"Dritte Orte"

Alte Industriehallen zu Kulturstätten: Kaum Interesse in Werdohl

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Die Halle von Menshen in Eveking ist ein stimmungsvoller Ort für Veranstaltungen wie hier eine Gottesdienstreihe der evangelischen Jugendallianz im Mai 2018. Die Halle kann aber nur sehr eingeschränkt genutzt werden, die Parkplatzfrage direkt an der B 236 ist nicht gelöst.

Werdohl - Alte Industriehallen haben eine besondere Atmosphäre, werden für ihren ursprünglichen Zweck schon lange nicht mehr gebraucht und können aufregende Orte für Kultur sein: Dritte Orte werden sie genannt.

Es gibt sogar ein Landesprogramm dafür. In Werdohl gibt es allerdings kaum Interesse, das hat die Verwaltung amtlich festgestellt.

Die SPD hatte im Rahmen der Haushaltsplanberatungen im Oktober vergangenen Jahres einen Antrag zur Kulturarbeit gestellt. Darin hieß es, dass die Verwaltung überprüfen solle, wo in Werdohl Kulturveranstaltungen alternativ zu den bekannten Orten wie Festsaal Riesei, Kleines Kulturforum oder Stadtbücherei stattfinden könnten. Konkret benannte SPD-Fraktionsvorsitzender Jansen damals die alte Menshen-Halle in Eveking, in der schon Kulturveranstaltungen angeboten wurden. Für die Verwaltung antwortete jetzt Reinhild Wüllner-Leisen. 

20 Kulturtreibende angeschrieben

Sie hatte mit einem Verweis auf das Förderprogramm des Landes zu sogenannten Dritten Orten 20 Kulturtreibende in Werdohl angeschrieben. Vereine, Institutionen und einzelne Künstler waren von der Verwaltung gebeten worden, Vorschläge für alternative Orte für Kulturveranstaltungen in Werdohl zu machen. Sieben der 20 Adressaten hatten geantwortet, teils schriftlich, teils mündlich. Das Ergebnis war äußerst ernüchternd: Wüllner-Leisen schreibt, dass „kaum“ neue Räumlichkeiten genannt worden seien. Bei Betrachtung der Vorschläge kann man zu dem Schluss kommen, dass die Bewertung von „kaum“ in „keine“ geändert werden muss. 

"Wenig Interesse" an Förderprogramm

Genannt wurden der Gewerbepark Eveking, die Fabrikhallen in Ütterlingsen hinter dem Netto, die ehemalige Fabrikhalle und der ehemalige Schrottplatz Menshen sowie die entwidmete Kreuzkirche auf der Königsburg. Die Realschulaula, der Festsaal Riesei und der Bahnhof werden regelmäßig für Kulturveranstaltungen genutzt. Das Förderprogramm des Landes sei auf „wenig Interesse“ gestoßen. Es gab keine Werdohler Meldung für das Förderprogramm, Ende April lief die Anmeldefrist ab. 

Ebenfalls im Gewerbepark Eveking präsentierte Moritz-Adolf Trappe eine gelungene Ausstellung zum Thema Zeppelin. Auch hier profitierten Ort und Objekte voneinander.

Wüllner-Leisen folgert: „Aufgrund der verhältnismäßig geringen Rückmeldung von etwa einem Drittel der Angeschriebenen ist davon auszugehen, dass es kaum Bedarf nach alternativen Veranstaltungsorten gibt.“ Durch die enge Verzahnung der städtischen Kulturarbeit mit den kulturtreibenden Vereinen sei erkennbar, dass es auch keine Bedarfe nach solchen Orten in Werdohl gebe. Die Verwaltung geht davon aus, dass die vorhandenen Räumlichkeiten für die derzeitigen Bedürfnisse ausreichend sind. 

Einen Zusatz schreibt Reinhild Wüllner-Leisen noch für die Menshen-Halle, in der schon einige Kulturveranstaltungen stattgefunden hatten. Gegen die Nutzung der ehemaligen Fabrikhalle spreche die Lage direkt an der Bundesstraße. Durch den abbiegenden Besucherverkehr bei einer Veranstaltung würde ein Verkehrsproblem entstehen.

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