Bahnhofsumbau mit der Kamera fest im Blick

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Die beiden Werdohler Bernd Dunkel (links) und Dieter Zoppa kommen regelmäßig zum Bahnhof, um die Baufortschritte mit der Kamera festzuhalten. So soll eine Dokumentation über den Umbau entstehen.

WERDOHL ▪ Zehn Stunden Videomaterial vom Umbau des historischen Werdohler Bahnhofsgebäudes haben Dieter Zoppa und Bernd Dunkel bereits aufgenommen. Die beiden Werdohler haben ein Ziel: Sie wollen den Sanierungsprozess des alten Gemäuers, das im kommenden Frühjahr in neuem Glanz erstrahlen soll, in einem etwa einstündigen Film für die Nachwelt festhalten.

Von Ute Heinze

„Durch die Innenstadtsanierung Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre hat die Stadt ihr Gesicht komplett verändert“, sagt der 68-jährige Bernd Dunkel. Dass es über die damalige Stadtsanierung keine umfassende Publikation gebe, die den Zustand vorher, nachher und während der Umbauphase dokumentiere, bedauern Zoppa und Dunkel. „Das ist wirklich sehr schade“, sind sich die beiden Nachbarn aus dem Wacholderweg einig. Deshalb haben sie beschlossen, die Verwandlung des Bahnhofes im Rahmen des Stadtumbaus West in bewegtem Bild und Ton festzuhalten. Nachdem die ersten Kontakte zu den Verantwortlichen im Rathaus geknüpft waren, die gegen die Idee nichts einzuwenden hatten, machten sich Zoppa und Dunkel erstmals mit Kamera und Stativ auf den Weg in das altehrwürdige Gebäude. „Die ersten Aufnahmen entstanden, kurz nachdem die Ein-Euro-Jobber den Bahnhof vor etwa zwei Jahren ausgeräumt hatten“, erinnert sich Zoppa. Damals machten die beiden Männer sich auch auf die Suche nach alten Ansichten und Plänen vom 1862 errichteten Bahnhofsgebäudes. „Schließlich soll auch die Historie mit in den Film einfließen“, berichtet Zoppa. Vor allem Hans-Werner Turk sei bei der Recherche behilflich gewesen ebenso wie das Ehepaar Menzel.

„Manchmal sind wir alle vier Wochen im Bahnhof, manchmal nur jedes Viertel- jahr. Je nachdem welche Arbeiten gerade durchgeführt werden“, erklärt Zoppa das Procedere. Meist melde sich Stadtplaner Stefan Groß und informiere über sehenswerte Neuigkeiten im Bahnhof wie beispielsweise den kürzlich vorgenommenen Einbau des Aufzuges.

Auch wenn Zoppa und Dunkel schon über zehn Stunden Material zusammengetragen haben: Der spätere Film soll, da sind sie sich sicher, auf keinen Fall länger als eine Stunde dauern. Schließlich solle sich das spätere Publikum nicht langweilen. Mit dem eigentlichen Filmschnitt wollen die beiden Rentner nach der offiziellen Eröffnung des Bahnhofes im kommenden Frühjahr beginnen. „Vielleicht können wir noch einen Vertreter des Heimatvereins und einen Vertreter der Stadt gewinnen, die uns bei der Auswahl der einzelnen Sequenzen helfen“, sagt Zoppa. Das Material, das keinen Eingang in die Dokumentation finde, solle archiviert werden.

Während der 71-jährige Zoppa die einzelnen baulichen Veränderungen im Bahnhofsgebäude mit der Kamera für die nachfolgenden Generationen von Werdohlern festhält, kümmert sich der 68-jährige Bernd Dunkel um die schriftliche Dokumentation. „Bernd weiß sehr viel über die Geschichte des Bahnhofes und wird den erklärenden Text für den Film liefern“, erläutert Zoppa die Arbeitsteilung.

Seit 25 Jahren ist Zoppa passionierter Hobbyfilmer. Vor allem während seiner zahlreichen Reisen, unter anderem nach China, Russland und Afrika, hat Zoppa für den privaten Gebrauch gedreht. „Wenn ich zwei Wochen unterwegs war, dauert es manchmal ein halbes Jahr, bis der Film endlich fertig ist“, berichtet Zoppa. Das Schwierigste bei der ganzen Sache sei, das Material zu kürzen, weiß Zoppa aus Erfahrung. Auch bei dem geplanten Film über den Werdohler Bahnhof werde das sicher die größte Herausforderung, die wohl eine relativ lange Zeit in Anspruch nehmen werde.

Die beiden Freunde aus dem Wacholderweg sind vor allem von der Größe des Bahnhofes fasziniert. Der schlechte Zustand, indem sich das Gebäude befand, habe sie hingegen schockiert. „Was hinter den Dachfenstern alles verrottet war“, ist Dunkel immer noch ganz überrascht über den Baufortschritt. „Als ich das erste Mal die Pläne des zuständigen Architekturbüros gesehen habe, konnte ich mir gar nicht vorstellen, dass das überhaupt so zu realisieren ist“, erinnert sich Zoppa, der sich schon auf die offizielle Eröffnung des Bahnhofsgebäudes im kommenden Frühjahr freut. Dann wird er wieder gemeinsam mit Bernd Dunkel und dem Kameraequipment seinen Beobachterposten beziehen und den historischen Moment für die Nachwelt festhalten.

Ob die beiden filmbegeisterten Werdohler auch die Realisierung der anderen Projekte des Stadtumbaus West in der Stadt an Lenne und Verse, wie beispielsweise die Umgestaltung des Brüninghaus-Platzes, festhalten werden, darüber haben sie sich noch keine Gedanken gemacht. Vorstellen könnten es sich die beiden Freunde aber.

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