Die neue Linie des Intercity 34 wird planmäßig auf die Schiene gesetzt

Lennetal: Bahn frei ab Anfang Dezember

Ein symbolträchtiges Foto aus der Zeit unmittelbar nach der Katastrophe: Ein DB-Notfallmanager schaut am Bahnhof Hohenlimburg nach der Weichenstellanlage. Die Bahn geht davon aus, dass die Ruhr-Sieg-Strecke Anfang Dezember wieder vollständig in Betrieb genommen werden kann.
+
Ein symbolträchtiges Foto aus der Zeit unmittelbar nach der Katastrophe: Ein DB-Notfallmanager schaut am Bahnhof Hohenlimburg nach der Weichenstellanlage. Die Bahn geht davon aus, dass die Ruhr-Sieg-Strecke Anfang Dezember wieder vollständig in Betrieb genommen werden kann.

Das Licht am Ende der Tunnel ist sprichwörtlich abzusehen: Die Deutsche Bahn als Netzbetreiber wird die Ruhr-Sieg-Strecke Anfang Dezember wieder durchgängig von Siegen bis Hagen freigeben. Wie schon lange angekündigt, wird die neue Intercity-Linie 34 planmäßig ab dem 12. Dezember auch durch Werdohl, Altena und Plettenberg fahren. Ein Bahn-Sprecher bestätigte das auf Nachfrage: „Ab 13. Oktober sind die Fahrzeiten online und die Fahrten können auch gebucht werden.

Lennetal - Mit dem IC 34 bringt die Bahn eine ganz neue zusätzliche Fernverkehrslinie von Frankfurt über Siegen nach Dortmund beziehungsweise Münster auf die Schiene. Auch Werdohl, Altena und Plettenberg erhalten damit etwa zweistündlich schnelle, umsteigefreie Fernverkehrsanbindungen nach Frankfurt sowie nach Hamm, Dortmund und Münster. Zwei Mal pro Tag und Richtung fahren die IC-Züge mit weniger Zwischenhalten besonders schnell über Schwerte und Unna statt über Witten und Dortmund. Einmal täglich fährt die neue Linie sogar bis an die Küste nach Norddeich Mole. Zum Einsatz kommen moderne, doppelstöckige Intercity 2-Züge mit neun Fahrradstellplätzen. Auf der Lenneschiene werden in den IC-Zügen auch die Abellio-Nahverkehrstickets anerkannt.

Ab Dezember kann auch das Unternehmen Abellio den durchgängigen Betrieb der Nahverkehrszüge wieder aufnehmen, der überaus umständliche Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen zwischen Hagen und Altena über den Höhenweg nach Werdohl fällt dann weg. Als der Höhenweg gesperrt war, fuhr der Ersatzbus vom Hagener Bahnhof bis Altena und sogar durch Lüdenscheid und über das Versetal nach Werdohl. Dort können die Fahrgäste im Abellio Richtung Siegen weiterfahren. Es gibt immer wieder Klagen über den SEV.

Wie hier bei Finnentrop wurden auch die Anlagen und Gleise der Bahn durch das Hochwasser beschädigt. Während die Bahn hier wieder fährt, ist die Strecke zwischen Hagen und Werdohl noch bis Anfang Dezember gesperrt.

Bis Dezember wird die Wiederherstellung der Strecke dauern. Eine früheres Datum schon im November sei unrealistisch, so der Bahn-Sprecher. Außerdem seien noch umfangreiche Oberbauarbeiten zu erledigen. Die Strecke zwischen Hagen und Werdohl musste auch wegen der Hochwasserschäden am Stellwerk Hohenlimburg stillgelegt werden. An der Reparatur werde mit Hochdruck gearbeitet.

Dass keine Züge auf den Gleisen unterwegs sind, begünstigt den Fortgang der Arbeiten an einigen Stellen. In Altena wird ein neues elektronisches Stellwerk errichtet. Dieses Stellwerk ist Bestandteil des Projekts zur Erweiterung und Modernisierung des elektronischen Stellwerks Finnentrop. Weitere Stellwerksneubauten erfolgen in Plettenberg und in Altenhundem.

Die Streckensperrung konnte genutzt werden, um mit Hochdruck an den Anlagen zu bauen: Das neue Stellwerk in Altena ist inklusive des Innenausbaus fast fertiggestellt. Auch sind bereits neue Signale in dem Bereich an der Strecke errichtet. Die Inbetriebnahme soll planmäßig im Sommer 2022 erfolgen.

Noch in der Phase der Vorplanung befindet sich der Wunsch der Bahn, die 241 Kilometer lange Strecke von Hagen über Siegen bis Hanau für die steigenden Anforderungen an den Güterverkehr auszubauen. Dazu müssen die Profile von zehn Tunneln erweitert und Überholgleise für Güterzüge gebaut werden. Auch an Bahnübergängen und Bahnhöfen soll gearbeitet werden. Durch den Ausbau soll die Leistungsfähigkeit der Strecke langfristig gesteigert werden.

Lärmschutzwände Altena kosten 4,5 Millionen Euro

Der Bau aller Wände findet derzeit während einer Vollsperrung seit dem 3. September bis 29. Oktober 2021 statt. Insgesamt haben die Wände eine Länge von über 1800 Metern. Die Schallschutzwand am Bahnhof Altena (Länge: rund 1,1 Kilometer) hat die Deutsche Bahn gemeinsam mit der Stadt Altena geplant: Anders als die anderen Wände besteht diese aus Beton und fügt sich optisch in das Stadtbild ein. Insgesamt investiert der Bund rund 4,5 Millionen Euro in den neuen Lärmschutz.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare