Minister-Aussage

Deswegen gibt es Hoffnung für Radweg im Lennetal

Auch der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Thomas Kutschaty (rechts), machte sich im Sommer ein Bild von den Verhältnissen an der B 236. Jürgen Henke (links) erläuterte ihm die Planungen, Inge Blask (2. von links) hörte aufmerksam zu.
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Auch der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Thomas Kutschaty (zweiter von rechts), machte sich im Sommer ein Bild von den Verhältnissen an der B 236. Jürgen Henke (links) erläuterte ihm die Planungen, Inge Blask (zweite von links) hörte aufmerksam zu.

Der Gordische Knoten ist offensichtlich durchgeschlagen: Der Landesbetrieb Straßen.NRW und die Obere Wasserbehörde sollen sich auf eine Lösung für den Radweg zwischen Teindeln und Kettling geeinigt haben. Das behauptet jedenfalls NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst. Das heißt aber nicht unbedingt, dass jetzt bald gebaut werden kann.

Werdohl/Plettenberg ‒ Jürgen Henke, der Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung und Werdohls politischer Vorreiter in Sachen Radwege, ist geradezu euphorisch: „Mit dem Bau kann und wird im kommenden Jahr begonnen werden“, sagte er über den Lenneroute-Abschnitt zwischen Teindeln und dem Kettling. Grund zu so viel Optimismus sah Henke in einer Antwort von NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) auf eine Kleine Anfrage der SPD-Abgeordneten Inge Blask und Gordan Dudas.

Die Landtagsabgeordneten aus Lüdenscheid und Hemer hatten am 9. Oktober bei der Landesregierung nachgefragt, wie es denn jetzt um den Radwegabschnitt stehe, der im Verlauf die Lenneroute die Verbindung zwischen Werdohl und Plettenberg herstellen soll. Zur Erinnerung: Der Landesbetrieb Straßen.NRW als Geldgeber und die Obere Wasserbehörde als Wächterin über Umweltbelange hatten sich zuletzt über die Ausführung des Radweges zwischen B 236 und Lenne gestritten.

Bereits im Januar hatte Blask in einer Kleinen Anfrage nach dem Planungsstand dieses Radwegabschnittes gefragt, dessen Bau besonders schwierig zu sein scheint. Aus der Antwort der Landesregierung habe sich aber kein genauer Zeitplan entnehmen lassen, begründete die Abgeordnete aus Hemer, warum sie die Anfrage jetzt noch einmal wiederholt hat.

Jetzt haben Blask und Dudas von Verkehrminister Wüst die Antwort erhalten, dass die Landesregierung „eine baldige und zügige Realisierung des Radweges“, beabsichtige. Zur Vermeidung eines langwierigen Verfahrens solle eine Realisierung als Fall von unwesentlicher Bedeutung angestrebt werden. Nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz des Landes können in solchen Fällen ein Planfeststellungs- oder Plangenehmigungsverfahren entfallen, das Verfahren würde also beschleunigt. Im Fall des Radwegs zwischen Werdohl und Plettenberg sei dafür aber das Einvernehmen mit den Trägern öffentlicher Belange, insbesondere den Umweltbehörden, notwendig, schränkt Wüst ein.

Damit wären die Grundlagen geschaffen, das Vorhaben erfolgreich weiter zu planen.

Hendrik Wüst, NRW-Verkehrsminister, in einer Antwort an die SPD--Landtagsabgeordneten Inge Blask und Gordan Dudas

„Nach langen Verhandlungen“, habe der Landesbetrieb Straßen.NRW Ende September mit der Oberen Wasserbehörde erörtert, wie der Radweg parallel zur Bundesstraße im Uferbereich der Lenne geführt werden könnte, erläutert der Minister in seiner Antwort weiter. Dies werde aktuell untersucht. „Damit wären die Grundlagen geschaffen, das Vorhaben erfolgreich weiter zu planen“, heißt es in der Antwort des Ministers.

Was den Zeitplan angeht, hält sich Wüst aber nach wie vor etwas bedeckt. Wenn das Einvernehmen mit den Naturschutrz- und Wasserbehörden hergestellt sei, könne die Genehmigung erteilt werden. Eine Angabe, wie lange das dauern könnte, macht der Minister nicht. Etwas konkreter wird er, was das daran anschließende Verfahren angeht. Binnen eines Jahres könne die Planung erstellt und anschließend mit dem Bau begonnen werden. Realistischerweise dürfte also mit den Arbeiten auf keinen Fall vor dem Jahr 2022 begonnen werden.

Insofern ist der Werdohler Ausschussvorsitzende Henke also wohl etwas zu optimistisch gewesen. Gleichwohl richtet er den Blick schon wieder auf neue Aufgabe. „Jetzt sollten wir uns intensiv um das weitere innerstädtische Radwegenetz kümmern“, sieht er noch reichlich Aufgaben, die zu erledigen sind.

Freude löste die Ministerantwort dennoch aus, auch bei Sebastian Rittner, dem Sprecher der ADFC-Ortsgruppe Plettenberg. „Es tut sich was“, nahm der Interessenvertreter der Fahrradfahrer die Nachricht aus Düsseldorf erfreut zur Kenntnis. Gleichzeitig versicherte er: „Wir bleiben auch vom ADFC-Märkischer Kreis dran, um das ganze Projekt Lenneradweg voranzubringen.“

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