Edeka hat Bauvoranfrage genehmigt bekommen

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Mitte nächster Woche soll der endgültige Kaufvertrag für das Insel-Gebäude unterschrieben werden. Derzeit häufen sich die Spekulationen darüber, ob es nicht günstiger ist, das Marktgebäude abzureißen und neu zu errichten. ▪

WERDOHL ▪ Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Edeka und der Bauträger List und Wilbers sind in der Diskussion, ob sich ein Abriss des Inselgebäudes nicht wirtschaftlicher darstellt als eine aufwändige Sanierung.

Bei allen Gesprächspartnern wird von einer „Nachrichtensperre“ gesprochen, niemand will die noch immer nicht abgeschlossenen Verhandlungen gefährden. Erst Mitte kommender Woche sollen die Verträge zwischen dem Verwalter der Insel-Immobilie, der Berliner Arwo-Bau, und dem Kaufinteressenten, der List und Wilbers Gruppe, unterzeichnet werden. Offensichtlich gab es doch einen gewissen Zeitdruck, den Vertrag bis Ende des Jahres wasserdicht zu bekommen. Seitens der Stadt war immer deutlich gemacht worden, dass Ende 2011 die Nutzungsbindung des Gebäudes abläuft. Durch den Kauf der Immobilie wäre sichergestellt, dass die Genehmigung für großflächigen Einzelhandel in der Innenstadt auf den neuen Besitzer beziehungsweise Nutzer übertragen wird.

Würde dies nicht geschehen, müsste der Rat möglicherweise gegen sein eigenes Einzelhandelskonzept stimmen, das eben die Ansiedlung solcher großen Flächen verhindern soll. Politisch ist es absolut unumstritten, dass das Insel-Gebäude wieder von einem großen SB-Warenhaus genutzt werden soll. Alle Entscheidungsträger der Stadt begrüßen diesen Schritt und begreifen die Ansiedlung von Edeka als positiven Entwicklungsschritt für das Bahnhofsgelände.

Nur so ist es zu verstehen, dass eine bereits im November gestellte Bauvoranfrage von der Stadt positiv beschieden worden ist. Beabsichtigt werden „Umbau und Sanierung“ eines vorhandenen Gebäudes in ein SB-Warenhaus. Bauplanungsrechtlich bestehen bei der Stadt offensichtlich keine Bedenken gegen dieses Vorhaben. Ob diese positiv entschiedene Bauvoranfrage reicht, wenn das Gebäude abgerissen werden soll, will derzeit niemand beantworten. Das Gebäude stammt aus den siebziger Jahren und entspricht in keinem Fall mehr den Anforderungen an einen modernen Supermarkt. Auch wenn ein Umbau von innen heraus gelingen würde, bliebe immer noch die Frage nach dem äußeren Erscheinungsbild. Der wahrscheinliche Käufer, die List und Wilbers Gruppe aus Nordhorn, referenziert sich hingegen mit äußerst gelungenen und modernen Neubauten für den Handel. In Dortmund-Huckarde errichtete das Nordhorner Bau-Unternehmen einen Edeka-Markt in gänzlich ungewöhnlichem Design. Drei Millionen Euro investierte List in den Bau des 1850 Quadratmeter großen Vollsortimenters Edeka. Damit sei bewiesen worden, dass „anspruchsvolles Bauen nicht unverhältnismäßig teuer“ sein müsse.

Die Berliner Arwo-Bau verwaltet die Insel-Immobilie im Auftrag eines Fonds der Stadt Berlin. In dem strukturierten Bieter-Verfahren hatten sich drei namhafte und große Konkurrenten im Bereich der SB-Warenhäuser beworben. Dabei hatte sich Edeka über die Bauträgergesellschaft List und Wilbers beteiligt. Wie Bürgermeister Griebsch vor zwei Wochen bestätigte, hatte Edeka den Zuschlag von der Arwo-Bau erhalten. Edeka wolle als Mieter einziehen. Beabsichtigt ist, im Frühjahr mit den Arbeiten zu beginnen und im kommenden Jahr zu eröffnen. ▪ Volker Heyn

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