Schulalltag wird beeinträchtigt

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie: Realschule sendet Hilferuf

Pädagoge Jannik Klein ist bei der Realschule Werdohl für die Berufsorientierung zuständig. Er hat Sorge, dass viele Jugendliche aus den neunten und zehnten Jahrgängen keine Plätze finden werden. Er bittet deshalb Firmen, freie Praktikumsmöglichkeiten für Januar anzubieten.
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Pädagoge Jannik Klein ist bei der Realschule Werdohl für die Berufsorientierung zuständig. Er hat Sorge, dass viele Jugendliche aus den neunten und zehnten Jahrgängen keine Plätze finden werden. Er bittet deshalb Firmen, freie Praktikumsmöglichkeiten für Januar anzubieten.

Der zehnte Jahrgang der Realschule Werdohl steht vor großen Problemen, Praktikumsplätze für zwei Wochen im Januar zu finden. Jannik Klein, an der Schule für die Berufsorientierung der Jungen und Mädchen zuständig, wendet sich mit einem Hilferuf an die heimischen Unternehmen.

Bei den Berufen im sozialen Sektor in Altenheimen, Krankenhäusern, Kindergärten und Arztpraxen gehe im Moment wegen Corona „garnichts“, so Klein. Er appelliert an jeden Betrieb im Umkreis zu prüfen, ob nicht doch für die Zeit vom 18. bis 29. Januar kommenden Jahres ein oder mehrere Praktikumsplätze zur Verfügung gestellt werden könnten.

Die rund 50 Jugendlichen der beiden 10er-Klassen sollen im Januar die Gelegenheit bekommen, Berufe kennenzulernen. Etwa 20 bis 30 Prozent seien bislang in die sozialen Berufe eingestiegen, dieser Bereich falle derzeit komplett weg.

Coronavirus in Werdohl: Viele Mitarbeiter sind im Homeoffice

Viele Firmen signalisierten der Schule, dass es für sie sehr schwierig sei, Praktika anzubieten. Viele Mitarbeiter von Betrieben seien im Homeoffice, an diesem Berufsleben könnten natürlich keine Schüler teilnehmen. Bislang seien noch 70 Prozent der Schüler ohne Praktikumsplatz.

Lehrer Jannik Klein macht sich Sorgen um die Zukunft seiner Schülerinnen und Schüler: „Viele von ihnen werden kommendes Jahr nicht in die Ausbildung gehen können, weil ihnen die Berufsorientierung fehlt.“ Banken und Berufe im kaufmännischen Bereich würden sehr früh ihre zukünftigen Auszubildenden einstellen. Spätestens im Januar müssten auch die letzten Zehntklässler ihre Bewerbungen schreiben, um nach dem Sommer 2021 eine Lehrstelle antreten zu können.

Georg Fischer hat Gießerei geschlossen

„Wir sind sehr froh über die Firmen, die in der Vergangenheit unsere Schülerinnen und Schüler übernommen haben“, weiß Klein auch von vielen guten Beispielen im heimischen Gewerbe. Ein Praktikum mache schließlich zunächst einmal mehr Arbeit, der Effekt der Nachwuchsgewinnung stelle sich meist erst in der Zukunft ein. Die Situation sei aber nicht nur wegen Corona schwieriger geworden. Das Unternehmen Georg Fischer zum Beispiel habe in der Vergangenheit viele Praktika angeboten, die Schließung der Gießerei am Bahnhof sei natürlich auch für die berufliche Orientierung wie auch für die Ausbildung nachteilig.

„Ich bin trotzdem zuversichtlich, dass wir noch viele Praktikumsplätze finden werden“, so Klein. Bestimmt werde nicht jeder seinen Wunschplatz finden, aber es sei auch von Vorteil, in einen anderen Beruf hineinschauen zu können. Die Schüler und Schülerinnen sind 15 oder 16 Jahre alt.

Coronavirus in Werdohl: Zeitraum ist bereits verkürzt worden

Das Praktikum der heutigen Zehner wäre eigentlich schon vor Ostern – also noch in der 9. Jahrgangsstufe – gewesen, ist aber wegen Corona damals komplett ausgefallen. Der neue Termin im Januar habe den Vorteil, nicht gemeinsam mit den – vielen – Schülerinnen und Schülern der Gesamtschule nach Praktikumsplätzen suchen zu müssen. Außerdem ist die Zeit von den sonst üblichen drei Wochen auf zwei Wochen verkürzt worden.

Zu der Suche nach Praktikumsstellen der jetzigen Zehner komme noch die Suche nach Anbietern von sogenannten „Berufsfelderkundungstagen“ für die Jugendlichen des neunten Jahrgangs am 20. und 26. Januar 2021.

Häufig persönliche Vorstellung der Schüler erwünscht

Die meisten Anbieter von Praktika möchten übrigens eine persönliche Vorstellung der Schüler. VDM Metals als einer der größten Anbieter sucht seine zukünftigen Praktikanten nach Bewerbungsanschreiben aus. Die Jugendlichen trainieren diese Anschreiben im Unterricht als Vorbereitung für die Suche nach einem Ausbildungsplatz.

Die Realschule ist telefonisch über das Sekretariat unter Rufnummer 02392/2492 zu erreichen. Für Betriebe und Arbeitgeber steht Jannik Klein auch unter j.klein@realschule-werdohl.de zur Verfügung.

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