Ehrenamtliches Engagement

Nach Hickhack um Martinszug in Werdohl: Deutliches Statement

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Nachdem Bürgermeisterin Silvia Voßloh die Geschichte von St. Martin verlesen hatte, gab es kräftigen Applaus.

Werdohl - Erst kam die Absage, doch dann fand der Martinsumzug in Werdohl doch statt. Wir waren dabei und haben uns umgehört. Und viele Fotos geschossen.

Am Ende werden die Brezeln verteilt. Und eine Seniorin geht über den Brüninghaus-Platz, schüttelt den Kopf und sagt: „Das war ja ein Hüh und Hott vorher. Ist doch gut, dass sie es gemacht haben. Das Wetter war ja auch schön. Nur, dass die Geschichte zum Schluss von den Glocken übertönt wurde, war nicht so toll.“

Damit wird diese Frau wohl vielen aus dem Herzen gesprochen haben. Hunderte Werdohler waren zum Martinszug gekommen und hatten damit demonstriert, dass ihnen daran viel gelegen ist. So war es auch bei Stefanie Starbatty, die den Zug in diesem Jahr ehrenamtlich auf die Beine gestellt hatte – nach der Absage des Stadtmarketings nur eine Woche zuvor.

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Starbatty trat ans Mikro, begrüßte die Anwesenden und ihr war anzusehen und anzuhören, wie gerührt und überglücklich sie war: „Ich freue mich, dass so viele gekommen sind und so schöne Laternen mitgebracht haben“, sagte sie bloß.

Stefanie Starbatty hatte den Zug ehrenamtlich organisiert.

Bürgermeisterin Sivlia Voßloh sprach Stabatty „meine Hochachtung für den Einsatz“ aus und überreichte ihr ein Präsent, welches diese beinahe beschämt entgegen nahm. Dann las sie die St.-Martins-Geschichte vor. Im Anschluss erhielt sie dafür donnernden Applaus – auch das ein deutliches Statement. Im Anschluss gab es – wie gewohnt – Brezeln. Außerdem waren Bratwürstchen und Glühwein im Angebot.

Hunderte beim Martinszug

Eine halbe Stunde vorher hatte der Zug am Colsman-Platz seinen Anfang genommen. Begleitet von einem St. Martin auf einem Pferd zogen die Kinder mit ihren Eltern durch die Stadt. Anwohner standen auf den Balkonen und verfolgten das Schauspiel freudestrahlend. Die Jugend des Versetaler Musikzuges spielte dazu. Die Werdohler Schützen schritten mit Fackeln voran.

Pferd samt Reiter sowie die Jugend des Versetaler Musikzuges schritten voran. Hunderte Werdohler mit vielen bunten Laternen folgten singend: „Rabimmel, Rabammel, Rabumm...“

Die Besucher der Veranstaltung fanden klare Worte für das Gezerre im Vorfeld. „Zu teuer, sagen sie, wäre es. Das ist doch ein glatter Hohn. Das kostet ja nur ein paar Euro“, sagte einer. Ein anderer polterte: „Jetzt wollen sie uns auch noch unsere letzten Traditionen nehmen. Das frustriert die Leute doch. Kein Wunder, dass die AfD gewählt wird.“

Ein Dritter klagte: „Ja klar, die Kindergärten machen auch Martinszüge. Aber was ist denn mit den Größeren, die schon zur Schule gehen. Für die gibt es sowas sonst nicht.“ Noch einer ergriff das Wort: „Dass die das absagen wollten, das gehört sich einfach nicht.“ Schließlich sagte einer: „Wenn so etwas angeboten wird, dann sind doch alle da. Der Platz ist doch voll hier. Sogar einige Türken sind dabei. Das ist doch schön so.“

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