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Vossloh und die Fabrik der Zukunft

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Von: Michael Koll

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Zur coronabedingt verspäteten Einweihung der Fabrik der Zukunft waren die Vossloh-Mitarbeiter mit Familie eingeladen worden. Es gab Verpflegung und Musik.
Zur coronabedingt verspäteten Einweihung der Fabrik der Zukunft waren die Vossloh-Mitarbeiter mit Familie eingeladen worden. Es gab Verpflegung und Musik. © Koll, Michael

Werdohl – Alles blitzt und funkelt blank im Neonlicht. Die Werkshalle der firmenintern „Fabrik der Zukunft“ genannten Fertigungsstraße des Werdohler Eisenbahn-Zulieferers Vossloh wirkt brandneu. Doch tatsächlich ist sie bereits seit April 2021 in Betrieb.


Mit einem Mitarbeiterfest wurde sie am Samstag – coronabedingt verspätet – offiziell eingeweiht. Dr. Daniel Gavranovic, Leader of Investor Relations and Corporate Communications, sagt: „Das ist so leise und so sauber hier. Die Halle wirkt fast schon steril.“

Die Besucher – Angehörige der Beschäftigten – staunen. Auch weil alle Arbeitsabläufe voll automatisiert laufen. Gavranovic erklärt: „Dadurch hätten wir eigentlich Personal einsparen können. Doch wir haben unsere Mitarbeiter umgeschult und setzen sie jetzt in der Kunststofffertigung ein.

Alles aus einer Hand

Die ist komplett neu. Zuvor hat Vossloh seine Produkte auf Kundenwunsch stets in externen Firmen beschichten lassen. „Doch das bieten wir nun alles aus einer Hand an“, sagt Gavranovic und wirbt so für die Fertigungshalle, die nun seit einem Jahr in Betrieb ist. „Das ist modernste Fertigungsstätte, die wir weltweit haben“, sagt der Firmensprecher des global agierenden Unternehmens. Gavranovic zeigt die Produktionshalle: Am Anfang werden die Coils gelagert, die riesigen Drahtspulen, die das Rohmaterial für die Vossloh-Spannklemmen bereithalten. 13 Millimeter Durchmesser hat der Draht, der an diesem Standort verarbeitet wird.

Gavranovic berichtet: „Mit diesen Spannklemmen produzieren wir im Jahr zwischen 46 und 48 Millionen Schienenbefestigungssysteme.“ Zu einem solchen System gehören dann neben der Klemme auch Schrauben, Dübel sowie Winkelführungsplatten.

Minimaler Ausschuss

Die Draht-Klemmen werden in Werdohl zunächst gebogen und dann vergütet. Das bedeutet, sie werden bei bis zu 900 Grad gehärtet. „Das alles geschieht bei fortwährender Qualitätsprüfung“, betont Gavranovic. „Dabei entsteht bei dieser modernen Anlage aber ohnehin nur minimaler Ausschuss.“ Das sei ohnehin nur noch „ein vergleichsweise unbedeutendes Thema.“

Vor äußeren Einflüssen geschützt

Mit der Vergütung sind die Vossloh-Produkte verkaufsfertig, doch auf Wunsch einzelner Kunden, werden die Klemmspannen auch noch mit Gummi, Kunststoffen, Zink oder Aluminium beschichtet. Diese Ummantelung wird anschließend noch bei 240 Grad Celsius eingebrannt. Damit sind die Klemmen geschützt vor Schotter, Salz, Sand und klimatischen Einflüssen.

Jede Menge Mitarbeiter sorgen dafür, dass es läuft. „Aktuell haben wir in Werdohl und Lüdenscheid rund 400 Mitarbeiter“, sagte Gavranovic. Diese waren alle zum Firmenfest eingeladen. Dort wurden sie bestens verpflegt und mit Musik unterhalten. Für letztere sorgte die Gruppe The Speedos, die aus Essen stammt.

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