Ende nach 44 Jahren

Drama für Werdohl und das Lennetal: WK Warenhaus schließt

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Das WK Warenhaus am Brüninghaus-Platz am späten Mittwochabend: Drinnen erfuhren die etwa 100 Verkäuferinnen, dass das Geschäft Ende Juni  für immer schließen wird. 

Diese Nachricht trifft Werdohl so schlimm wie kaum etwas zuvor: Das WK Warenhaus wird Ende Juni nach 44 Jahren geschlossen. Gesellschafterin Silke Krischer-Schnückel sprach am Mittwochabend nach Geschäftsschluss vor der versammelten Mannschaft. Niemand konnte es fassen, keiner hatte das geahnt. Tränen flossen. Ein Drama.

  • Das WK Warenhaus in Werdohl schließt. 
  • Mitarbeiter erfuhren davon in einer Betriebsversammlung am Mittwochabend.
  • Der Schock bei der Belegschaft des WK Warenhauses sitzt tief.

Werdohl - Den ganzen Tag über herrschte angespannte Stimmung im WK Warenhaus, die Mitarbeiterinnen waren zur Betriebsversammlung einbestellt worden. Weil es sonst keine solchen Versammlungen gibt, schwante niemandem etwas Gutes. Kurz nach 19 Uhr war die Hiobsbotschaft verkündet: Das Haus wird zum Sommer schließen, die Gesellschafter sehen überhaupt keine Chance, das Warenhaus weiter wirtschaftlich führen zu können.

Das WK Warenhaus ist eine GmbH und Co. KG, geschäftsführende Gesellschafterin ist Silke Krischer-Schnückel aus Unna. Sie führt auch die Geschäfte der Modehäuser Schnückel in Unna und Bergkamen

Digitaler Handel hat WK Warenhaus Frequenzverlust beschert

Peter Ebener ist angestellter Geschäftsführer beim WK Warenhaus, aber kein Gesellschafter. Krischer-Schnückel sagte am Abend, dass der wachsende digitale Handel und der damit verbundene Frequenzverlust die Hauptursache für die bevorstehende Schließung seien. Auch die mehrmonatige Baustelle auf dem Brüninghaus-Platz habe das Geschäft erheblich beeinträchtigt.

Das Warenhaus mit Bäckerei-Café und der angrenzende Quick-Schuh-Laden liegen unmittelbar am Brüninghaus-Platz. 

Das Geschäftsmodell „Kaufhaus“ habe keine Perspektive mehr und sei deshalb in den vergangenen drei Jahren ausgiebig geprüft worden. Die Gesellschaft habe nichts unversucht gelassen, um eine Perspektive für das angesehene und in der Werdohler Bevölkerung fest verankerte Warenhaus zu finden.

Im WK Warenhaus: Rewe-Markt hat Sorgen bereitet

Große Sorgen hat offensichtlich der Rewe-Lebensmittelmarkt gemacht: Um wettbewerbsfähig zu bleiben, habe man den Markt neu positionieren müssen. Die dafür erforderlichen „hohen Umstrukturierungskosten“ und die „nicht unerheblichen Verluste der letzten Jahre“ seien ausschlaggebend dafür gewesen, dass die Gesellschafterversammlung am 22. Januar die Liquidation zum 30. Juni beschlossen habe. Betroffen ist auch der Quick-Schuh-Lade n. Im Haus gibt es noch das selbstständige Bäckerei-Café von Vielhaber und den Schuh- und Schlüsseldienst Pfeifer.

Ein Anzeichen war, das auffällig wenig Frühjahrsmode eingekauft worden war.

Krischer-Schnückel: „Alle Mitarbeiter, viele seit Jahrzehnten bei uns, zu kündigen, ist auch für uns der schwerste Schritt, den wir gehen müssen. Das Team hat sich jederzeit für das Unternehmen eingesetzt und sein Bestes gegeben. Wir bedauern die Konsequenzen für jeden einzelnen Mitarbeiter.“ Der Kontakt zur Arbeitsagentur sei bereits hergestellt: „Wir hoffen, dass alle Mitarbeiter schnell wieder eingegliedert werden können.“

Die geschäftsführende Gesellschafterin kündigte an, dass an einer Folgenutzung der zentral und stadtbildprägenden Immobilie gearbeitet werde. Dabei werde man sich mit der Stadtverwaltung und der Bauabteilung absprechen.

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