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Deutsche Bahn reagiert auf Resolution des Rates: So fällt die Antwort aus

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Von: Volker Griese

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Die Aufzüge am Werdohler Bahnhof sind immer wieder defekt.
Die Aufzüge am Werdohler Bahnhof sind immer wieder defekt. © Christogeros, Christos

Die Deutsche Bahn (DB) hat in der vergangenen Woche auf die Resolution reagiert, die der Werdohler Stadtrat in seiner Sitzung am 11. Oktober verabschiedet hat.

In dem Protestbrief hatten der Rat die schlechte Erreichbarkeit der Bahnsteige und die häufigen Störungen der Aufzüge kritisiert.

Die Resolution hatte der Rat an den DB-Vorstandsvorsitzenden Dr. Richard Lutz gerichtet, geantwortet hat nun in dessen Auftrag NRW-Bahnchef Werner J. Lübberink. Auch die Bahn selbst sei mit der Verfügbarkeit ihrer Aufzüge am Werdohler Bahnhof nicht zufrieden, räumt Lübberink in dem Antwortschreiben ein. Deshalb habe sich das Unternehmen auch dazu entschlossen, alle drei Anlagen zu erneuern. Der Anfang sei mit dem Aufzug an der der P&R-Anlage auf der innerstädtischen Seite im vergangenen Jahr bereits gemacht worden. „Nach dem Austausch konnten wir in diesem Jahr eine Verfügbarkeit von 99 Prozent erreichen“, verweist Lübberink auf den Erfolg dieser Maßnahme.

Nächster Austausch wohl 2023

Der mittlere Aufzug zum Bahnsteig und der Aufzug an der Vosslohstraße sollen nach Worten des NRW-Bahnchefs „voraussichtlich im Jahr 2023“ ausgetauscht werden. Durch den Austausch auch dieser beiden Alt-Anlagen rechne die Bahn ebenfalls mit einer „deutlich verbesserten Verfügbarkeit“ für die Reisenden.

Werner J. Lübberink ist Bahn-Chef für NRW.
Werner J. Lübberink ist Bahn-Chef für NRW. © Maja Hitij

Lübberink geht auch auf mögliche Ursachen für die Betriebsstörungen an den Aufzugsanlagen ein, von denen die ältesten beiden im Sommer 2006 installiert worden sind. „Leider müssen wir ... verstärkt feststellen, dass nicht allein das Anlagenalter eine Rolle bei der Häufigkeit der Störungen spielt, sondern vielmehr auch der Vandalismus“, heißt es in dem Antwortschreiben. Alleine in diesem Jahr seien mehr als 20 solcher Fälle erfasst worden, jeweils mit der Folge, dass die Anlage anschließend habe stillgelegt werden müssen, bis ein Fachunternehmen die vollständige Funktionalität bestätigte beziehungsweise wiederherstellte. Für die Werdohler ist das freilich keine neue Erkenntnis. Einen Lösungsansatz für dieses Problem präsentiert der NRW-Bahnchef nicht.

Rampen-Vorschlag wird nicht thematisiert

Auch auf die in der Resolution formulierte Anregung des Rates, vor allem Reisenden mit Fahrrädern den Zugang vom und zum Bahnsteig durch lange Rampen zu ermöglichen, geht der NRW-Bahnchef in seiner Antwort nicht ein. Er versichert jedoch in einer allgemein gehaltenen Formulierung, „dass wir alles daransetzen, unsere gemeinsamen Kunden ein bequemes Reisen zu ermöglichen.“ Er verweist dabei auf die App „Bahn live“, die es Reisenden ermögliche, die Verfügbarkeit von Aufzügen schon vor Reiseantritt zu prüfen. Dass Reisende, die in Werdohl ankommen, trotzdem vor einem kurzfristig ausgefallenen Aufzug stehen können, lässt der NRW-Bahnchef bei diesem Hinweis außer acht.

Bürgermeister Andreas Späinghaus (SPD) bezeichnete die Antwort der Bahn als „relativ lapidar“. Das Unternehmen habe den eigentlichen Kern des Problems nicht erkannt, brachte er zum Ausdruck: „Den Reisenden ist es ziemlich egal, ob ein Aufzug wegen Vandalismus oder wegen technischer Probleme außer Betrieb ist.“ Enttäuscht äußerte sich Späinghaus auch darüber, dass die Bahn auf die Idee der Rampen für Radfahrer gar nicht eingegangen sei. „Ich werde noch einmal das Gespräch suchen“, kündigte er an.

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