Lehrerinnen quietschfidel im Schwimmbecken

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Die Lehrerinnen zeigten, dass sie auch den Abschleppgriff beherrschten. ▪

WERDOHL ▪ Auch wenn die Frauengruppe im Ütterlingser Freibad am Donnerstag viel Freude im Schwimmbecken hatte, ging es um mehr, als nur Spaß zu haben. Die Lehrerinnen lernten im Rahmen des Qietschfidel-Projektes wie sie im Ernstfall im Wasser jemanden retten können.

Dieser Kursus rundet das Projekt, bei dem es vor allem darum geht, Kindern die Angst vor Wasser zu nehmen und ihnen schon in jungen Jahren das Schwimmen beizubringen, ab. Die zehn Teilnehmerinnen am gestrigen ersten Teil waren Grundschullehrerinnen, die für die Betreuung des Schwimmunterrichts die sogenannte Rettungsfähigkeit erwerben und alle drei Jahre auffrischen müssen.

„Zum Teil sind die Lehrkräfte hier heute morgen mit flauem Magen angekommen“, meint Andreas Conrad, Übungsleiter und erster Vorsitzender der DLRG Werdohl schmunzelnd. Einige seien sogar in den Tagen zuvor schon einmal ins Freibad gekommen, um für den Kursus zu üben.

Was die Frauen dann unter den wachsamen Augen von Conrad sowie Peter Schröder, Katja Neuhaus und Karin Conrad üben mussten, sei das „Rundum-Paket“ für Rettungsmaßnahmen im Wasser. Zunächst galt es, eine etwa gleich schwere Teilnehmerin im Abschleppgriff über eine Distanz von 15 Metern durch das Becken zu ziehen. Nach einem Sprung vom Beckenrand mussten die Frauen noch 200 Meter in weniger als sieben Minuten zurücklegen. Auch den Sprung vom Ein-Meter-Brett bewältigten die Lehrerinnen ohne Probleme.

Vor allem das Tauchen bereitete einigen Teilnehmern im Vorfeld so viele Sorgen, dass sie sich eigens auf diese Aufgabe vorbereiteten. Mindestens zehn Meter zu tauchen schafften aber dann am Ende auch alle. Während bei den meisten Übungen der Spaß nicht zu kurz kam, war vor allem bei einer Aufgabe die Stimmung dann kurzzeitig getrübt: Ein fünf Kilogramm schwerer Gegenstand musste aus drei bis fünf Metern Tiefe heraufgeholt und am Beckenrand abgelegt werden. „Es kann auch vorkommen, dass ein Kind bewusstlos auf dem Boden des Beckens liegt“, beschreibt Conrad den ernsten Hintergrund der Übung.

Wie sie Umklammerungen, die im Wasser sehr gefährlich sind, vermeiden oder sich gegebenenfalls aus einem solchen Griff befreien können, zeigten die Frauen ebenfalls. Außerdem mussten sie noch beweisen, dass sie Erste Hilfe leisten und einen Menschen auch wiederbeleben können.

Am Ende des Kurses war die Stimmung unter den Teilnehmerinnen besonders gelöst: Alle bestanden und bekamen von Conrad die Bescheinigung zur Rettungsfähigkeit überreicht. Zwei Lehrerinnen von der katholischen Grundschule, sowie acht von der Gemeinschaftsgrundschule bestanden gestern den Kurs, heute stellen sich noch Lehrkräfte von der evangelischen Grundschule den Aufgaben.

Im Herbst soll dann auch ein ähnlicher Kurs für Erzieher stattfinden. Außerdem wird die DLRG wieder die Wassergewöhnung für Kleinkinder anbieten. Wahrscheinlich, so Conrad, werde dann auch das Fernsehen zu Gast sein.

Die Organisatoren die hinter dem Projekt Quietschfidel stecken, lassen nichts unversucht, um ihre Arbeit bekannter zu machen und vor allem auch mehr Eltern zu erreichen, erklärt der engagierte Schwimmer.

Von Andrea Mackenbruck

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