Werdohler Schullandschaft: WBG will eine Entscheidung

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WBG-Fraktionsvorsitzender Volker Oßenberg will konkret in diesem Jahr eine Entscheidung über die Zukunft der Schullandschaft in Werdohl herbeiführen.

Werdohl - Die Werdohler Bürger-Gemeinschaft hat den Aufschlag in Sachen Schullandschaft gemacht: Fraktionsvorsitzender Volker Oßenberg erklärte gegenüber unserer Zeitung, dass die WBG noch in diesem Jahr eine zukunftsweisende Lösung für die Eltern der Stadt herbeiführen wolle.

Beide Schulformen – Realschule als Halbtagsschule und Gesamtschule als Ganztagsschule mit dem Weg zum Abitur – sollen mit eigenständigen Profilen erhalten bleiben. Der Standort Köstersberg müsse wohl aus finanziellen Gründen diskutiert werden.

Die Stadt Werdohl könne nichts dafür, dass Land und Bezirksregierung in unmittelbarer Nachbarschaft ähnliche Schulformen zugelassen haben und Werdohler Schulen damit weniger Zulauf hätten. Bekanntlich gibt es in Neuenrade eine Gemeinschaftsschule und in Altena eine Sekundarschule.

Oßenberg, selbst Berufsschullehrer: „Schüler aus anderen Städten fehlen an unseren Schulen in Werdohl.“ Die Realschule als Halbtagsschule sei die stärkste Schulform in Werdohl, so sieht Oßenberg auch die erste Präferenz der WBG. Aber auch die Gesamtschule als Ganztagsschule sei in Werdohl unbestritten. Beide Formen sollten deshalb erhalten bleiben.

Planungssicherheit für die Eltern

Inwieweit das mit der neuen Landesregierung möglich ist, müssten die Parteien mit Vertretern in Düsseldorf herausfinden. Ebenso die Verwaltung müsse sich bei der Landesregierung für den Erhalt beider Schulformen in Werdohl einsetzen. „Wir möchten in allererster Linie Planungssicherheit für die Eltern bekommen“, so Volker Oßenberg. Im Laufe des Jahres 2018 müsse abgeklärt werden, welche Schule an welchem Ort in der Stadt in der Zukunft bestehen bleibe.

Oßenberg: „Ich habe selbst noch schulpflichtige Kinder, ich kann die Sorgen der Eltern gut verstehen.“ Ratsmitglieder anderer Fraktionen schienen ihm „weit weg von der Materie“ zu sein. Die gesamte WBG werde sich deshalb mit interessierten Eltern zusammensetzen, um ein Stimmungsbild zu bekommen. „Wir wollen die Eltern mit ihren Sorgen, Nöten und Ängsten hören“, so Oßenberg.

Man kann es nicht allen recht machen

Dass man es am Ende nicht allen recht machen könne, ist ihm wohl bewusst. „Es wird im Rat eine Entscheidung geben, die nicht allen Teilen der Bevölkerung gefallen wird.“ Ein Teil der Eltern werde sich in der zu treffenden Entscheidung nicht wiederfinden. Es müsse aber abgewägt werden, was die Stadt brauche und was sich die Stadt leisten könne.

Neben den Eltern gehe es der WBG auch um die in Werdohl beschäftigten Lehrerinnen und Lehrer: Auch die wollten eine zukunftssichere und vernünftige Entscheidung. Um diese Entscheidung zu treffen, habe der Rat noch ein gutes halbes Jahr lang Zeit. Einen Schnellschuss, wie ihn die SPD vor einiger Zeit im Rat habe durchsetzen wollen, gebe es mit der WBG nicht.

Allerdings müsse die Frist bis Herbst 2018 eingehalten werden. Oßenberg: „Ich bin seit fünf Jahren im Rat, so lange schieben wir das Thema vor uns her.“ Bislang habe seine Fraktion diese Verschiebung mitgetragen – damit sei jetzt Schluss. Im nicht-öffentlichen Arbeitskreis Schule sei ein Konsens aller Fraktionen angestrebt worden, der bis heute nicht erreicht wurde. „Wir wollen das jetzt nicht mehr, vielleicht haben wir da zu lange mitgemacht“, so sei die neue Marschrichtung der WBG.

G9-Vorteil fällt für die Gesamtschule weg

Oßenberg: „Ich habe keine persönliche Bindung an eine bestimmte Schulform.“ Ob die Realschule am Köstersberg bleiben könne, müsse auch unter finanziellen Gesichtspunkten beurteilt werden.

Seine ganz persönliche Vision sei die Stärkung der Gesamtschule als Ganztagsschule durch die Realschule, die als Halbtagsschule bleibe. Auch Kooperationen mit anderen Schulformen könne er sich vorstellen: „Eine Fußballschwerpunktschule ist vielleicht auch eine Idee.“ Auch ein Technologiezentrum schwebe ihm vor.

Zweite Priorität habe der Erhalt des Abiturs. Bislang laufe die Sekundarstufe II der Gesamtschule auch deshalb gut, weil sie eine Alternative zum G8-Abitur darstelle. Da bald flächendeckend wieder auf das G9-Abitur umgestellt werde, entfalle dieser Werdohler Vorteil gegenüber den umliegenden Gymnasien.

Oßenberg wünscht sich einen gemeinschaftlichen Ratsbeschluss: „Alle Fraktionen müssen sich dazu ein Stück bewegen. Wenn es ein Verharren der beiden großen Fraktionen gibt, wird es nicht gelingen.“

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