Dutch-Tour würdig beendet

Irlandfreund Gottfried Brinkmann (r.) übergab Spenden an Pater Irenäus, Eva Oßenberg und Cornelius Böttcher (v. l.).

WERDOHL -  Mit großer Intensität hatten Gottfried „Gotti“ Brinkmann und seine Irlandfreunde daran gearbeitet, Moya Brennan nach ihrem erfolgreichen Gastspiel vor dreieinhalb Jahren in der St. Michael-Kirche erneut für ein Konzert in Werdohl zu gewinnen. Mit Erfolg.

Von Rainer Kanbach

Die in Dublin lebende Sängerin, Musikerin und Grammy-Preisträgerin stand am Freitagabend im Mittelpunkt einer Irish Night im Restaurant Thuns in Kleinhammer und bekräftigte dort einmal mehr, warum sie zu den gefragtesten Künstlern der irischen Musikszene gehört. Gemeinsam mit ihrer Tochter Aisling Jarvis und Cormac de Barra (Harfe) ließ sie ihr Publikum Einblick nehmen in ein Stück irischer Seele und Empfindung.

Vor dem eigentlichen Konzert-Erlebnis nutzte Gottfried Brinkmann die Gelegenheit, Spenden der Irlandfreunde zu verteilen. Pater Irenäus durfte sich über 1000 Euro für die Jugendarbeit in der St. Michael-Gemeinde freuen. Stellvertretend für das Jugend- und Bürgerzentrum nahm Cornelius Böttcher ebenfalls 1000 Euro entgegen. Das Geld soll für die Fertigstellung des in Eigenarbeit erstellten Tonstudios im JBZ verwendet werden. Weitere 500 Euro nahm Eva Oßenberg für die seit vier Jahren bestehende Aerobic-Gruppe des TuS Versetal entgegen. Die Gesamtsumme der Spenden, die von den Irlandfreunden bislang verteilt wurden, erreichte damit eine Marke von knapp 55 000 Euro.

Von da an allerdings wurde es rein irisch in „The Old Mile“, wie die Irlandfreunde das Restaurant Thuns gerne für eine Nacht umbenennen. Und natürlich stimmte „Gotti“ Brinkmann, der nach eigenen Angaben inzwischen wohl schon 120 Mal in Irland war, die Gäste mit einigen Randbemerkungen auf den Abend ein. Nicht fehlen durfte da der Hecht „Sir Henry“, dessen Tod vermutlich auch in 40 Jahren noch vor jedem Konzert irischer Künstler verkündet wird. Und natürlich verwies Brinkmann auch auf die lange Liste bekannter Sänger und Musiker, die von den Irlandfreunden schon in Werdohl präsentiert werden konnten. Dann kam er auf Moya Brennan, die nach seiner Einschätzung wohl auf Jahre hinaus nicht mehr in Werdohl zu Gast sein dürfte. „Es sei denn, der Bürgermeister legt einen ausgeglichenen Haushalt vor,“ verwies Brinkmann auf das Sparpaket der Stadt Werdohl und damit verbunden auf das abgespeckte Kulturprogramm.

Und die viel gepriesene Moya Brennan? Sie – so das Bekenntnis – hat viele große und vor allem gute Erinnerung an Werdohl und freute sich, dass ihre „Dutch-Tour“ durch holländische Städte nun im Sauerland einen würdigen Abschluss fand. Der Sprung von großen, ausverkauften Sälen in ein eher intimes Ambiente mit dem Direktkontakt zum Publikum war geschafft. Mit einem Instrumentalstück stimmten die First Lady der irischen Musik, ihre Tochter und Cormac de Barra die Zuhörer in einen Abend ein, der – subjektiv betrachtet – viel zu kurz war.

Traditionelle Balladen, Lieder aus dem täglichen Leben, über Liebe, Alkohol und den Wind, der die Grüne Insel umspielt, sowie neue Songs auch in gälischer Sprache von einer noch „druckfrischen“ CD fanden Eingang in die Herzen des mehr als dankbar reagierenden Publikums. Dabei trat Moya Brennan ganz beiläufig den Beweis an, dass auch Flüstern und gehauchte Texte noch erfüllt sein können von zarter Melodie. Tochter Aisling – so viel wurde deutlich – dürfte nicht mehr viel Zeit benötigen, um im Kreis der Großen mitzumischen. Cormac de Barra schließlich unterstrich überzeugend, warum er in der Musikszene einer der angesagtesten Harfenspieler ist.

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