Diskussion um Tempo-30-Zone: Verwaltung will Ütterlingsen im Auge behalten

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Seit einiger Zeit wird in Werdohl über die Einrichtung einer Tempo-30-Zone vor der Kita Wunderkiste diskutiert.

Werdohl - „Wir lassen die Kinder nicht allein. Die Stadt ist nicht alleine entscheidungsbefugt und wir haben rechtlich keine anderen Möglichkeiten.“ Das unterstrich Fachbereichsleiter Thomas Schroeder am Dienstag im Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung im Zuge der Diskussion um die Einrichtung einer Tempo-30-Zone in Höhe der Kindertagesstätte Wunderkiste an der Bundesstraße 236.

Zuvor hatte sich SPD-Mitglied Volkmar Güldner-Rademacher beschwert, die Verwaltung gehe nicht richtig mit den Ängsten der Eltern um, und der SPD-Antrag sei zu lapidar abgelehnt worden. WBG-Mitglied Klaus-Dieter Frick kritisierte gar, die Kinder würden alleine gelassen. Thomas Schroeder wies erneut auf rechtliche Gründe hin, die gegen die Einrichtung einer Tempo-30-Zone sprechen würden. Wie schon in der Vorlage der Verwaltung erläutert, müsse die Aufstellung eines Verkehrszeichens zwingend erforderlich sein, damit die Maßnahme einer gerichtlichen Prüfung standhalte. Die beteiligten Behörden seien zu dem Ergebnis gekommen, dass dies in Ütterlingsen nicht der Fall sei (wir berichteten). Schroeder ergänzte: „Kein Kind kommt alleine in den Kindergarten, alle werden gebracht.“ Genau das sei der gefährlichen Situation geschuldet, meinte WBG-Ratsherr Volker Oßenberg. Thomas Schroeder hielt dagegen: „Für einen Kindergarten ist es eher untypisch, dass die Kinder alleine kommen. In der Grundschule sieht das schon anders aus.“

Jürgen Neumann (FDP) schlug vor, eventuell einen Zebrastreifen als zusätzliche Querungshilfe auf der Fahrbahn aufzubringen: „Falls das erlaubt ist.“ Der Ausschussvorsitzende Jürgen Henke (SPD) erklärte: „Rechtlich ist es uns lediglich möglich, Piktogramme auf der Fahrbahn aufzubringen.“ So könne man die Verkehrsteilnehmer zumindest sensibilisieren.

CDU-Politiker Christoph Plaßmann schlug vor, die Verantwortlichen des Kreises um die Aufstellung von Radaranlagen in Höhe des Kindergartens zu bitten. Auch das sei voraussichtlich nicht von Erfolg gekrönt, stellte die Bürgermeisterin fest. Allerdings versprach sie, die Verwaltung werde den Bereich in Ütterlingsen im Auge behalten – auch mit Blick auf den geplanten Lenneradweg und den Neubau des Hallenbades. Sobald sich dort die Voraussetzungen geändert hätten, werde die Verwaltung handeln. Als Sofortmaßnahme werden nun nach dem Willen der Ausschussmitglieder Piktogramme auf die Fahrbahn aufgebracht. Außerdem soll ein Geschwindigkeitsdisplay die Kraftfahrer an die zulässige Höchstgeschwindigkeit erinnern. Darüber hinaus sollen die Markierungen rund um die Sperrflächen und die Querungshilfe erneuert werden. Die bereits vorhandenen Verkehrsschilder würden gelegentlich gegen reflektierende Schilder getauscht.

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