Deshalb kam es zum Disput um den Zeppelin-Verein

+
Rund 20 Gäste waren auf Einladung des Zeppelin-Vereins ins KKF gekommen.

Werdohl - Die „Bombe“ ging kurz vor Ende des 70-minütigen Abends im Kleinen Kulturforum doch noch hoch. Heinz Rohe vom Kleinen Kulturforum griff Moritz Adolf Trappe vom Verein Zeppelinstadt Werdohl verbal an.

Rohe sprach Trappe gezielt an, als er zugespitzt formulierte: „Man gründet hier einen eigenen Verein, hält die anderen für geistig minderbemittelt und übersieht, dass es in der Stadt schon zahlreiche Vereine gibt, die sich um Kulturelles und Historisches kümmern.“

Der derart Angesprochene ließ sich nicht lange bitten und lieferte die provokante Retourkutsche. Ja, es gebe etwa den Heimatverein, der die Themen Aluminium und Zeppelin auch aufgreife, „aber eben nicht im gewünschten Umfang“, sagte er. Und schob hinterher: „Außerdem habe ich das Know-How. Und manchmal braucht es einen Quälgeist, der mit etwas anfängt.“

Eigentliches Thema des Abends war eine Vorstellung des Vereins „WasserEisenLand“ mit Sitz in Hagen durch dessen Vorsitzenden Stephan Sensen. Sensen ist auch Leiter der Museen auf Burg Altena. Gut 20 Gäste waren gekommen, darunter auch Ratsmitglieder aus der CDU- und der FDP-Fraktion. Die anderen Parteien im Rat hätten sich entschuldigt, teilte Trappe mit.

Sensen sprach über seinen Verein, der sich um die Industriekultur in Südwestfalen bemüht. Nach dem Willen Trappes sollte die Stadt Werdohl diesem Verein, der aktuell rund 70 Mitglieder hat, beitreten. Sensen führte aus: „Südwestfalen ist die drittstärkste Industrieregion ganz Deutschlands.“

Bereits vor etwa 3000 Jahren seien im Raum Soest Beile gegossen worden. Dort liege die Wiege des Metallgewerbes. Außerdem herrsche in Südwestfalen Wasserreichtum. Flüsse seien schon im Mittelalter genutzt worden als Antriebe für Verhüttungswerke. Die Eisenbahn und der Bergbau hätten später im Zuge der Industrialisierung die Region aufgewertet, in letzter Konsequenz aber auch zur Konkurrenz durch das Ruhrgebiet geführt.

 Talsperren und künstlich angelegte Seen hätten die Bedeutung der Region Südwestfalen gesichert. „Damals waren Lenne und Volme allerdings noch vollkommen verdreckt“, erinnerte Sensen. Die Entwicklung von Klärwerken habe dies erst im vorigen Jahrhundert geändert.

Der WasserEisenLand-Vorsitzende betonte weiter: „Die regionale Identität Südwestfalens wird aber auch geprägt durch viel Grün und das hohe Erholungspotenzial dieses Landstriches.“ „WasserEisenLand“ sei 1985 als „kleine Arbeitsgemeinschaft“ gegründet worden und habe sich zehn Jahre lang ausschließlich dem Märkischen Kreis gewidmet. 1996 kam es dann zur Vereinsgründung. „Die Vorteile einer gemeinsamen Vermarktung liegen auf der Hand“, befand Sensen. So hätten die 50 attraktivsten Denkmäler der Region jährlich circa eine Million Besucher.

Der Verein veranstalte Konzerte unter dem Motto „Live im Fabriksken“ und gestalte technische Spielplätze - wie etwa in der Balver Ortslage Wocklum. Diese Aktivitäten und Orte ergänzten die Strahlkraft der historischen Stätten.

Neu für den Verein WasserEisenLand sei nun die touristische Kooperation mit dem Ruhrgebiets-Verein „Routen der Industriekultur“. Ein Vorteil sei beispielsweise, gemeinsam den Personennahverkehr zu stärken und auszubauen. Der Verein werde getragen von Ehrenamtlichen, „die mit außerordentlich hohem Engagement dabei sind“, schloss Sensen seine Ausführungen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare