1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Werdohl

Demofabrik von Remmel ist jetzt komplett

Erstellt:

Von: Volker Griese

Kommentare

Eine 18 Tonnen schwere Maschine hat ein Kran am Donnerstagmorgen an der Gildestraße vom LKW gehoben. Anschließend wurde sie in die Demofabtrik der Firma Remmel integriert. Mitarbeiter von Remmel Consulting haben die neue Maschine aufgestellt und in Betrieb genommen.
Eine 18 Tonnen schwere Maschine hat ein Kran am Donnerstagmorgen an der Gildestraße vom LKW gehoben. Anschließend wurde sie in die Demofabtrik der Firma Remmel integriert. Mitarbeiter von Remmel Consulting haben die neue Maschine aufgestellt und in Betrieb genommen. © Remmel

Die Firma Remmel Consulting am Kettling hat am Donnerstagmorgen eine 18 Tonnen schwere Drehmaschine erhalten. Sie komplettiert die Demofabrik für digitale Zerspanung, die Remmel vor etwas mehr als fünf Monaten eröffnet hat.

Werdohl - Der Technologieberater Ulrich Remmel hatte das Konzept für die Demofabrik über mehrere Jahre entwickelt und letztlich zusammen mit 40 Partnern aus der Maschinenbau- und Digitalisierungsbranche umgesetzt. Mit dem nach Firmenangaben deutschlandweit einzigartigen Projekt möchte Remmel Zerspanungsbetrieben die Angst vor dem Schritt in die Digitalisierung nehmen.

Die am Donnerstag angelieferte Drehmaschine des italienischen Herstellers Sala komplettiert nun die Demofabrik. Bei der Maschine handelt es sich um einen sogenannten Mehrspindler, also einen Drehautomaten, der in der Lage ist, mehrere Bearbeitungsoperationen simultan abzuarbeiten. In der Praxis bedeutet das einen Zeitvorteil, der höhere Stückzahlen bei gleichzeitig geringerem Personalaufwand ermöglicht. Das Ergebnis ist eine kostengünstige Fertigung von Drehteilen.

Die neue Maschine mit vier vertikal angeordneten Spindeln produziere nach einem weltweit einmaligen Konzept, schwärmt Remmel. „Die Schneide fährt nicht, wie beim Drechseln, zum rotierenden Werkstück, sondern die Spindel mit dem Werkstück wird an die Schneide geführt. Dadurch kann sie mehr Kraft entfalten“, beschreibt er den Vorgang. Nach Herstellerangaben sei diese Maschine die schnellste ihrer Klasse. Durch das hohe Gewicht von 18 Tonnen ergebe sich die besondere Stabilität, was sich positiv auf die Standzeit der Schneidwerkzeuge auswirke.

Ein hervorstechendes Merkmal des Sala-Mehrspindlers sei die kurze Rüstzeit von nur rund 15 Minuten, erklärt Remmel weiter. „Zusätzlich besteht die Möglichkeit, auf den zwei Spindelpaaren sortenunrein zu fertigen oder parallel zu rüsten, während 50 Prozent der Fertigung noch läuft“, hebt er außerdem die Flexibiltät der Maschine hervor.

Mit Maschinen wie dieser plant Remmel die „Dreherei der Zukunft“, in der Material in einem intelligenten Verfahren zur rechten Zeit an den richtigen Ort transportiert wird und auch der restliche Prozess vollautomatisiert ablaufen kann, ohne dass ein Mensch ein Werkstück noch in die Hand nehmen muss. Maschinen wie die neue Sala Linea Spindle könnten sogar dazu beitragen, den Fachkräftemangel aufzufangen, erklärt Remmel: Es würden nicht mehr unbedingt speziell ausgebildete Beschäftigte benötigt, um diesen Mehrspindler zu bedienen.

Eine skalierbare Variante der „Dreherei der Zukunft“ wird gerade in Remmels Demofabrik in einer 3D-Simulation entwickelt und soll am Mittwoch, 30. März, zur Eröffnung des Sala-Vorführzentrum Deutschland vorgestellt werden. „Die Simulation zeigt Laufzeiten in Echtzeit, Prozessstatistik, Intralogistik, Toolmanagement, Automatisierung und noch vieles mehr“, erklärt Ulrich Remmel, was den Besuchern aus ganz Nordrhein-Westfalen, aber auch aus Baden-Württemberg und Bayern, die er zu diesem Anlass an der Gildestraße erwartet, präsentiert werden soll.

Auch interessant

Kommentare