Die Gefahren des Heiratens

Ehefrau verfolgt ihren untreuen Mann: Auf einem Parkplatz eskaliert die Situation

Das Amtsgericht in Altena musste sich jetzt mit den Folgen einer gescheiterten Ehe beschäftigen.
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Das Amtsgericht in Altena musste sich jetzt mit den Folgen einer gescheiterten Ehe beschäftigen.

Mit geradezu nachrichtendienstlicher Technik ist eine betrogene Ehefrau aus Werdohl ihrem untreuen Mann auf die Schliche gekommen: Sie legte ein Handy in dessen Auto und verfolgte die Standortdaten mithilfe eines GPS-Ortungsgerätes.

Auf einem Parkplatz in Wuppertal kam es am 11. Januar 2019 schließlich zum Showdown, der nun auch das Amtsgericht Altena beschäftigte: Denn die Betrogene erlitt in der körperlichen Auseinandersetzung zwei Rippenbrüche und einen sogenannten „Pneumothorax“ – eine gefährliche Situation akuter Luftnot.

Der Verteidiger des Angeklagten (26) redete nicht lange um den heißen Brei herum: „Mein Mandant hatte ein Verhältnis.“ Seine Ehefrau habe „die beiden verfolgt, die Autotür aufgerissen und angefangen zu hauen“. Er sei dann ausgestiegen, und die Prügelei sei eskaliert. Der Angeklagte ergänzte einen Bericht von den Gefahren des Heiratens: Sechs Jahre lang sei er mit der Geschädigten ohne Trauschein zusammen gewesen. „Mit der Heirat ging es bergab.“ Aus der neuen Beziehung ging eine Tochter hervor, die bei ihrer Mutter lebt. Die Formulierung „bei meiner Freundin“ deutete an, dass er den Fehler mit der Heirat nicht wiederholt hatte.

1000 Euro Schmerzensgeld

Das umfassende Geständnis, das Fehlen jeglicher Vorstrafen und der Hintergrund familiärer Auseinandersetzungen trugen dazu bei, eine Lösung jenseits einer förmlichen Verurteilung auf den Weg zu bringen. 500 Euro hatte der Anwalt für eine Einstellung des Verfahrens schon von sich aus angeboten.

Richter Dirk Reckschmidt verdoppelte die Schmerzensgeldzahlung an die Ex-Frau auf 1000 Euro. Er verwies auf die erheblichen Verletzungen. Der Angeklagte akzeptierte die Zahlung trotz seiner schwierigen finanziellen Lage: „Sie ist verletzt worden durch meine Schuld.“ Und dann schilderte er die technischen Details der Anlage, die es seiner damaligen Frau erlaubt hatte, „die ganze Zeit“ hinter ihm herzufahren. „Sie wusste jede Sekunde, wo ich bin, bis ich das Gerät gefunden habe.“ Das in seinem Auto versteckte Handy habe sogar an einer externen Akkustation gehangen, damit ihm nicht der Strom ausging.

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