ebay-Betrug vor Gericht

18-jährige Werdohlerin will sich mit Online-Auktion bereichern

WERDOHL ▪ Ein offenbar verschollener Thermomixtopf beschäftigte vorgestern das Amtsgericht Altena. Eine 18-jährige Werdohlerin musste sich gemeinsam mit ihrem Bruder wegen Betruges verantworten.

Laut Anklage hatte das Geschwisterpaar einige Zeit vor dem 10. Mai vergangenen Jahres beschlossen, durch Scheinverkäufe bei ebay an Geld zu gelangen. Dabei soll der 23-jährige Lüdenscheider die Waren ins Internet und die Schwester ihre Kontodaten zur Verfügung gestellt haben. Auf diese Weise hatte das Duo laut Vorwurf am 10. Mai einen Thermomixtopf für 143 Euro zuzüglich 6,90 Euro Versandkosten versteigert. Die Käuferin hatte den Preis zwar gezahlt, die Ware jedoch bis heute nicht erhalten. Die Werdohlerin gab sich gestern vor Gericht eher wortkarg: „Ich hab dazu nichts zu sagen. Mein Bruder wollte meine Kontodaten, mehr nicht.” Der Mitangeklagte beteuerte indes, er habe den Topf abgeschickt: „Ich bin mir 100-prozentig sicher, dass ich ihn versendet habe. Ich habe einige der Töpfe versteigert. Ich hab sie vorher selbst günstig bei ebay erworben. Nie hat sich jemand beschwert. Ich habe auch bei der Post nachgefragt.” Dummerweise habe er aber den Versandzettel nicht mehr finden können. Und so zeigte der 23-Jährige sogar Verständnis für die Käuferin: „Ich sehe ein, dass sie verärgert ist. Ich würde das Geld ja auch zurück überweisen. Aber ebay hat mich gesperrt, und jetzt komme ich nicht mehr an die Daten der Frau”, erklärte der Angeklagte.

Am Ende wurden beide Verfahren eingestellt. Das der Werdohlerin endgültig, der Bruder muss erst binnen sechs Wochen 150 Euro an die Geschädigte zahlen. „Klar, das sehe ich auch ein. Ich zahle das morgen gleich”, versprach der 23-Jährige euphorisch. ▪ jape

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