“. So bewarb im Jahr 2009 der damalige Bürgermeister Siegfried Griebsch die Ehrenamtskarte im Hauptausschuss. Einstimmig beschlossen die Ausschussmitglieder die Einführung der Karte – heute hält sich die Euphorie in Grenzen: Am heutigen internationalen Tag des Ehrenamtes besitzen 13 Werdohler die Ehrenamtskarte. 

Vergünstigter oder kostenloser Eintritt in Hallen- oder Freibad und Kulturveranstaltungen der Stadt, sowie Ermäßigungen in der Stadtbücherei – das ist das Angebot der Ehrenamtskarte in Werdohl. Die Vorteile sollen eine Anerkennung für das Engagement der freiwilligen Helfer sein. Viele beantragen sie in Werdohl jedoch nicht, momentan besitzen die Karte 13 Personen, wie Regina Schulze, bei der Stadt für die Abteilung Soziales und Wohnen zuständig, auf Anfrage mitteilte. Im vergangenen Jahr waren es sogar nur neun. 

Viele haben Karte nicht neu beantragt

2013 – drei Jahre nach der Einführung im gesamten Kreisgebiet – gab es immerhin 24 Karteninhaber in Werdohl. Das diese Anzahl zuletzt fast stetig zurückging, liegt laut Schulze daran, dass die Karten nur drei Jahre gültig sind und anschließend nicht neu beantragt wurden. 

Um die Voraussetzungen für die Ehrenamtskarte zu erfüllen, muss der Antragsteller mindestens fünf Stunden in der Woche für eine ehrenamtliche Tätigkeit aufwenden. Dass diese genauen Zeitangaben im Ehrenamt oft nicht möglich sind, weiß Kai Tebrün, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Werdohl. Erst vor etwa zwei Wochen wurde das Thema der Ehrenamtskarte für Mitglieder der Feuerwehr im Stadtrat diskutiert. SPD-Fraktionschef Wilhelm Jansen sagte damals, nicht alle Feuerwehrleute könnten die Ehrenamtskarte erhalten. Kai Tebrün kann das nicht bestätigen: „Häufig wurde uns gesagt, wir kommen nicht auf die nötige Stundenzahl. Aber zum Beispiel die Zugführer und Gerätewarte verbringen für die Feuerwehr viele Stunden zu Hause am Rechner oder im Gerätehaus. Auch das häufige telefonieren während der Arbeitszeit zählt dazu. Das wird nur nicht abgestempelt“, erklärt er. 

Angebot gilt für die Feuerwehr nur bedingt

Derzeit gebe es in seiner Amtszeit den ersten Versuch, eine Ehrenamtskarte zu beantragen. Ein Kollege aus dem Löschzug Stadtmitte habe den Antrag eingereicht – zehn Stunden hat er laut Tebrün als wöchentlichen Aufwand angegeben. „Das glaube ich schon, dass das zusammenkommt. Ich bin gespannt, was daraus wird“, sagt er. 

Dass bisher keine Anträge eingereicht wurden, erklärt Tebrün unter anderem damit, dass der Feuerwehr die Informationen über die Karte fehlten. „Wir wussten selber nicht richtig, wie das so funktioniert. Es hieß immer, die Feuerwehr wäre nicht mit drin.“ Wenn der Kollege Erfolg haben sollte, erwartet Tebrün, dass auch andere Mitglieder der Feuerwehr die Karte beantragen werden. Große Hoffnungen macht Regina Schulze da allerdings nicht: „Auch die Feuerwehrleute müssen die Stunden genau nachweisen und mit der tatsächlichen Anwesenheit kommen sie häufig nicht auf die Mindestzeit.“

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