Ehrenamtshilfe läuft in Pungelscheid gut an

Nicole Hartung leitet das Nachbarschaftshilfezentrum Pungelscheid. Gestern stellte sie mit Pflegedienstleiter Thomas Hecker (r.) und Oliver Renneckendorf vom Märkischen Kreis ein Ehrenamts-Projekt vor.

WERDOHL ▪ Die Entwicklung einer ehrenamtlichen Nachbarschaftshilfe im NHZ Kunterbunt in Pungelscheid läuft gut an. Das berichtete die Hausleiterin Nicole Hartung.

Der Aufbau eines ehrenamtlichen und bürgerschaftlich getragenen Netzwerks in Pungelscheid wird seit Juni des Jahres mit 27 000 Euro vom Märkischen Kreis gefördert. Das Nachbarschaftshilfezentrum Kunterbunt gehört der Wohnungsgesellschaft, die Bewohner der 19 darin befindlichen Wohnungen werden vom ambulanten Pflegedienst der Stadtklinik betreut.

Leiter des Pflegedienstes ist erst seit Juli Thomas Hecker, Nicole Hartung als Hausleiterin in Pungelscheid ist beim Pflegedienst angestellt. Heckers Vorgänger Elmar Schmidt hatte sich mit dem Projekt beim Märkischen Kreis beworben, der für solche Ideen insgesamt 242 000 Euro zur Verfügung gestellt hatte. 22 Projektanträge gab es, am Ende wurden acht davon gefördert. Die Summe ist für einen Zeitraum von zwei Jahren zugesprochen. Mit dem Geld sollen ehrenamtliche Mitarbeiter professionell ausgebildet und Referenten bezahlt werden.

Oliver Renneckendorf vom Fachdienst Pflege und Pflegeplanung beim Märkischen Kreis stellte das Pungelscheider Projekt als „Leuchtturm“ vor. Was hier entwickelt werde, könne später auch in anderen Stadtteilen im Märkischen Kreis übernommen werden.

Das Nachbarschaftshilfezentrum in Ütterlingsen verfolgt ein anderes Konzept als das in Pungelscheid. Während in Ütterlingsen die Stadtteilmanagerin Projekte zur Integration anbietet, ist Pungelscheid von vielen älteren, allein lebenden Bewohnern geprägt. Awo und Kirche haben bislang schon eine sehr gute Arbeit geleistet, meinte Nicole Hartung. Zur Awo ebenso wie zum Paulus-Gemeindehaus mit Pfarrer Dieter Kuhlo-Schöneberg seien Kontakte geknüpft worden, um die Arbeit in Zukunft zu koordinieren.

Ziel des Projektes ist es, dass die Pungelscheider in ihren eigenen vier Wänden älter werden können. Nicole Hartung will das soziale Leben im Stadtteil wieder aufbauen und neue Strukturen schaffen. Nach gerade einmal einem halben Jahr Arbeit sind die ersten Angebote vielversprechend: So ist ein Hauskreis um Barbara Schmidt entstanden, bei dem die Gäste über ihre Sorgen sprechen können. Vierzehntägig treffen sich ein Klönkreis und ein Kreativkreis. An allen vier Adventssonntagen wird ab 15 Uhr ein Programm angeboten, eine Silvesterfeier ist geplant. Am Montag gibt es einen Fachvortrag über Demenz. Ab dem kommenden Jahr wird ein regelmäßiger Mittagstisch angeboten. Anfang 2011 soll es ein Seminar geben, in dem Ehrenamtliche auf die häusliche Pflege vorbereitet werden.

Von Volker Heyn

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