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DRK sucht neue Mitglieder für „geilsten Ortsverein überhaupt“

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Von: Michael Koll

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David Leven (links) und Ralf „Günni“ Schnittger mit zwei Bären der Teddy-Klinik vor dem DRK-Einsatzfahrzeug, in welchem Christina König mit ihren Kindern Florian (2 Jahre alt) und Florian (10) sitzt.
David Leven (links) und Ralf „Günni“ Schnittger mit zwei Bären der Teddy-Klinik vor dem DRK-Einsatzfahrzeug, in welchem Christina König mit ihren Kindern Florian (2 Jahre alt) und Joschua (10) sitzt. © Koll, Michael

Während der Pandemie ist die Truppe leicht geschrumpft. Jetzt sucht der Werdohler DRK-Ortsverein neue Mitglieder. „Mit neuen Mitstreitern wären wir einfach flexibler. Das wäre gerade tagsüber, wenn wir alle an unseren Arbeitsplätzen sind, wichtig“, sagt Christina König vom DRK Werdohl.

Werdohl – Sie knuffen sich in die Rippen, nehmen sich gegenseitig auf den sprichwörtlichen Arm und gehen wahrlich nicht zimperlich miteinander um. Und doch nicken die beiden Männer, als die Frau des Dreiergespanns voller Überzeugung ausruft: „Wir sind einfach der geilste Ortsverein überhaupt.“

Christina König, David Leven und Ralf „Günni“ Schnittger schildern den Alltag in der Bereitschaft des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Werdohl. Sie sind drei von derzeit 15 Ehrenamtlern. Und sie suchen Nachwuchs, „denn der Tag der Rettungskräfte hat uns in den vergangenen Pandemie-Jahren für Anwerbung frischer Kräfte einfach gefehlt“, erklärt Schnittger. „Covid-19 hat uns zurückgeworfen.“

Zwar seien sie nicht dramatisch unterbesetzt, „aber vor Corona waren wir schon einmal mehr“, schiebt er hinterher. König formuliert es noch einmal anders: „Viele Hände – schnelles Ende.“ Den Faden greift Schnittger sogleich auf: Dann könne umso schneller wieder der gesellige Teil des Ortsvereinslebens im Vordergrund stehen: „Wir unternehmen auch viel privat miteinander.“

Er schaut seine beiden Mitstreiter an. Für einen Moment sind alle Frotzeleien vergessen. Schnittger sagt: „Wir sind eine junge Truppe, die fremden Menschen helfen – das macht einfach Freude.“ Während Leven ihm still mit einem Kopfnicken beipflichtet, runzelt König die Stirn, schaut Schnittger an und spricht grübelnd aus: „Naja, jung?“ Und schon lachen alle drei wieder.

„Günni“, wie ihn alle nennen, ist mit 55 Jahren derzeit der Älteste in der Werdohler Bereitschaft. Leven ist mit seinen 18 Jahren der aktuell Jüngste. „Wir sind eine tolle Truppe“, befindet aber auch er.

König ergreift wieder das Wort: „Mit neuen Mitstreitern wären wir einfach flexibler. Das wäre gerade tagsüber, wenn wir alle an unseren Arbeitsplätzen sind, wichtig.“ Denn die Arbeit beim DRK ist ein Ehrenamt.

Was Bewerber vorweisen können sollten, sei nicht so einfach zu sagen. Schnittger reduziert die Anforderungen aufs Wesentliche: „Sie müssen nur ganz viel Spaß mitbringen.“

König nickt, führt dann aber näher aus: „Eine Vorbildung ist nicht vonnöten – wäre aber ,nice to have’. Dabei ist es aber ganz gleich, ob jemand schon eine Sanitätshelfer-Ausbildung absolviert hat, Elektro-Fachwissen mitbringt, die Fähigkeit besitzt, Kaffee zu kochen, oder einfach nur gut mit Kindern umgehen kann. Denn genauso vielfältig sind unsere Tätigkeitfelder.“

Mit der Teddy-Klinik in Schulen und Kindergärten die Arbeit des DRK kleinen Mädchen und Jungen näher bringen, gehört dazu. „Die Kids sind mega. Sie stellen viele Fragen und sind total interessiert.“

Andere aus dem DRK-Bereitschaftsdienst verpflegen Blutspender nach dem Abzapfen des roten Lebenssaftes. Dritte gehen bei Einsätzen „ran an den Patienten“, umschreibt es König. Eine vierte Gruppe sorgt bei eben diesen Einsätzen für die Verpflegung der Einsatzkräfte. „Jeder wird gebraucht“, schließt König ihr Plädoyer für die Gewinnung neuer Mitstreiter ab.

Youngster Leven schildert die verschiedenen Ausbildungsmodule, die Neue beim DRK durchlaufen können. „Die meisten Weiterbildungen finden an den Wochenenden statt“, weiß er, dass Einsatzkräfte neben dem bereits angesprochenen Spaß auch eine Portion Idealismus mitbringen müssen.

„Das Mindestalter liegt bei 16 Jahren“, ergänzt Schnittger. Eine Mindestgröße, wie sie jüngst bei der Polizei abgeschafft wurde, wurde beim DRK ohnehin nicht verlangt. Was sie aber definitiv verlangen: Die Bewerber dürfen nicht humorlos sein.

Informationen

Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten finden sich im Internet, auf dem Facebook- und Instagram-Profli, sowie auf der Homepage www.drk-werdohl.de.

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