Diskussion der Kandidaten: Nur wenige Reibungspunkte

+

Werdohl - Dass Silvia Voßloh und Matthias Wershoven „hoffentlich Farbe bekennen“ würden, hatte sich Hans-Joachim Hultsch vom Bürgerstammtisch für die Diskussion am Montagabend gewünscht. Doch abgesehen vom Jugendraum in Pungelscheid zeigte sich nur in Sachen Integration und AfD der Ansatz einer Kontroverse.

Das Thema Integration brachte Silvia Voßloh selbst auf den Tisch. „Was sind für Sie wichtige Werdohler Themen – abgesehen von Geld und Stadtumbau?“, hatte Moderator Matthias Alfringhaus die Bewerber um das Bürgermeisteramt gefragt. Und welche Ideen sie denn hätte, um da die Situation zu verbessern? „Wir leben in Werdohl schon Integration, gerade in den Sportvereinen“, fand Voßloh.

Das sah ihr Konkurrent Matthias Wershoven nicht so. „Ja, wir leben friedlich miteinander – aber noch nicht so gut zusammen“, sagte der Sozialdemokrat. „Es läuft alles noch parallel, jeder besucht nur seine eigenen Veranstaltungen.“ So habe er sich zum Beispiel gewünscht, dass die Ditib ein Team bei der Ruderregatta stellen sollte, als diese Veranstaltung noch stattfand. Es gebe auf beiden Seiten noch viele Vorurteile, die er beseitigen wolle.

Uneins waren die Kandidaten auch über den Umgang mit der AfD. Diese Partei habe ja bei der Europawahl kein schlechtes Ergebnis erzielt, sagte Matthias Alfringhaus. „Kann man mit denen reden und sich politisch mit ihnen auseinandersetzen?“, fragte der Moderator. „Nein“, bezog Matthias Wershoven klar Stellung.

„Man muss mit allen reden und sich dann ein Urteil bilden“, widersprach Silvia Voßloh, einige Zuhörer applaudierten. Ein Mann aus dem Publikum wollte es aber genauer wissen. „Würden Sie auch mit offensichtlich rechtsradikalen Parteien reden?“, fragte er die CDU-Kandidatin. Da würde sie es so halten, wie es einmal in Lüdenscheid geschehen sei, sagte Voßloh. Eine Diskussion sei geplant gewesen, an der auch ein NPD-Kandidat teilnehmen sollte. Die anderen Teilnehmer hätten sich darauf verständigt, die Diskussion nicht stattfinden zu lassen. „Da wurde auch geredet, aber eben mit den anderen“, schloss Voßloh.

Diskussion der Bürgermeister-Kandidaten

Bis zur Stichwahl am 15. Juni wollen beide Kandidaten noch einmal Gas geben. Er sehe noch Potenzial bei denen, die am 25. Mai noch gar nicht abgestimmt hätten, sagte Matthias Wershoven. Immerhin sei ja nur die Hälfte der Bürger zur Wahl gegangen. Auch von denen, die im Mai für einen der parteilosen Bewerber gestimmt hätten, könne er sicherlich noch Wähler für sich gewinnen.

Auch Silvia Voßloh will sich nicht ausruhen. „Man fängt wieder bei null an, ich nehme meinen Vorsprung ja nicht mit“, sagte die Kandidatin. An ihren Infoständen leiste die CDU im Moment vor allem Aufklärungsarbeit zu den Gründen der Stichwahl, den Wahlbenachrichtigungen und anderen Fragen.  - Von Constanze Raidt

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare