Kampf um das Ütterlingser Viadukt geht in die nächste Runde

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Udo Böhme, Heiner Burkhardt, Manfred Wolf und Heinz Rohe (von links) vom Heimat- und Geschichtsverein machten sich am Dienstagnachmittag ein Bild vom Zustand des Viaduktes.

Werdohl - Es geht irgendwie nicht voran mit der Rettung des Eisenbahnviaduktes in Ütterlingsen. Nachdem Stadt und Ortsheimatpfleger den Abriss des denkmalgeschützten Bauwerks vor drei Jahren gerade noch verhindern konnten und die Deutsche Bahn eine Sanierung zugesagt hatte, hat sich nicht viel getan. Allmählich verlieren die Werdohler die Geduld.

„Bei der Bahn sind immer wieder neue Mitarbeiter für die Angelegenheit zuständig“, ärgert sich Heiner Burkhardt aus dem Ortsheimatpfleger-Team. Zuletzt habe er vor etwa vier Wochen Kontakt zu dem Konzern gehabt. „Danach hatte ich sogar ein ganz gutes Gefühl“, erinnert sich Burkhardt, dass der Mitarbeiter ihm Hoffnung gemacht habe, dass bald etwas passiert. Doch seitdem habe er nichts mehr von der Bahn gehört. Und passiert ist auch nichts an der malerisch gelegenen, aber vom Verfall bedrohten Eisenbahnbrücke über die Lenne.

Auch im vergangenen Sommer hatte die Bahn Besserung gelobt – allerdings erst, nachdem die Werdohler Ortsheimatpfleger Udo Böhme, Heiner Burkhardt und Barbara Funke die Medien eingeschaltet hatten und sich auch der SPD-Landtagsabgeordnete Michael Scheffler zu Wort gemeldet hatte.

Plötzlich sagte die Bahn zu, die Vegetation zurückschneiden zu wollen, die dem 150 Jahre alten Bruchsteinmauerwerk zusetzt. Auch die notwendigen Instandsetzungsarbeiten sollten folgen. Und eine Sanierung könne dann im Jahr 2019 beginnen, sagte die Bahn Scheffler zu. Endlich schien die Sache auf den richtigen Weg zu kommen.

Malerisch liegt das alte Eisenbahnviadukt bei Ütterlingsen im Lennetal. Bei genauem Hinsehen wird aber schon auf diesem Foto aus dem Jahr 2003 deutlich, dass aus den Mauerfugen kleine Büsche wachsen.


Getan hat sich in der Zwischenzeit nach Heiner Burkhardts Beobachtung aber rein gar nichts. Die Bahn habe nicht einmal die Büsche zurückgeschnitten, die in den Fugen des Bauwerks wachsen und es nach und nach zerstören. Das nährt seinen schon lange gehegten Verdacht, dass der Konzern die lästig gewordene Brücke, die schon zwei Kriege überstanden hat, am liebsten doch noch abreißen und durch ein modernes Bauwerk ersetzen möchte.

„Aber es kann doch nicht sein, dass man ein Denkmal einfach verkommen lässt“, will der Ortsheimatpfleger das nicht zulassen. Zusammen mit seinen Mitstreitern will er deshalb jetzt die übergeordneten Denkmalbehörden beim Märkischen Kreis und beim NRW-Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr einschalten, damit diese der Bahn endlich Beine machen.

Eine Nachfrage der Redaktion, ob und wann die Deutsche Bahn in Ütterlingsen aktiv werden will, ließ die Pressestelle des Konzerns bis Dienstagabend übrigens unbeantwortet.

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