Arbeiten zwei Bundesstraßen

Deshalb droht im Lennetal ein neuer Verkehrsinfarkt

+
Die Bundesstraße 236 war im vergangenen Jahr für rund ein halbes Jahr zwischen Werdohl und Plettenberg gesperrt. Ab Anfang April gibt es erneut eine mehrmonatige Sperrung, dann zwischen Altena und Werdohl.

Werdohl -  Autofahrern im Lenne- und Versetal droht in den nächsten Monaten ein neuerliches Verkehrschaos. Der Landesbetrieb Straßen.NRW und zwei Gasversorger planen umfangreiche Baumaßnahmen an den beiden Bundesstraße 229 und 236. Im April soll es losgehen, bis die letzte Maßnahme abgeschlossen ist, dürfte es Februar 2021 werden.

Über rund ein halbes Jahr hinweg mussten die Verkehrsteilnehmer in Werdohl lange Umleitungen und deutlich längere Fahrtzeiten in Kauf nehmen, wenn sie nach Plettenberg kommen wollten. Denn der Verteilnetzbetreiber Westnetz ließ eine Gasleitung verlegen, weshalb die Bundesstraße 236 gesperrt werden musste. Ab Anfang April wird die B236 nun in der anderen Richtung erneut für fast ein halbes Jahr gesperrt.

Diesmal ist es der Versorger Open Grid Europe, der einen Teil der Gas-Südwestfalenleitung erneuern lässt. Die Auswirkungen für die Verkehrsteilnehmer dürften diesmal noch heftiger ausfallen.

Was kommt auf die Verkehrsteilnehmer zu?

Wenn die Maßnahme mit Beginn der Osterferien am 6. April startet und bis Mitte September abgeschlossen werden soll, können Autofahrer und Biker die Sperrung auf Altenaer Stadtgebiet zwischen der ehemaligen Firma Bierbach und dem Stortel zwar noch halbwegs bequem zum Beispiel über Rosmart und dann den Höhenweg umfahren, für den Schwerlastverkehr gilt dies allerdings nicht, weil der Höhenweg für diese Fahrzeuge bekanntlich gesperrt ist.

Wie wird der Schwerlastverkehr umgeleitet?

Lastwagen werden also von Altena kommend über Lüdenscheid und anschließend durch das Versetal geleitet, so dass sich der Fahrtweg nach Werdohl von knapp 16 Kilometern mehr als verdoppelt. Diese Route gilt für den gesamten Schwerlastverkehr, der das ansonsten abgeschnittene Gewerbegebiet in Dresel erreichen möchte und dafür komplett durch das Werdohler Stadtgebiet fahren muss.

Wo könnte es zu Problemen kommen?

Spätestens im Versetal dürfte die Geduld der Lastwagenfahrer auf eine harte Probe gestellt werden, denn dort laufen noch bis mindestens Ende April die Arbeiten zur Erneuerung der Stützwand entlang der Bundesstraße 229, der Verkehr wird einspurig über eine mobile Ampelanlage geregelt.

Was ist im Versetal noch zu tun?

„Die eigentlichen Arbeiten an der Stützmauer sind abgeschlossen. Derzeit werden noch die Geländer montiert“, sagte Andreas Berg, Pressesprecher des Landesbetriebs Straßen.NRW, in der vergangenen Woche auf Anfrage. Anschließend folgen die Asphaltarbeiten, um den Aufbau der Straße wieder komplett herzustellen. Sollte der neue Asphalt in Fahrtrichtung Werdohl ursprünglich nur bis zur Einmündung Kirchstraße auftragen werden, erstrecken sich die Arbeiten nun bis zur Straße Am Kollhahn. „Wir haben festgestellt, dass der Straßenbelag auch in diesem Bereich schadhaft ist und erneuert werden muss“, sagte Berg.

Warum ruhte die Baustelle zuletzt?

Auf der Baustelle an der B229 war über Wochen gar nicht gearbeitet worden, weil eine gewisse Straßenbreite erhalten werden musste, um den Streufahrzeugen ein Durchkommen zu ermöglichen. „Bleibt das Wetter jetzt aber offen, können wir in den nächsten Tagen auch mit den Asphaltarbeiten weitermachen“, versprach Berg. Ohnehin lägen die Arbeiten noch im Zeitplan.

Gibt es anschließend freie Fahrt?

Nein. Freie Fahrt wird es auch nach Abschluss dieser Arbeiten nicht geben – oder maximal kurzzeitig. Denn ab dem Frühsommer plant Westnetz auch die Gasleitung durch das Versetal zu erneuern – bei dann erneut halbseitiger Sperrung der Bundesstraße. Man hätte mit dieser Maßnahme gerne schon früher begonnen, dies sei wegen der Straßen.NRW-Baustelle jedoch nicht möglich gewesen, sagte eine Westnetz-Sprecherin vor ein paar Tagen auf Anfrage, ohne jetzt schon einen genauen Starttermin nennen zu können.

Dieser Darstellung widerspricht Berg: „Als wir unsere Maßnahme mit einer Bauzeit von rund einem Jahr bekannt gegeben haben, lagen keine Vorhaben von weiteren Bauträgern für diesen Bereich vor. Deshalb konnten wir die Arbeiten an der Gasleitung natürlich auch nicht einplanen.“

Wo könnte es noch zu Schwierigkeiten kommen?

Für zusätzliche Verkehrsprobleme in der Stadt könnte eine zweite Baustelle sorgen. Straßen.NRW lässt vor dem Werdohler VDM-Werk bekanntlich einen Kreisverkehr bauen. Der Kreisel soll den viel befahrenen Kreuzungspunkt von drei Straßen – Plettenberger, Neuenrader und Lüdenscheider Straße – sowie der VDM-Werkszufahrt sicherer machen. Um den Bau realisieren zu können, muss unter anderem die Neuenrader Straße zwischen der Kreuzung und der Einmündung Neustadtstraße für die Dauer der mehrmonatigen Arbeiten für den Durchgangsverkehr gesperrt werden. Der Landesbetrieb möchte den Auftrag für den Kreiselbau zeitnah vergeben und hofft derzeit auf einen Baubeginn im Mai.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare