Schwester als Komplizin?

Ebay-Betrüger kassierte mehrere Tausend Euro - und liefert nichts

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Symbolbild

Werdohl/Altena - Eine Serie von Betrugstaten und ein Diebstahl in der Spielhalle an der Freiheitstraße beschäftigen das Amtsgericht Altena.

Zügig verlief die Verhandlung nur gegen einen der drei Angeklagten: Der 28-Jährige erklärte, dass er seinen 27-jährigen Mitangeklagten am 26. Juli 2017 zur Spielhalle gefahren und nach dem Diebstahl von 975 Euro wieder mitgenommen habe.

Der Fahrer leugnete nicht, dass er den Zweck dieser Tour gekannt hatte: „Er hat mich gefragt, ob ich ihn da abhole. Ich habe mich erst dagegen gesträubt, irgendwann aber zugesagt.“ Keine Vorstrafen, ein klares Geständnis und lediglich als Fahrer dabei: Das Schöffengericht stellte die endgültige Einstellung des Strafverfahrens gegen den 28-Jährigen nach Zahlung einer Geldbuße von 500 Euro in Aussicht. 

Schwieriger gestaltete sich die Beweisaufnahme im Fall des mutmaßlichen Diebs: „Von der Sache weiß ich nichts“, behauptete der 27-jährige Angeklagte und stellte sich damit gegen die Aussage des 28-Jährigen und die mögliche Beweiskraft einer Videoaufzeichnung aus der Spielhalle. Geständig war er hingegen bei Betrugstaten, die er von Lüdenscheid aus begangen hatte: Über die Internet-Auktionsplattform Ebay-Kleinanzeigen hatte er im Jahr 2018 eine Klarinette, eine Spielekonsole, eine Spielesammlung und ein Mobiltelefon angeboten, die Überweisungen von Kaufwilligen kassiert und nicht geliefert. 

Geräte angeboten, aber nicht geliefert

Eine weitere Anklageschrift warf ihm vor, dass er darüber hinaus im Herbst 2017 von Werdohl aus technische Geräte über Ebay angeboten und ebenfalls nicht geliefert habe: In der Liste fanden sich unter anderem ein Mobiltelefon, ein Akku-Bohrer, ein Industriestaubsauger, eine Schlagbohrmaschine und zwei Klarinetten mit einem Gesamtwert von 4326 Euro.

Für diese erheblich größere Serie von Betrugstaten wollte der Angeklagte allerdings nicht die Verantwortung übernehmen: „Es stimmt nicht, dass ich etwas damit zu tun hatte“, versicherte er. Im Tatzeitraum hatte er bei seiner mitangeklagten Schwester in Werdohl gewohnt, die ihm ihr Konto für die Betrugstaten zur Verfügung gestellt haben soll. „Ich habe keinen Betrug auf ihr Konto begangen“, behauptete der Angeklagte. 

Seine Schwester wies ebenso deutlich jegliche Beteiligung an den Betrugstaten zurück: „Ich habe mit der ganzen Geschichte nichts zu tun.“ Keine der bei den Taten genutzten E-Mail-Adressen habe sie jemals besessen. Und ihre Kontokarte habe sie ihm nur deshalb zur Verfügung gestellt, weil er von ihrem Konto angeblich Zahlungen von Freundinnen entgegennehmen wollte. 

Unübersichtliche Beweislage

Aufgrund der unübersichtlichen Beweislage vertagte das Schöffengericht die Sitzung, um weitere Ermittlungen zu veranlassen. Im ungünstigsten Fall müssen zur Fortsetzung der Verhandlung geprellte Zeugen aus der gesamten Republik anreisen, um die angeklagten Betrugstaten weiter aufzuklären

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