Werdohler Apotheken helfen

Dicke Spende stopft Corona-Loch in der „Tafel“-Kasse

Aus der Hand von Apotheker Horst Jakobi (Mitte) nahm Tafel-Chef Carsten Schulz 2705 Euro entgegen. Das Geld, über das sich auch Tafel-Helferin Ulrike Schiller (links) freute, kam bei der Abgabe von FFP2-Masken an Senioren zusammen.
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Aus der Hand von Apotheker Horst Jakobi (Mitte) nahm Tafel-Chef Carsten Schulz 2705 Euro entgegen. Das Geld, über das sich auch Tafel-Helferin Ulrike Schiller (links) freute, kam bei der Abgabe von FFP2-Masken an Senioren zusammen.

Die Corona-Krise geht auch und besonders an den „Tafeln“ nicht vorbei. Während die Zahl derer, die bei diesen Einrichtungen Hilfe für den Lebensunterhalt suchen, wächst, erhalten die „Tafeln“ selbst weniger Spenden. In Werdohl gab es jetzt einen Lichtblick.

Werdohl ‒ Ulrike Schiller konnte es kaum fassen: „Eine so große Spende habe ich noch nie entgegennehmen können“, sagte die langjährige Helferin der Werdohler Tafel. Insgesamt gut 8000 Euro hatten zwei Werdohler Apotheker übergeben. Dass so viel Geld zusammenkam, hängt auch mit der Corona-Pandemie zusammen.

Als auf die Apotheken zu Jahresbeginn die Aufgabe zukam, im Auftrag der Bundesregierung FFP2-Masken anSenioren zu verteilen und für jede Maske eine Zuzahlung von 2 Euro zu kassieren, stand für Olaf Lüdtke von der Fortuna-Apotheke und für Horst Jakobi von der Stadt-Apotheke schnell fest: Sie wollten nicht zu den finanziellen Gewinnern der Corona-Krise gehören. Die Zuzahlungsbeträge wollten sie an die Werdohler Tafel spenden.

Kunden zahlten gerne mehr

In der vergangenen Woche haben sie das Geld nun übergeben: 5300 Euro kamen in der Fortuna-Apotheke zusammen, 2705 Euro waren es in der Stadt-Apotheke. „Viele haben auch mehr als nur die 2 Euro bezahlt“, berichtete Lüdtke von Kunden, die gerne Geld für die Tafel gegeben und damit die Einrichtung unterstützt hätten, die Lebensmittel zu Kleinstpreisen an nachweislich bedürftige Werdohler und Neuenrader Familien abgibt. „Die Tafel ist eine praktische Hilfe für viele Menschen, die unbürokratische Hilfe benötigen“, begründete der Inhaber der Fortuna-Apotheke, warum das Geld seiner Auffassung nach in die richtigen Hände kommt.

Leiter kennt die Sorgen nur zu gut

Über den warmen Geldregen freute sich nicht nur Ulrike Schiller, sondern auch Carsten Schulz. Der 58-Jährige ist seit Januar als Nachfolger von Jörg Wonneberger der Leiter der Werdohler Tafel. Schulz leitet darüber hinaus die Fundgrube im „Haus der Diakonie“ am Kirchenpfad. Schulz ist gelernter Konditor und hat in verschiedenen Branchen als kaufmännischer Angestellter gearbeitet. „Ich war aber auch sehr lange arbeitslos und kenne deshalb die Bedürfnisse unserer Tafel-Kunden aus eigener Erfahrung“, sagt der gebürtige Niedersache, der in Bielefeld aufgewachsen ist, aber unter anderem über Kierspe und Lüdenscheid im Oktober 2020 schließlich nach Werdohl gekommen ist und sich an Lenne und Verse wohlfühlt. „Eine liebenswerte Stadt“, sagt Schulz über seinen neuen Wohnort. Zur Diakonie und damit letztlich zur Tafel sei er vor zwei Jahren durch das Jobcenter gekommen, das ihm diese Arbeit vermittelt habe, berichtet Schulz.

5300 Euro für die Werdohler Tafel übergab Olaf Lüdtke, Inhaber der Fortuna-Apotheke, Ulrike Schiller und Carsten Schulz (von links).

Geschäfte spenden weniger

Die Spenden der beiden Apotheken flössen in den Zukauf der Tafel, verriet Schulz. So nennen die Verantwortlichen den Bereich mit Lebensmitteln, die die Tafel nicht aus Spenden erhält, also selbst einkaufen muss. Ansonsten erhält die Einrichtung oftmals Lebensmittel von Discountern und anderen Supermärkten, die diese nicht mehr selbst verkaufen können, die aber grundsätzlich noch verwertbar sind. „Aus den Geschäften erhalten wir aber seit einiger Zeit weniger Lebensmittelspenden“, berichtet Schulz, weshalb mehr zugekauft werden müsse.

Warum weniger Spenden kommen

Dass weniger im Einzelhandel aussortierte Ware bei der Tafel landet, hängt nach Schulz’ Worten auch mit der Corona-Pandemie zusammen. „Die Leute sind mehr zu Hause, essen weniger auswärts und kochen mehr selbst.“ Das führe dann natürlich dazu, dass in den Supermarktregalen weniger Lebensmittel liegen bleiben. Um den Kunden der Tafel dennoch dabei helfen zu können, zumindest bis zum nächsten Monatsende über die Runden zu kommen, müsse die Tafel also mehr Ware zukaufen. Und genau dabei helfen die 8005 Euro der Apotheken.

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