Diese Werdohler haben einen eigenen Wikipedia-Eintrag

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Sternekoch Denis Feix stammt aus Werdohl.

Werdohl - Starkoch, Bundesanwalt, Schauspieler: Verteilt in der Welt, daheim in Werdohl. Überraschend, wie viele Werdohler einen eigenen Wikipedia-Eintrag haben.

Manche bekannte Söhne der Stadt haben Straßen (Otto Spelsberg) oder Plätzen (Alfred Colsman) ihre Namen gegeben. Aber auch jene, die (noch) nicht öffentlich verewigt wurden, finden Erwähnung: In der digitalen Enzyklopädie Wikipedia werden unter „Werdohl“ 24 Persönlichkeiten gelistet, die demnach in dieser Stadt geboren wurden, dazu drei, die in Werdohl gewirkt oder gelebt haben. 

In Verbindung zu Werdohl aufgeführt sind bei Wikipedia beispielsweise der Adelige undPolit-Abenteurer Theodor von Neuhoff (1692 bis 1755), der ehemalige Landrat Fritz Thomée (1862 bis 1944) und die bereits verstorbenen Unternehmer Hans Vossloh (1918 bis 2009) und Arnold Menshen (1928 bis 2012). All das sind Namen, die den meisten Werdohlern ein Begriff sind. 

Onur Bulut (links) ist Werdohler Fußballer in Diensten des Drittligisten Eintracht Braunschweig

Auch der Fußballspieler Onur Bulut gehört dazu. Er lernte das Kicken bei der FSV Werdohl, wechselte dann zu den SF Oestrich, später zunächst zum VfL Bochum und dann in die Bundesliga zum SC Freiburg. Seit Januar 2018 spielt der Mittelfeldspieler beim Drittligisten Eintracht Braunschweig. 

Bei Wikipedia erwähnt werden natürlich auch der in Werdohl geborene Industrielle und Gründer der Honselwerke, Fritz Honsel (1888 bis 1964), der Architekt und Kunstmaler Paul Seuthe (1909 bis 1997) und der Diplomat und derzeitige deutsche Botschafter in Ruanda,Peter Woeste (geboren 1959 in Werdohl), der übrigens 1995 den ersten deutschsprachigen Reiseführer über die Mongolei verfasst hat. 

Doch es gibt auch bekannte Werdohler, deren Namen in ihrer Geburtsstadt keinen besonderen Klang haben. Der Name Irene Dingel beispielsweise dürfte den meisten Werdohlern nichts sagen. 1956 in Werdohl geboren, ist sie heute eine anerkannte Kirchenhistorikerin und evangelische Theologin. Seit 1998 hat sie die Professur für Kirchen- und Dogmengeschichte an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Als Direktorin der Abteilung für Abendländische Religionsgeschichte leitet sie seit 2005 das Leibniz-Institut für Europäische Geschichte in Mainz. 

Professor Dr. Irene Dingel ist Mitglied verschiedener wissenschaftlicher Akademien. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf der Geschichte der Reformation und des konfessionellen Zeitalters. 

Ebenfalls kaum bekannt in Werdohl ist der ArchäologeErnst Dieter Hertel. 1948 in Werdohl geboren, nahm er 1968 das Studium der Klassischen Archäologie, Alten Geschichte und Latinistik auf. Heute gilt er als Fachmann für die römische Porträtplastik und die Archäologie Nordwest-Kleinasiens. 

Professor Dr. Ernst-Dieter Hertel hat an mehreren Ausgrabungen in Troja teilgenommen und mehrere Bücher zu dieser Thematik veröffentlicht. Er gehört zu den Kritikern einer allzu historischen Interpretation von Homers Schilderungen des Trojanischen Krieges. 

Durch seine kontrovers diskutierten wöchentlichen Kolumnen „Fischer im Recht“ auf „Zeit Online“ sowie durch Fernsehauftritte istThomas Fischer einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Seit August 2018 schreibt Fischer die Kolumne „Recht haben“ für „Spiegel Online“. Doch wer weiß schon, dass der Jurist 1953 in Werdohl geboren wurde? 

