Dreiste Diebe bedienen sich an Kinderspielzeug

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Carina Gareis mit dem Zweit-Exemplars des Bären ihrer Tochter Leni. Der zweite wurde am Samstag nicht verkauft, fehlte am Ende aber – und gehört somit zum Diebesgut.

Werdohl - Dreiste Diebe haben am Samstagabend einen Teil der Aussteller des Basars rund ums Kind von der Krabbelgruppe Rappelkiste im Gemeindehaus der Kreuzkirche auf der Königsburg bestohlen. Mit-Organisatorin Carina Gareis stellte bereits am Sonntag Strafanzeige.

„Ich schlafe seit Samstag kaum noch – und wenn, dann träume ich davon“, klagt Gareis mit brüchiger Stimme. Eine ihrer Mitstreiterinnen, die lieber ungenannt bleiben will, ist fassungslos: „Das sind doch alles gebrauchte Sachen. Damit kann doch kein Dieb etwas anfangen.“

Auch die anderen pflichten bei, sagen: „Wir sind sprachlos. Dafür haben wir keine Worte.“ Außerdem wurden die Waren auf dem Basar sowieso schon für einen Bruchteil der handelsüblichen Preise feilgeboten. Schnäppchen-Sucher hätten auch dort bereits kostengünstig fündig werden können. „Zudem waren die Erlöse für Kinder gedacht“, bedauert Gareis.

Die Kirchengemeinde hat ihr gegenüber aber nun erklärt, auf eben jene Erlöse verzichten zu wollen. Das Geld solle den jetzt Bestohlenen zugute kommen. Gareis sagt: „Dafür sind wir auf jeden Fall schon einmal sehr dankbar.“

Chaotische Zustände

Abhanden gekommen sind ein riesiger Teddybär, eine Wippe und sechs Kisten voller Waren. Eine Kiste gehörte Gareis selbst. Als Mit-Organisatorin hatte sie ihre eigenen Waren am anderen Ende des Gemeindesaals abgestellt. „Am Ende fehlte eine. Und ein Schaukelpferd, welches ich angeboten hatte, stand plötzlich am Eingang – dort, wo die Kisten der Abholer standen“, erinnert sich die junge Frau an den Samstagabend.

Da war es chaotisch zugegangen. Gareis und ihre Mitstreiterinnen erinnern sich: „Die meisten der 60 Anbieter waren gleich zu Beginn der Abgabezeit gekommen. Keiner ließ sich von uns helfen, wo seine Nummer stand. Alle sagten nur: ‘Das sehe ich schon selbst’.“ Eine andere Frau aus dem Organisationsteam schildert: „Ich fühlte mich regelrecht überrollt von all den Leuten.“ Eine weitere rekapituliert Momente der Angst: „Ich wusste gar nicht, was ich machen sollte.“

Viele verdächtige Beobachtungen

Vermeintlich verdächtige Beobachtungen wurden zu der Zeit von mehreren Leuten gemacht. Allerdings unterscheiden sich die geschilderten Geschehnisse deutlich. Mal wurde ein Mann gesehen, mal eine Frau und mal sogar eine ganze Familie samt Kindern. Nur mit dem Diebesgut in der Hand wurde keine Person konkret beobachtet. Dabei wäre das durchaus denkbar gewesen.

Zum einen kam ein überdimensioniertes Kuscheltier von Gareis’ Tochter Leni weg. „Von dem Bär hatten wir zwei identische Exemplare.“ Zum anderen verschwanden die Waren einer Ausstellerin, die ihre Sachen als einzige in Bananenkisten verstaut hatte. Die meisten anderen nutzen zum An- und Abtransport Wäschekörbe. „Und in die Bananenkisten mit Deckel konnte man ja gar nicht hineinsehen“, wundern sich die Organisatorinnen. „Da konnte ja keiner wissen, was da drin ist.“

Lehren für den nächsten Basar

Betroffen sind insgesamt vier Aussteller. Die meisten nahmen die schlechte Nachricht recht gefasst auf, auch eine Frau, der nun drei Kisten fehlen. „Eine Ausstellerin drohte uns Organisatorinnen jedoch sehr erbost sogar mit 'anderen Schritten'“, berichtet eine der Ausrichterinnen.

Fest steht: Am 2. September soll der nächste Rappelkiste-Basar stattfinden. Dann aber werden die Aussteller bei der Abholung ihre Waren nicht selbst an sich nehmen dürfen. Gareis und ihre Mitstreiterinnen werden die Kisten und Körbe nur selbst herausgeben – und zwar gegen Vorlage eines Abholscheins, auch wenn das deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen wird.

Warnung an andere Veranstalter

„Und wir wollen auch die Ausrichter anderer Basare im Umkreis warnen“, ist dem Organisations-Team wichtig. Gareis war unterdessen nicht untätig: „Ich habe mit fast allen Ausstellern telefoniert, ob sie am Samstagabend vielleicht versehentlich mehr mitgenommen haben, als ihnen gehörte. Nur sechs oder sieben habe ich noch nicht erreichen können.“ Sie und ihre Mitstreiterinnen hoffen jedenfalls für September „weiterhin auf das Vertrauen unserer Aussteller“.

Die Rappelkisten-Basar-Anbieterinnen bitten jetzt alle, die Beobachtungen gemacht haben, sich bei Carina Gareis unter Tel. 01 52 / 21 07 91 58 zu melden. Auch anrufen dürfen diejenigen, die im September ebenfalls als Helferinnen mit anpacken möchten. „Wir machen das ja alles ehrenamtlich“, erklärt Gareis. „Und dann passiert sowas“, sagt sie und vergräbt wieder einmal das Gesicht in den Händen.

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