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Diese Schnäppchenjagd ist (noch) ein echter Geheimtipp

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Von: Volker Griese

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Lange Schlange vor den Kassen: Fast jeder hat beim Werksverkauf der Firma Enders seinen Grill oder Terrassenheizer gefunden.
Lange Schlange vor den Kassen: Fast jeder hat beim Werksverkauf der Firma Enders seinen Grill oder Terrassenheizer gefunden. © Volker Griese

Der Countdwon läuft: drei, zwei eins – los! Pünklich um 14 Uhr öffnen sich die Türen der alten Fabrikhalle im Gewerbepark Eveking, wo die Firma Enders ihren jährlichen Werksverkauf durchführt. Draußen auf dem Hof hatte sich schon eine Menschentraube angesammelt. Der erste Kunde soll schon vor drei Stunden gekommen sein, heißt es.

Werdohl ‒ Als sich die Tür schließlich öffnet, ergießt sich der Menschenstrom in die Halle und verteilt sich in die verschiedenen Bereiche wo Grills und Grillzubehör, Terrassenheizgeräte, Aluminiumboxen und Campingzubehör zu finden sind. Teilweise kann die Ware direkt besichtigt und angefasst werden, teilweise steht sie in Kartons verpackt auf Holzpaletten. Einige Kartons sind ramponiert oder tragen eine Vielzahl von verschiedenen Etiketten, denn sie haben schon einen weiten Weg hinter sich gebracht. Was hier zum Kauf angeboten wird, sind Rückläufer und Retouren, teils auch Ausstellungsstücke und sogenannte B-Ware. „Das sind Artikel, die wir nicht mehr in den Handel geben können. Aber alles ist auf Funktionsfähigkeit geprüft worden“, versichert Jürgen Fischer, Leiter Operations bei Enders.

Den Schnäppchenjägern sind kosmetische Mängel egal, denn sie hoffen, dass sie bei diesem Werksverkauf gute Ware zu günstigen Preisen ergattern können. Wie Familie Bettelhäuser aus Werdohl. Zwei Gasgrills sollen es sein, möglichst große Exemplare. „Große Familien brauchen auch einen großen Grill“, erklärt Fynn Bettelhäuser, der den Grill für seinen Bruder Luca besorgen soll. Denn der ist krank und kann nicht selber kommen. Aber Werksverkauf bei Enders ist nur einmal im Jahr, das muss man nutzen. Am Ende werden Vater Uwe und Sohn Fynn fündig und gehen mit zufriedenem Gesicht zur Kasse.

Sogar die Feuerwehr kauft ein

Da steht schon Nils Kohlhage von der Freiwilligen Feuerwehr Neuenrade. Drei aufeinandergestapelte große Aluminiumboxen hat er dorthin getragen, das Stück kostet 35 Euro. Normalerweise sind solche Behälter deutlich teurer, wie alles, was hier durchschnittlich 60 Prozent unter dem Ladenpreis angeboten wird. Deshalb decke sich die Feuerwehr regelmäßig beim Enders-Werksverkauf damit ein, verrät Kohlhage. „Die Boxen passen gut in die Gerätefächer unserer Fahrzeuge“, erzählt er. Die Feuerwehr nutze sie, um darin zum Beispiel Werkzeug oder Waldbrandausrüstung zu transportieren.

Bei den Terrassenheizgeräten haben sich Kyriakos und Viktoria Yfantidis aus Lüdenscheid umgesehen. Sie sind fündig geworden, und jetzt schiebt Kyriakos seinen solchen Heizpilz durch die Halle zur Barbecue-Abteilung. Denn auch einen Grill wollen sie noch erstehen. „Unser alter Grill ist nach einem Fettbrand nicht mehr zu gebrauchen, jetzt suchen wir einen neuen, größeren“, verrät der Lüdenscheider.

Darauf kommt es beim Grill-Kauf an

Familie Yfantidis findet in Marcel Tondorf einen kompetenten Ansprechpartner. Tondorf ist Entwicklungsleiter bei Enders und weiß, worauf es beim Grillkauf ankommt. „Zunächst muss man berücksichtigen, wieviel Platz man für den Grill überhaupt hat“, sagt er. Enders biete Geräte in vielen verschiedenen Größen an. Unterschiede gebe es natürlich auch hinsichtlich der Ausstattung. Tondorf: „Man muss dann entscheiden: Brauche ich einen Grillspieß, einen Seitenkocher oder sogar ein kleines Waschbecken am Grill?“ All das schlägt sich natürlich im Preis nieder. Das gilt auch für das Material. Es gibt Grills mit einer einfachen Blechabdeckung und solche aus massivem Aluminiumguss. „Je dicker und hochwertiger das Material ist, desto länger hält der Grill die Temperatur“, erklärt Tondorf. Am Ende findet auch Familie Yfantidis ihren Wunschgrill.

Entwicklungsleiter Tondorf beantwortet auch Fragen zu Heizstrahlern. Die würden gerade stark nachgefragt, nicht zuletzt, weil sich durch die Corona-Pandemie viele Aktivitäten nach draußen verlagert hätten. Dass die meisten dieser Geräte mit Gas betrieben werden und gerade alle Welt über Gasknappheit rede, sei für Enders kein Problem, versichert Tondorf. „Unsere Geräte können auch mit LPG-Autogas betrieben werden“, verrät er und erinnert daran, dass der Gasengpass nur Erdgas betreffe. Deshalb plane Enders die Produktion für die neue Saison auch ganz normal weiter.

Vor den Kassen hat sich mittlerweile eine lange Menschenschlange gebildet. Kaum einer geht mit leeren Händen nach Hause. Trotzdem achtet das Personal darauf, dass es niemand übertreibt. „Wir möchten nicht, dass die Geräte später bei Ebay angeboten werden und verkaufen deshalb nur in haushaltsüblichen Mengen“, sagt Enders-Vorstand Robin Colsman. Wer möchte, kann im nächsten Jahr wiederkommen. Der Enders-Werksverkauf wird allerdings nirgendwo groß beworben. „Das ist schon ein kleiner Geheimtipp“, sagt Colsman. Das Angebot richte sich vor allem an die Menschen in der Region.

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