Aufgewachsen ist er allerdings bis 1969 in Finnentrop-Rönkhausen. „Werdohl habe ich seither nicht mehr gesehen“, hat er kaum Erinnerung an seine Geburtsstadt. Er besuchte Gymnasien in Plettenberg und Friedberg (Hessen), brach aber in der zwölften Klasse ab und arbeitete danach unter anderem als Schreiner, Musiker und Paketzusteller. 1975 legte er doch noch das Abitur ab, wurde danach zur Bundeswehr eingezogen, wechselte aber nach vier Monaten in den Zivildienst und begann 1976 ein Germanistik-Studium, das er aber nicht zu Ende führte. 

Thomas Fischer: Der Werdohler war Richter am Bundesgerichtshof.

Stattdessen studierte er ab 1980 Rechtswissenschaften und Volkswirtschaftslehre. Von 2000 bis zum Eintritt in den vorzeitigen Ruhestand vor zwei Jahren war er Richter am Bundesgerichtshofs. Heute lebt der auch gerne schon einmal als „Rocker am Gerichtshof“ bezeichnete Rechtswissenschaftler in Baden-Baden und verfasst einen jährlich überarbeiteten Standard-Kurzkommentar zum Strafgesetzbuch. Im Oktober 2018 hat er das Buch „Über das Strafen: Recht und Sicherheit in der demokratischen Gesellschaft“ veröffentlicht.

Zu einem eigenen Wikipedia-Eintrag hat es auch der 1975 in Werdohl geborene Denis Feix gebracht, der heute einer der besten Köche Deutschlands ist. Seine Ausbildung absolvierte er Anfang der 1990er Jahre im Neuenrader Kaisergarten, danach zog es ihn weg aus dem Sauerland: Dortmund, Essen, Ravensburg, Bad Griesbach und Eltville-Erbach waren nur einige berufliche Stationen. 

Heute führt er in Stuttgart das Nobel-Restaurant Zirbelstube im Althoff-Hotel Am Schlossgarten. 2008 erhielt er den ersten, 2012 den zweiten Stern im Guide Michelin. 2016 hat er ein eigenes Kochbuch („Kochkunst“) herausgegeben. Seine Philosophie ist die facettenreiche Zubereitung von möglichst nur drei Grundprodukten auf dem Teller. Und seine eigene Leibspeise ist, das hat er einmal in einem Interview verraten, „Pfannkuchen von meiner Mutter“. 

Als Übersetzerin hat es Waltraud Hüsmert zu einigem Ansehen gebracht. Sie wurde 1951 in Werdohl geboren und studierte nach dem Abitur Niederlandistik, Germanistik und Kunstgeschichte. Sie lebt heute in Berlin und übersetzt literarische und wissenschaftliche Werke aus dem Niederländischen und Englischen ins Deutsche. 

Für ihre Übersetzungsarbeiten wurde sie mehrfach ausgezeichnet: unter anderem mit dem Preis der Stadt Münster für Europäische Poesie (2001), mit dem Kulturpreis der Flämischen Gemeinschaft (2001) und mit dem Übersetzerpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft (2012).

Im anderen Teil Deutschlands machte der SchauspielerEdgar Külow Karriere, und das hatte Gründe. Durch seinen Eintritt in die KPD 1945 bekam der 1925 als Sohn von Eduard und Erna Külow in Werdohl geborene Pädagogikstudent in Westdeutschland politische Probleme, weshalb er sich in die damalige Sowjetische Besatzungszone absetzte und in Leipzig ein Schauspielstudium absolvierte. 

Er wurde anschließend Rundfunksprecher beim MDR und schließlich 1959 – trotz einer kurzzeitigen Rückkehr in den Westen – Mitglied beim Kabarett Leipziger Pfeffermühle. 1963 wurde er sogar dessen Direktor, aber nur ein Jahr später aufgrund „ideologischer Diversion“ entlassen. Danach arbeitete Külow zunächst als Autor, Sportkolumnist und Regisseur, später auch wieder als Kabarettist und Schauspieler, zwischen 1972 und 1994 auch immer wieder einmal in der Krimiserie „Polizeiruf 110“. 2006 wurde er mit einem „Stern der Satire“ ausgezeichnet. 2012 starb Külow nach einem schweren Sturz an inneren Verletzungen. 

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