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Gebrauchte Kleidung für alle: Neue Farben, neuer Name

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Von: Volker Griese

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Gemeinsam und unter neuem Namen wollen Caritas und Malteser die Kleiderkammer weiterbetreiben. Renate Armbrecht, Monika Sandt, Carina Gareis und Jeny Beyer (von links) freuen sich schon auf den Neustart im Januar.
Gemeinsam und unter neuem Namen wollen Caritas und Malteser die Kleiderkammer weiterbetreiben. Renate Armbrecht, Monika Sandt, Carina Gareis und Jens Beyer (von links) freuen sich schon auf den Neustart im Januar. © Volker Griese

Nach fast zweijähriger Pause wegen des Corona-Lockdowns und notwendiger Renovierungsarbeiten soll Anfang des neuen Jahres die Kleiderkammer im Bahnhofsviertel wieder öffnen. Nicht nur optisch wird sich dann einiges geändert haben.

Werdohl - Seit 1977 gibt es diese Anlaufstelle für Menschen, die gebrauchte Kleidung zu sehr günstigen Preisen einkaufen wollen. Anfangs war die Kleiderkammer am Eggenpfad zu finden, wo die Helferinnen in Kellerräumen der Kaplanei erste Anlaufstelle vor allem für ausländische Familien, mit dem zunehmendem Anstieg der Arbeitslosigkeit aber auch deutsche Familien sowie für Um- und Übersiedler waren. Ab 1990 zog die Kleiderkammer mehrmals um, ehe sie im Frühjahr 2002 an der Schnurrestraße wieder eine dauerhafte Bleibe fand.

Zunächst organisierte die Werdohler Caritas Annahme und Ausgabe der Kleidungsstücke, 1993 kamen die Malteser unterstützend dazu. Weil die Helferinnen der Caritas älter geworden sind und junge Unterstützung nicht in Sicht ist, sind die Malteser jetzt noch stärker gefordert, so dass sie mittlerweile auch die Gesamtverantwortung für die Kleiderkammer übernommen haben.

Derzeit wechseln in dem rund 130 Quadratmeter großen Raum an der Schnurrestraße allerdings gar keine Pullis und Hemden, Hosen und Röcke oder andere Kleidungsstücke die Besitzer. Vielmehr hat sich die Kleiderkammer in eine einzige Baustelle verwandelt. Die Decke wurde um etwa 40 Zentimeter abgehängt und mit Einbaustrahlern versehen, die den Raum jetzt in ein helles, aber freundliches Licht tauchen. In knalligem Rot angestrichene Pfeiler und andere Elemente stehen im Kontrast zu den weißen Flächen an Wändern und Decke. Auch der Fußboden soll noch einen neuen Anstrich erhalten, aber bevor es so weit ist, sind noch andere Arbeiten zu erledigen. Und schließlich sollen auch noch neue Fenster eingebaut werden, was aber wohl erst im nächsten Jahr realisiert werden könne, sagt Jens Beyer von den Maltesern.

Auch wenn Renovierung und Umbau noch längst nicht abgeschlossen sind, lässt sich schon erahnen, dass Malteser und Caritas bemüht sind, für die neue Kleiderkammer ein freundliches Ambiente zu schaffen, obwohl die finanziellen Ressourcen durchaus begrenzt sind. „Es wird eine Inneneinrichtung im Industrie-Stil geben“, sagt deshalb auch Jens Beyer. Als Verkaufstresen werde eine alte Werkbank dienen, die Kleidung werde in Stahlregalen gelagert, nennt er zwei Beispiele. Damit erinnert das Interieur dann auch ein wenig an die frühere Nutzung des Raumes als Schreinerei des Möbelhauses Jentzsch.

„Die Kosten der Renovierung decken wir durch Spenden“, erklärt Jens Beyer, wie die Malteser das alles finanzieren. „Wir hoffen, dass wir mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln auskommen, freuen uns aber natürlich über weitere Zuwendungen.“ Beyer gibt deshalb auch einen dezenten Hinweis auf die bald anlaufende Werbeaktion der Malteser, bei der wieder Mitarbeiter der Hilfsorganisation von Haus zu Haus gehen und um Unterstützung bitten werden: „Unsere Werber sammeln dann auch für genau solche Projekte der Malteser“, erklärte Beyer.

Einen wichtigen Unterstützer haben die Malteser schon in Claus Kolberg gefunden. Mit dem Vermieter der Räume, in denen demnächst die renovierte Kleiderkammer unter dem neuen Namen „Kleiderlädchen 2.0“ eröffnen wird, haben sie einen Spendenvertrag abgeschlossen. Mit monatlich 300 Euro unterstützt Kolberg die Hilfsorganisation, wodurch natürlich auch die dauerhafte Unterhaltung des Kleiderlädchens erleichtert wird. Wer die Malteser sonst noch unterstützen möchte – ob finanziell oder mit tatkräftiger Hilfe –, kann unter Tel. 0 23 92/97 20 20 oder per E-Mail an service@malteser.org Kontakt aufnehmen.

Dass die Bereitstellung von Kleidung, aber auch von Kinderwagen, Spielzeug, Hausrat und Kleinmöbeln für bedürftige Menschen notwendig ist, haben die Helferinnen und Helfer von Caritas und Maltesern in den vergangenen Monaten mehrfach erfahren. „Die Leute rufen schon bei mir zuhause an und fragen, wann wir wieder öffnen“, berichtet die bisherige Kleiderkammer-Leiterin Monika Sandt. Und Jens Beyer ergänzt, dass die Unterstützung gerade in den Tagen und Wochen nach der Flutkatastrophe Mitte Juli gefragt gewesen sei. „Da konnten wir einigen Menschen noch mit Kleidungsstücken helfen, die wir eingelagert hatten.“ Ab Januar soll das alles wieder in geregelten Bahnen laufen: im freundlichen Ambiente des neuen Kleiderlädchens 2.0 an der Schnurrestraße.

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