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93 Prozent weniger Treibhausgase: Stadt baut Fahrzeugflotte um

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Von: Volker Griese

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Mit einem Aufkleber der Nationalen Klimaschutzinitiative hat Udo Kretzschmar von der Neuenrader Firma Alles Werbung die neuen Renault Kangoo Z.E. des Baubetriebshofes versehen.
Mit einem Aufkleber der Nationalen Klimaschutzinitiative hat Udo Kretzschmar von der Neuenrader Firma Alles Werbung die neuen Renault Kangoo Z.E. des Baubetriebshofes versehen. © Volker Griese

Mit der Inbetriebnahme von zwei weiteren Elektrofahrzeugen durch den Baubetriebshof hat die Stadt Werdohl die Umrüstung ihrer Fahrzeugflotte auf Modelle mit umweltfreundlichen Antrieben vorerst abgeschlossen. In den vergangenen drei Jahren sind fünf Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren außer Dienst gestellt worden.

Werdohl ‒ Zum Start hatte die Stadt 2019 einen rein elektrisch angetriebenen Renault Kangoo Z.E. für 22.700 Euro und einen Plug-in-Hybrid des Typs Mitsubishi Outlander für rund 35.800 Euro angeschafft. Ein Jahr später kam mit einem Kia Ceed für 34.400 Euro ein weiterer Plug-in-Hybrid hinzu. Zum Abschluss gab es dann jetzt noch einmal zwei Renault Kangoo Z.E. für insgesamt 52.800 Euro. „Wir hätten sogar noch ein sechstes Fahrzeug austauschen können, aber wegen Lieferproblemen passt das zeitlich nicht mehr“, sagte Klimaschutzmanagerin Meike Majewski. Die mit Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums geförderte Maßnahme müsse aber bis Ende dieses Jahres abgerechnet werden.

Insgesamt hat diese Umstellung auf Fahrzeuge mit umweltfreundlichem Antrieb knapp 146.000 Euro gekostet. Sie wurde etwa zur Hälfte mit Bundesmitteln aus der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert. Ziemlich genau 70.000 Euro fließen an die Stadt zurück.

Für die Klimaschutzmanagerin rechnet sich die Investition wegen der Förderung nicht nur finanziell, sondern auch unter dem Gesichtspunkt der Treibhausgasminderung. „Alle fünf Altfahrzeuge zusammen haben 950 Gramm CO2 pro Kilometer ausgestoßen, jetzt erzeugen die beiden Hybridfahrzeuge noch 70 Gramm“, hat sie ausgerechnet, dass der Treibhausgasaustoß um rund 93 Prozent gesunken ist. Die drei rein elektrisch angetriebenen Fahrzeuge stoßen beim Betrieb keinerlei CO2 aus.

Auch der Fahrspaß komme in den umweltfreundlichen Autos nicht zu kurz. „Die Kollegen schwärmen“, gibt Meike Majewski die Meinung derer wieder, die tagtäglich am Steuer der Elektro- und Hybridfahrzeuge sitzen. Sie selbst habe den Kia-Hybrid schon ausprobieren können. „Der fährt sich auch gut, aber ich fahre am liebsten rein elektrisch“, verrät Majewski.

Doch wie sieht es überhaupt mit den Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge aus in Werdohl? Im Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung hatte es kürzlich kritische Nachfragen gegeben, warum beispielsweise die Stadt Balve eine Förderung für sechs Ladesäulen erhalten habe, in Werdohl aber bislang nur zwei Stationen zur Verfügung stehen. Die Verwaltung hatte erklärt, dass die Installation der Ladesäulen in Werdohl Angelegenheit der Stadtwerke sei. Meike Majewski sagte nun, dass weitere Stationen zum Aufladen von E-Fahrzeugen zweifellos wünschenswert seien. Nicht immer sei das aber Aufgabe der Stadt beziehungsweise der Stadtwerke. Vielmehr sei auch privatwirtschaftliches Engagement gefragt, wenn es beispielsweise um Ladesäulen an Supermärkten oder an der Stadtklinik gehe.

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