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Die richtige Wahl fürs Berufsleben: Realschüler lernen Jobs kennen

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Auszubildender Markus Frixel (hinten) von Orthopädie-Technik Emmerich zeigte, wie eine Prothese eingestellt wird. Dafür hatte er mehrere Modelle mitgebracht.
Auszubildender Markus Frixel (hinten) von Orthopädie-Technik Emmerich zeigte, wie eine Prothese eingestellt wird. Dafür hatte er mehrere Modelle mitgebracht. © Wiechowski, Jona

Noch ein knappes Jahr Schule, dann steht für die Neuntklässler der Realschule der nächste Schritt an. Für viele stellt sich momentan die Frage: Eine Ausbildung machen oder weiter zur Schule gehen?

Um bei der Entscheidung zu helfen und zu zeigen, was für Möglichkeiten es gibt, brachte Bianca Weickardt von der Handwerkskammer Südwestfalen am Mittwoch drei Ausbildungsboschafter mit, die spannende Einblicke in ihre vielleicht nicht ganz so bekannten Jobs lieferten.

Dabei war zum Beispiel Jonathan-Ivan Benjamin Fast von der Firma Herscheider Modellbau, der aktuell im dritten Lehrjahr zum technischen Modellbauer ist. „Modellbau hat nichts mit Spielzeugen zu tun. Die Modelle sind rein für die Industrie da.“ Er erzählte von seinem Alltag, davon, wie sich Schule und Praxis im Betrieb abwechseln und auch, was für Weiterbildungsmöglichkeiten es gibt – beispielsweise zum Techniker oder Meister. Der Weg für diesen Job sei Fast nicht von vorneherein klar gewesen. „Ich wusste nicht, was ich machen soll, wusste aber, dass ich irgendwas mit Handwerk machen möchte.“

Rottler möchte in Werdohle eine Filiale eröffnen

Alina Schlüter aus der Personalabteilung der Rottler-Kette, die in gut 100 Filialen Brillen und Hörgeräte an die Kunden bringt, erzählte stellvertretend für den am Mittwoch verhinderten Hörakustiker-Azubi Jonas Pomberg aus dem Azubialltag. Mitbringen sollten künftige Azubis zum Beispiel Interesse in den Fächern Mathe, Biologie und Physik. Leute auszubilden, das sei Rottler ein großes Anliegen. „Wir suchen eigentlich an jedem Standort in jedem Jahr Auszubildende“, so Schlüter, Von den 700 Mitarbeitern seien stolze 50 in der Lehre. Möglich könnte das in Zukunft auch in Werdohl sein – denn Rottler plant, in diesem Jahr vor Ort eine Filiale zu eröffnen.

Mit Markus Frixel, Auszubildender bei Orthopädie-Technik Emmerich aus Werdohl, konnten die Jugendlichen auch praktisch ans Werk gehen, in dem sie Prothesen ins Lot brachten.

Praktikumsplatz über Suchportale finden

Vor den Vorträgen hatte Bianca Weickardt von der Handwerkskammer noch ein paar wichtige Tipps für die Schüler parat. So gebe es im Internet mehrere Suchportale, auf denen Praktikumsplätze gesucht werden könnten. Mit Blick auf Bewerbungen erklärte sie: „Es zählen nicht unbedingt die Noten.“ Ein Punkt, auf den Betriebe gerne schauten: unentschuldigte Fehlstunden. „Das könnte zeigen, dass jemand unzuverlässig ist.“

Für Christiane Lindner, die an der Realschule für die Berufsorientierung zuständig ist, war das Angebot, das es für alle drei 9er-Klassen gab, wichtig – speziell nach dem dreiwöchigen Praktikum, das erst kürzlich stattgefunden hat. „Viele Schüler wissen nicht, was es alles für Möglichkeiten gibt“, sagte sie. Hätten sich einige im Praktikum nicht zurechtgefunden, hätten sie hiermit eine weitere Möglichkeit, Berufe kennenzulernen.

Viele Ausbildungsstellen unbesetzt

Viele Ausbildungsstellen können nicht besetzt werden – bekannt ist die Thematik auch bei den Firmen, die jetzt in der Realschule vertreten waren. Alina Schlüter aus der Rottler-Personal-Abteilung bezeichnete die Suche als schwierig. Man habe immer alles ausgeschrieben. Bei Orthopädietechnik Emmerich das gleiche: „Auch bei uns wird gesucht“, so Auszubildender Markus Frixel.

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