Berichterstattung überprüft

Presserat bescheinigt korrekte Darstellung im Fall Konitzer

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Der Deutsche Presserat hat auf die Beschwerde von Torsten Zeising über die Berichterstattung des SV über das ehemalige FDP-Mitglied Christian Konitzer reagiert. Presserats-Referent Radulovic erklärte, dass keine Verletzung des Pressekodex vorliegt.

Werdohl - Der Deutsche Presserat hat der Redaktion von come-on.de und Süderländer Volksfreund eine korrekte Arbeit im Fall des früheren FDP-Beisitzers Christian Konitzer bescheinigt. Der Werdohler Torsten Zeising hatte die Berichterstattung gelesen und eine Beschwerde beim Presserat eingereicht. Zeising stellte die ausführlich begründete Antwort des Presserates unserer Redaktion zur Verfügung.

In der Berichterstattung war es darum gegangen, dass der ehemalige stellvertretende Vorsitzende und spätere Beisitzer der FDP, Christian Konitzer, im Netzwerk Facebook einen Post der AfD mit dem Zitat „Da hilft nur noch klatschen. Bravo Angela, und klatschen wenn ein Gutmensch gemessert wird.“ verbreitet hatte. Der Ortsverband der FDP legte Konitzer daraufhin den Austritt aus der Partei nahe, solche Äußerungen seien mit den Grundsätzen der FDP nicht zu vereinbaren.

Torsten Zeising war mit der Berichterstattung nicht einverstanden. Ebenfalls im Netzwerk Facebook und später in einem Schreiben an den Presserat vertrat er die Meinung, dass Konitzer keine Person des öffentlichen Lebens sei. Der Autor des Berichts habe die Veröffentlichung genutzt, um den Betreffenden sozial, gesellschaftlich und beruflich zu ächten.

Nach Ansicht von Zeising sei der Post von Konitzer durch die Meinungsfreiheit gedeckt. Die Zeitung dürfe hier keine politische Bewertung vornehmen. Durch die Nennung des vollen Namens und der Veröffentlichung eines Fotos sei es jedem in der Kleinstadt Werdohl möglich, den Betroffenen zu identifizieren.

Facebook ist ein virtueller öffentlicher Raum

Für den Presserat antwortete Referent Jens Radulovic. Die Beschwerde sei im Vorverfahren der Beschwerdeordnung geprüft worden: „Der Deutsche Presserat kam danach zu der Auffassung, dass ein Verstoß gegen den Pressekodex nicht vorliegt.“ Diese Erklärung wird umfassend begründet.

Konitzer sei zum Zeitpunkt der Berichterstattung eindeutig zu den lokalen Personen der Zeitgeschichte zu zählen, über die anlassbezogen auch identifizierend berichtet werden dürfe. Konitzer habe sich in einem sozialen Netzwerk geäußert, das einen „virtuellen öffentlichen Raum“ darstelle. Gelegenheiten, etwaige Missverständnisse aufzuklären, habe der Betroffene verstreichen lassen.

Öffentliches Interesse überwiegt

Weiter heißt es in der Antwort: „Vor diesem Hintergrund ist es sehr wohl Aufgabe der Zeitung, ihren Lesern gegenüber die Vorgänge zu dokumentieren und gegebenenfalls politisch einzuordnen. Vorliegend überwiegt eindeutig das Informationsinteresse der Öffentlichkeit die schutzwürdigen Interessen des Betroffenen. Den Lesern als Bürger der Ortes und potenziellen Wählern ist ein Interesse daran zu unterstellen, wenn der Repräsentant einer lokalen Partei Nähe zu einer anderen Partei zeigt und ebenso daran, wie seine Partei mit diesem Vorgang umgeht.“

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