E-Autos der Werdohler Stadtverwaltung ideal für Stadtverkehr

+
Der Renault Zoe ist auf den ersten Blick nicht von einem kraftstoffgetriebenen Kleinwagen zu unterscheiden. Reinhard Haarmann von der Abteilung Service der Verwaltung stellt den Wagen vor, der gerade in der Rathaus-Garage mit Strom „betankt“ wird.

Werdohl - „Die Autos sind einfach ideal für den Stadtverkehr“, stellt Reinhardt Haarmann fest. Der Leiter der Abteilung Service der Stadt Werdohl ist überzeugt: Nachdem die Verwaltung mit dem ersten Elektroauto, einem BMW i3, gute Erfahrungen gemacht hat, ist auch die Anschaffung des neuen Renault Zoe ein Schritt in die richtige Richtung.

Für die Umwelt hat sich der Autokauf schon jetzt bezahlt gemacht: Die elektrischen Flitzer pusten keine Schadstoffe in die Luft. Und da die Batterien mit Ökostrom geladen werden – der übrigens das gesamte Rathaus versorgt –, fahren sie tatsächlich sehr umweltfreundlich. Der Zoe ersetzt einen der Twingos, die noch zur Amtszeit des ehemaligen Bürgermeisters Jörg Bora angeschafft worden sind. „Eine Neuanschaffung war also ohnehin notwendig“, sagt Haarmann.

Das Thema Elektroauto sei immer mal wieder diskutiert worden, wenn sich die Verwaltung von einem Fahrzeug verabschieden musste. „Auch die Bürgermeisterin ist an diesem Thema sehr interessiert“, berichtet Haarmann. Als der Städte- und Gemeindebund NRW den Kommunen ein begrenztes Kontingent an Elektrofahrzeugen von BMW zu besonderen Konditionen in Aussicht stellte, bewarb sich die Stadt Werdohl – mit Erfolg: Schon seit Februar des vergangenen Jahres sind die Mitarbeiter der Stadt mit dem i3 im Stadtgebiet unterwegs. Besonders die Außendienstler des Ordnungsamtes sitzen häufig am Steuer des „Stromers“.

Hintergrund des Angebotes durch den Städte- und Gemeindebund ist das Forschungsprojekt Premium mit einem Gesamtbudget von elf Millionen Euro. Es wird im Rahmen des Förderprogramms „Erneuerbar Mobil“ mit circa 4,8 Millionen Euro vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit unterstützt. Im Rahmen des Projektes Premium sollen anhand eines groß angelegten Feldversuchs Fragen zu elektrifizierten Antrieben geklärt werden. Unter anderem geht es darum, das jeweils am besten geeignete Antriebskonzept für verschiedene Einsatzzwecke zu bestimmen. Das Projekt wird von einem Konsortium aus Industrie und Wissenschaft unter der Führung der Bayerischen Motoren Werke AG organisiert.

„Das ist auch für uns eine spannende Sache“, stellt Haarmann fest. Mitarbeiter der Uni Duisburg-Essen hätten einen Datenlogger, eine Speichereinheit, in den Wagen eingebaut. „So wollen sie zum Beispiel herausfinden, wie die Außentemperatur zu verschiedenen Tageszeiten die Reichweite der Batterie beeinflusst“, erzählt der Verwaltungsmitarbeiter.

Wie viele Kilometer man mit einer Batteriefüllung zurücklegen kann, ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Laut Hersteller sind es theoretisch bis zu 300 Kilometern, doch auch 100 Kilometer weniger seien denkbar. „Hat man die Heizung, die Klimaanlage oder das Radio an, sinkt die Kilometerleistung“, erklärt Haarmann. Allerdings verfügt das Fahrzeug über einen Neun-Liter-Treibstofftank, dessen Inhalt ein Aggregat versorgt. Dieses erzeugt Strom und kann somit die Reichweite verlängern.

Die Stadt profitiere enorm von dem Projekt. „Die Konditionen für uns sind unschlagbar günstig“, sagt Haarmann. Auch im täglichen Einsatz habe sich der BMW bewährt – obwohl anfangs einige Mitarbeiter im Rathaus skeptisch gewesen seien. Das sei inzwischen aber schon längst nicht mehr der Fall. „Die Elektroautos lassen sich sehr gut fahren“, stellt Haarmann fest – und schwärmt von den „sagenhaften Beschleunigungswerten“ des BMW i3, der es immerhin auf 167 Pferdestärken bringt.

Mit den Reichweiten der Elektrofahrzeuge habe es bisher auch noch keine Probleme gegeben. Der Renault Zoe, der jetzt seit rund acht Wochen im Einsatz ist, fährt mit einer Batterieladung maximal 280 Kilometer: „Das ist hier im Stadtgebiet mehr als ausreichend“, sagt Haarmann.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare