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Roma-Familien: Projektförderung läuft aus

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Von: Carla Witt

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Der Fitness-Raum des Efa-Projekts wird regelmäßig genutzt. Mittwochs sind auch geflüchtete Menschen aus der Ukraine dort zu Gast.
Der Fitness-Raum des Efa-Projekts wird regelmäßig genutzt. Mittwochs sind auch geflüchtete Menschen aus der Ukraine dort zu Gast. © Heyn, Volker

Noch ist unklar, ob das Förderprogramm Efa fortgesetzt wird.

Werdohl – „Von den Menschen, die zu Beginn des Projektes hier waren, ist fast keiner mehr in Werdohl. Dafür kommen andere“, stellte Michael Tauscher am Dienstag fest. Der Integrationsbeauftragte der Stadt Werdohl berichtete während der Sitzung des Sozialausschusses im Festsaal Riesei über das Förderprojekt „Efa – Europa für alle“. Im Mittelpunkt stehen etwa 500 Menschen aus Bulgarien und Rumänien, die sich in Werdohl aufhalten.

Vor zwei Jahren gestartet

Praktisch sei das Projekt vor etwa zwei Jahren gestartet. „Und es läuft Ende des Jahres aus. Ob es eine weitere Förderung für drei Jahre geben wird, ist nicht klar“, erklärte Tauscher. Kulturmittlerin Margarita Enchewa und Sprachmittlerin Alexandrina Martin hätten seit Beginn des Projektes auch mit etwa 500 Menschen Kontakt gehabt. Unter anderem bedingt durch die Fluktuation und, so Tauscher, den „Fakt, dass wir jetzt mehr Rumänen und Bulgaren in Werdohl haben als vor zwei Jahren“, seien die Herausforderungen aber weiterhin vorhanden.

Integration über die Kinder

In diesem Zusammenhang hakte Ausschussmitglieder Andreas Holthaus (CDU) nach, wie viele der bulgarischen und rumänischen Kinder eine Kita in der Stadt besuchen würden. „Ich meine, dass Integration nur über die Kinder erfolgen kann“, erklärte er den Hintergrund seiner Frage. Sozialamtsleiterin Bleckmann kündigte die Antwort für eine der kommenden Sitzungen des Jugendhilfeausschusses an. Allerdings stellte Bürgermeister Andreas Späinghaus unumwunden fest: „Tatsache ist, dass wir im Moment zu wenige Kita-Plätze haben. Wir können diese Kinder nicht so einfach unterbringen.“ Beachtung fänden die Mädchen und Jungen aber dennoch, unterstrich Sabine Bleckmann: „Die Kinder liegen Frau Enchewa und Frau Martin sehr am Herzen.“

Ukraine-Treff jeweils mittwochs

Tauscher berichtete weiter von Neuerungen in den Efa-Beratungs-, Besprechungs- und Fitnessräumen im städtischen Gewerbehof an der Neustadtstraße. „Mittwochabends bieten wir jetzt einen Ukraine-Treff an – mit sehr großem Erfolg.“ Tauscher sprach von einer „bunten Mischung, unter anderem aus bulgarischen, rumänischen, ukrainischen und deutschen Menschen“: „Die Verständigung funktioniert mit Händen und Füßen.“ Denn auf die englische Sprache könne man nicht setzen. „Weit über 90 Prozent der Ukrainer sprechen kein Wort Englisch.“ Allerdings seien die ukrainischen Menschen sehr motiviert, einerseits die deutsche Sprache zu lernen und andererseits eine Betreuung für ihre Kinder zu erhalten, um ihnen so möglichst viele Chancen zu eröffnen. Ob es demnächst Fördermöglichkeiten für die Arbeit mit diesen Flüchtlingen geben werde, darüber könne er nur spekulieren, sagte der Integrationsbeauftragte.

Förderprojekt „Efa“

„Efa – Europa für alle“ ist ein Projekt für zugewanderte Roma-Familien. Das Land NRW hat der Stadt und dem Kreis 300 000 Euro zur Verfügung gestellt, um den Familien Teilhabe zu ermöglichen und soziale Probleme in der Innenstadt abzufedern. In Werdohl leben legal circa 500 Roma – für eine Stadt mit etwa 16 000 Einwohnern eine überdurchschnittlich große Anzahl. So geriet Werdohl als Kleinstadt mit Modellcharakter bei der Roma-Integration des Landes in den Fokus.

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