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Drohungen gegen Impfteams: Security schützt Impfbus im Märkischen Kreis

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Von: Maximilian Birke

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Eine Frau bekommt ihre Booster-Impfung mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer verabreicht.
Corona-Impfung: Um weitere Zwischenfälle an den Impfbussen im Märkischen Kreis zu vermeiden, sind seit einigen Tagen Sicherheitsleute im Einsatz. (Symbolbild) © Wolfgang Kumm/dpa

Seit etwa einer Woche wird das mobile Corona-Impfteam des Märkischen Kreises von Mitarbeitern eines Sicherheitsdienstes begleitet – so war es auch am Donnerstag in Werdohl, wo einer der Impfbusse auf dem Wochenmarkt Station machte.

Der Security-Einsatz hat einen triftigen Grund: „Auf dem Wochenmarkt am Hademareplatz in Hemer hat es am 24. November einen relevanten Vorfall am Impfbus gegeben“, erklärt Alexander Bange, Sprecher des Märkischen Kreises. „Einer Mitarbeiterin ist von einer Person Gewalt angedroht worden.“

Ob es sich dabei um einen Wartenden in der Schlange oder eine vorbeikommende Person handelte, ist unklar. Denn auch auf Nachfrage der Redaktion konnte der Kreis dazu keine Details nennen. „Über die Hintergründe der Gewaltandrohung ist uns nichts bekannt“, sagt Bange.

Schutz der Mitarbeiter hat für Kreis „höchste Priorität“

Reagiert auf diesen Vorfall hat der Kreis gleichwohl umgehend. Schon am nächsten Tag wurde am Impfbus Security eingesetzt. „Der Schutz der Mitarbeiter vor Ort hat höchste Priorität – sie sind unser höchstes Gut. Seit dem 25. November ist an allen Impfbus-Stationen ein Sicherheitsdienst vor Ort“, betont Bange. Der Ton am Impfbus werde auch insgesamt rauer. „Manche gestikulieren wild, andere schimpfen, dass es zu lange dauert. Eine Frau, zweifellos betrunken, hat mit ihrer Handtasche wild um sich geschlagen. Mitarbeiterinnen werden teilweise aufs Übelste beleidigt.“ Außerdem werde an das Team viel Frust unter anderem über bundespolitische Entscheidungen herangetragen. Die Verschärfung der Debatte rund um das Thema Impfung sei bundesweit zu beobachten, meint Bange. „Plötzliche und sich schnell ändernde Entscheidungen auf Bundesebene tragen zur Verunsicherung innerhalb der Bevölkerung bei.“ Jene Menschen, die sich hauptsächlich aufgrund der verschärften Maßnahmen zur Erstimpfung entschieden haben, weil sie sich dazu gedrängt fühlten, „lassen ihren Frust und Ärger leider manchmal an den Mitarbeitern des Impfbusses aus“.

Um die Sicherheit aller zu gewährleisten, fährt nun also die Security mit. 200 Euro kostet das pro Tag und Impfbus, diese Kosten muss aber nicht der Kreis übernehmen. Sie werden vollständig vom Land Nordrhein-Westfalen getragen. „Der Sicherheitsdienst musste bislang noch nicht eingreifen. Fast alle Menschen am Impfbus verhalten sich geduldig und angemessen“, schildert Bange. Anfeindungen und offene Gewaltandrohungen seien trotz der schlechter werdenden Gesamtstimmung ohnehin „zum Glück alles in allem Einzelfälle“.

Es gibt aus Präsente

„Wir erleben von einer großen Mehrheit Respekt, Verständnis und Dankbarkeit. Manchmal werden sogar Präsente mitgebracht und den Helfern vor Ort übergeben“, so Bange. Die Menschen am und im Impfbus leisteten herausragende Arbeit, hebt Bange lobend hervor. „Wenn am Ende des Tages mehrere hundert Menschen geimpft sind, ist das für alle ein gutes Gefühl.“

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