Diakonisches Zentrum im Gebäude Kirchpfad

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Das komplette Gebäude am Kirchpfad wird von der Kirchengemeinde an das Diakonische Werk im Kirchenkreis vermietet. Die Jugendgruppen der Gemeinde ziehen um in das benachbarte Gemeindehaus. Dort wird die ehemalige Küsterwohnung in Räume für Kinder und Jugendliche umgebaut.

Werdohl - Für die nächsten sieben Jahre mietet das Diakonische Werk im Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg das Gebäude Kirchpfad von der Evangelischen Kirchengemeinde Werdohl.

Die Diakonie wird dort weiter die Ausgabe der Werdohler Tafel betreiben und denkt über eine Art Sozialkaufhaus mit Kleidung, Hausrat und Kleinmöbeln nach. Auch die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe wird dort bleiben. Weitere diakonisch orientierte Gruppen können sich in Zukunft dort treffen. Die kirchlichen Jugend- und Kindergruppen werden in das benachbarte Gemeindehaus Freiheitstraße umziehen. 

Die zukünftige Beschäftigung des Werdohlers Jörg Wonneberger als hauptamtlichen Leiter der Tafel-Ausgabe war der Anlass, das Konzept der Kirchengemeinde für das Gebäude Kirchpfad vorzustellen. Wie bereits berichtet, hat sich Ulrike Schiller als ehrenamtliche Leiterin der Tafel von der vordersten Stelle zurückgezogen. Da sich aus den Reihen der Ehrenamtlichen keine Nachfolge ergab, schrieb der Kirchenkreis die Stelle als 450-Euro-Job aus. Mehrere Bewerbungen habe es gegeben, sagte Pfarrer Dirk Grzegorek, entschieden habe man sich letztlich für den 61-jährigen Wonneberger. 

Er müsse nicht mehr arbeiten und helfe gerne Menschen, so stellte er sich unserer Zeitung vor. Er habe auch schon bei der jüngsten Tafelausgabe mitgemacht und wisse um die Unterstützung von Ulrike Schiller. Er freue sich auf die Aufgabe, die er nach und nach übernehmen werde. 

Im Kirchenkreis gebe es zwölf hauptamtliche Mitarbeiter für die Tafeln, berichtete Heike Schaefer von der Diakonie in Plettenberg. Schaefer leitet dort die Freiwilligenzentrale und war schon immer für die Werdohler Tafel zuständig. Die Tafel-Ausgabe gehört zum Dachverband, der bestimmte Regeln vorgibt. So gibt es für eine volle Tafel-Ausgabestelle nur Berechtigungen in Lüdenscheid, Plettenberg und Attendorn. Werdohl ist eine Filiale von Plettenberg. Gesetzliche Regelungen, fachlicher Austausch und Hygiene-Vorschriften würden immer komplexer und müssten eingehalten werden. 

Ein kleines Sozialkaufhaus

Die meisten der bisher für die Werdohler Tafel tätigen Ehrenamtlichen würden weitermachen, sagte Schaefer. Ob es für mehr als einen Ausgabetag im Monat reiche, müsse man sehen. Angedacht sei es momentan nicht. Für die Kunden der Tafel bleibe mit dem Entschluss der Gemeinde, das Gebäude an die Diakonie zu vermieten, zunächst alles beim bisher Gewohnten. 

Heike Schaefer vom Diakonischen Werk, der neue Tafel-Leiter Jörg Wonneberger, Pfarrer Dirk Grzegorek und Diakonie-Geschäftsführerin Iris Jänicke vor den leeren Kühlschränken und Regalen im Raum der Tafel-Ausgabe im Kirchenpfad.

Iris Jänicke, die Diakonie-Geschäftsführerin beim Kirchenkreis, stellte die Ideen vor, die zukünftig im Gebäude am Kirchpfad umgesetzt werden sollen. Dort könnten demnächst „soziale Projekte“ verwirklicht werden, sagte Jänicke. Die Flüchtlingshilfe werde dort mit einem Büro bleiben und das große Möbellager im Gewerbehof an der Neustadtstraße aufgeben. Stattdessen sei an eine Kleinmöbelausgabe am Kirchpfad gedacht. Auch Dinge für den Haushalt sollen dort vergeben werden. 

In Ergänzung zu den bestehenden Kleiderkammern von Awo und Caritas soll am Kirchpfad vielleicht auch Bekleidung, Kinderwagen und Spielsachen angeboten werden. Jänicke sprach von einer Art „Sozialkaufhaus“ in engem Zusammenhang mit der Tafel. Die Umstrukturierung werde Heike Schaefer leiten. 

Ehemaliger Kindergarten wird gemietet

Zunächst werde die Diakonie den ehemaligen Kindergarten in der Form mieten, dass sie für die komplette Gebäudeunterhaltung aufkomme. Das Haus werde für sieben Jahr vermietet, weil dann Pfarrer Buschhaus in den Ruhestand gehe. Zu dem Zeitpunkt müsse sich die Kirchengemeinde neu orientieren, deshalb diese Begrenzung. Pfarrer Grzegorek und das Presbyterium seien sehr froh, das Haus an die Diakonie geben zu können. Andernfalls wäre das Gebäude abgerissen worden, so lautete ein gültiger Beschluss des Presbyteriums. Die an eine Privatperson vermietete Wohnung im Gebäude Kirchpfad bleibe. 

Begegnungscafé und Trauercafé werden ins Gemeindehaus verlagert. Die Jugendgruppen ziehen in den leer stehenden Küsteranbau des Gemeindehauses. Dort würden auf zwei Etagen große Räume für die Kinder- und Jugendarbeit der Kirchengemeinde hergerichtet. Der Beschluss zur Erweiterung des Gemeindehauses sei erst vor kurzem im Presbyterium gefallen. Die Arbeiten sollen in nächster Zeit beginnen. 

Pfarrer Grzegorek sagte, dass durch diese Zusammenarbeit der diakonische Auftrag der Kirchengemeinde umgesetzt werde. „Diakonie ist Kirche und Kirche ist Diakonie“, sagte Grzegorek.

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