Deutlich weniger Straftaten im Werdohler Stadtgebiet

Straftaten gegen das Leben gab es im vergangenen Jahr in Werdohl keine einzige.

WERDOHL ▪ Die Polizei hat für das Werdohler Stadtgebiet im vergangenen Jahr einen deutlichen Rückgang der registrierten Straftaten festgestellt. 2008 waren es 1117 Fälle, im vergangenen Jahr nur noch 963. Von Volker Heyn

Das entspricht einem Rückgang von 154 Fällen oder 13,79 Prozent. Die Polizei im Südkreis spricht sogar von einer landesweit überdurchschnittlichen Aufklärungsquote von 56 Prozent in Werdohl. In etwa dieselbe Größe wird im Bereich der gesamten Polizeiinspektion erreicht. Die Krimininalitätsbelastung von Werdohl liegt damit deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Das erklärten gestern Polizeihauptkommissar Wolfgang Klein und der Leiter des Kriminalkommissariats, Hermann Knoke in Plettenberg.

Der Rückgang an Straftaten durchzieht alle Bereiche. Am deutlichsten verringert haben sich die Delikte in den Bereichen Diebstahl (minus 27 Prozent) und Sachbeschädiging (minus 27 Prozent). Hier lohnt ein Blick auf die Gliederung. Diebstahl unter erschwerenden Umständen verzeichnete sogar einen Rückgang von minus 41 Prozent, das ist der höchste Rückgang aller Sparten. Das ist auch von den Fallzahlen her aussagekräftig, sanken diese doch von 191 auf 112. Wohnungseinbruchsdiebstahl ist insgesamt ein eher seltenes Delikt: 22 Fällen in 2008 standen 2009 nur noch 17 gegenüber. Noch weniger signifikanat ist die Zahl der gefürchteten Tageswohnungseinbrüche: Fünf Fälle in 2009, allerdings einer mehr als 2008.

Von der reinen Zahl her sind Diebstahlsdelikte insgesamt der größte Bereich: 371 Mal wurde 2008 etwas gestohlen oder weggenommen, 2009 gab es 100 Fälle weniger. Vor Handtaschenraub wird immer gewarnt, es gab aber 2009 einen einzigen Fall, in 2008 gar keinen. Diese Relationen muss man sehen.

Straftaten gegen das Leben gab es 2009 keine, im Vorjahr gab es einen Fall. Die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung stieg an: Von neun Fällen in 2008 auf 16 Fälle in 2009. Vier räuberische Erpressungen gab es 2008, zwölf in 2009. Das macht gleich eine 200-prozentige Steigerung aus.

Vermögens- und Fälschungsdelikte sanken von 126 auf 113 Fälle, Sachbeschädigungsdelikte insgesamt von 293 auf 214 Fälle. Hier ist auch die niedrigste Aufklägungsquote von nur 22 Prozent zu finden. Zum Vergleich: Rohheitsdelikte wurden zu 86 Prozent aufgeklärt.

Die Polizei bemerkt eine große Differenz zwischen der tatsächlichen Kriminalitätsrate und dem persönlichen Sicherheitsempfinden der Bürger. Die Kriminalitätsfurcht sei hoch, aber von den Zahlen her unbegründet. Fazit: „Wir benötigen keine Hilfs- oder „schwarze Sheriffs“, sondern Menschen, die daran interessiert sind, der Gesellschaft im Bereich der Jugend- und Gewaltkriminaliät zu helfen.“

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