Derber Rundumschlag durch WBG-Vorsitzenden

Nur eine geringe Zahl von Mitgliedern verfolgte die Versammlung der Werdohler Bürgergemeinschaft.

WERDOHL ▪ Für die WBG ist das Thema Evangelische Grundschule längst noch nicht vom Tisch. Das machte der Vorsitzende der Bürgergemeinschaft, Thomas Janikowski, während einer Mitgliederversammlung am Donnerstagabend in der Gaststätte Zum Spiegel klar. Man arbeite „mit Hochdruck an einer Lösung“ und sehe einer Rückführung der Schule in die Stadtmitte – ohne Auswirkungen auf die bestehenden Förderrichtlinien – im Sommer 2011 positiv entgegen.

Vor nur 15 erschienenen Mitgliedern – nicht einmal die WBG-Fraktion war vollzählig – holte Vorsitzender Janikowski am Donnerstag in seinem politischen Lagebericht zu einem verbalen Rundumschlag aus. Er kritisierte im Zusammenhang mit der Pestalozzischule die aus seiner Sicht unzureichende Informationspolitik von Bürgermeister Siegfried Griebsch, der auch ansonsten eine faire und sachliche Zusammenarbeit bisher vermissen lasse.

Weiter bezog Janikowski auch den SPD-Fraktionschef Böttcher mit in seine Kritik ein. Ihm sei nur schwer zu glauben, dass er sein Wissen über die wegen der Förderschule geführten Gespräche nicht für seine politischen Ziele umgesetzt habe. Zudem habe die WBG den Eindruck, dass Michael Göbel von den Eltern der Pestalozzischule „durch zurückgehaltene oder falsche Informationen für politische Zwecke instrumentalisiert wurde“.

Vorhaltungen, man habe über den Kindergarten Ütterlingsen, die VHS und Musikschule hinweg Entscheidungen getroffen, wies Janikowski zurück. Zwischen der Veröffentlichung des Antrages von CDU und WBG und der Ratssitzung lagen mehrere Wochen und damit genug Zeit, um mit allen Betroffenen zu diskutieren und deren Vorstellungen kennen zu lernen.

Die von der VHS-Leiterin Barbara Funke verfasste Stellungnahme sei „in ihrer Widersprüchlichkeit nicht zu überbieten“. Das Papier tauge allenfalls zur Provokation und stelle „in seiner Gesamtheit eine einzige Unverschämtheit dar“.

Auch Woge-Geschäftsführer Ingo Wöste kam beim WBG-Vorsitzenden nicht ohne Kritik davon. Er habe sich in einer Form in die Lokalpolitik eingemischt, die ihresgleichen suche. Wöste habe den CDU/WBG-Antrag in polemischer Form attackiert, ohne seine Aussagen durch Zahlen zu belegen. Wöste solle sich mehr auf seine eigentlichen Aufgaben konzentrieren – dann klappe es vielleicht auch mit dem Weihnachtsmarkt. „Im Übrigen sollte man die sogenannten Erfolge des Selbstdarstellers Wöste etwas kritischer betrachten“, riet Janikowski.

Der WBG-Vorsitzende beklagte sich darüber hinaus, dass Anträge der Bürgergemeinschaft in den Vorlagen der Stadtverwaltung für den Rat und seine Ausschüsse negativ dargestellt würden. „Wenn die Kostenschiene nicht zog, bemühte man sich um an den Haaren herbeigezogene Argumente“, so Janikowski.

Gleichwohl werde man sich auch weiter um eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister bemühen. Allerdings werde Siegfried Griebsch „sich in Zukunft daran gewöhnen müssen, dass die Mehrheit im Rat nicht mehr die gleiche ist, wie vor der Wahl“. Diese Mehrheit „werden wir in Zukunft benutzen, um die in unserem Wahlprogramm aufgeführten Punkte umzusetzen“. Bei der Neustadtstraße sei das inzwischen geschehen, bei der Wiedereinrichtung des Grünabfall-Sammelplatzes seien die Weichen im Fachausschuss gestellt.

Im Bereich des Gesundheitswesens, so der WBG-Chef weiter, sei dringend Aktivität erforderlich. Man fordere daher die Einrichtung eines Gesundheitsausschusses oder zumindest einen entsprechenden Arbeitskreis, um im Rahmen der kommunalen Möglichkeiten nach Lösungen zu suchen.

Im Bereich Sicherheit und Ordnung sieht die WBG einer geplanten Zusammenlegung der Ordnungsdienste aus Plettenberg und Werdohl mehr als skeptisch entgegen. Eine Kooperation mit Plettenberg könne es nur geben, wenn Werdohl dadurch profitiere. Die Entwicklung im interkommunalen Gewerbegebiet Rosmart werde weiter kritisch begleitet. Gefordert werde ein besseres Management

Rainer Kanbach

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