Digitale Ratsarbeit und iRICH

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So wird das neue Ratsinformationssystem (links) aussehen, sobald es für die Öffentlichkeit freigeschaltet wird. Mit der App „iRICH“ können Ratsmitglieder auf Unterlagen zugreifen.

Werdohl - Eine Übersicht über alle politischen Gremien, Namen und Kontaktdaten der Ratsmitglieder sowie Unterlagen für die Rats- und Ausschusssitzungen: Diese Informationen stellt die Stadtverwaltung demnächst über ein neues Ratsinformationssystem zur Verfügung.

Das System sei im Grunde startklar, sagt Reinhardt Haarmann von der Abteilung Service. Es fehlen nur noch ein paar Schulungen für die Rathausmitarbeiter. Die Umstellung auf das neue System ist ein weiterer Schritt weg vom Papier. Denn Vorlagen für Rat und Ausschüsse mussten früher ausgedruckt werden. Sie durchliefen in Mappen das Rathaus, um genehmigt und unterschrieben zu werden. Diese Schritte funktionieren bald elektronisch, kündigt Haarmann an. „Irgendwann erfolgt dann die Freigabe des Dokuments durch die Bürgermeisterin und die Unterlagen erscheinen im Ratsinformationssystem“, erläutert der Verwaltungsmitarbeiter.

Wann das System auf der Internetseite der Stadt verfügbar sein wird, ist noch unklar. Der für Werdohl zuständige Mitarbeiter der Bielefelder Firma Sternberg Software-Technik sei längere Zeit ausgefallen. Die Ratsmitglieder können sich trotzdem schon seit ungefähr drei Wochen mit dem Programm vertraut machen. Sie haben persönliche Zugangsdaten bekommen; nach der Anmeldung finden sie auch nicht-öffentliche Unterlagen im System.

Nicht nur im Internet stehen den Politikern Informationen zur Verfügung. Über die App „iRICH“ können sie diese auch auf ihre Tablet-Computer laden und mit persönlichen Notizen ergänzen. „Die App funktioniert offline“, erklärt der Mitarbeiter der Stadtverwaltung. „Wenn ein Ratsmitglied sich mit seinem iPad anmeldet, aktualisiert die App automatisch die Daten.“ So können die Politiker vor jeder Gremiensitzung zuhause alle Unterlagen auf ihrem Computer speichern und brauchen während der Sitzung keinen Internetzugang.

Ein W-Lan-Netz wird es im Ratssaal trotzdem geben. „Das brauchen wir manchmal für Veranstaltungen oder Präsentationen“, nennt Reinhardt Haarmann einen Grund. Auch die Ratsmitglieder können diesen Internetzugang nutzen, um zu recherchieren. Die Sicherheitsvorkehrungen sind streng. Jeder Computer der Politiker bekommt eine statische IP-Adresse, die eingetragen wird. Nur diese erhalten Zugriff auf das Internet. „Es soll kein öffentliches Netz sein“, sagt Haarmann. Schließlich gehe es um sehr sensible Daten. „Außerdem wollen wir die Datenmengen im Griff behalten.“ - Constanze Raidt

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