Verkehr

Zeitplan für die neue Brücke

Hier wird die Behelfsbrücke über die Lenne installiert. Büsche und Bäume wurden schon gerodet.
+
Hier wird die Behelfsbrücke installiert. Büsche und Bäume wurden schon gerodet.

Werdohl – Es sieht ganz so aus, dass Straßen.NRW verloren gegangenes Vertrauen in Aussagen zu Zeitabläufen wiederherstellen kann: Die Ausschreibung zur Errichtung der Behelfsbrücke soll planmäßig im Laufe dieser Woche veröffentlicht werden.


Noch am Montag vor genau einer Woche machte Bürgermeister Andreas Späinghaus deutlich, was er bisher von zeitlichen Erklärungen des staatlichen Straßenbaubetriebs in Nordhein-Westfalen hält: Sehr wenig. Auf Nachfrage der SPD-Fraktionsvorsitzenden Marion Gierse nach dem Stand der Dinge beim Bau der Ersatzbrücke für die instabile Lennebrücke sagte Späinghaus, dass ihn in diesem Zusammenhang kaum etwas wundere.

Zuschlag für Bauunternehmen Anfang Juli

Pressesprecherin Julia Ollertz und Projektleiter Christoph Klappert von Straßen.NRW wollen liefern und geben nur Informationen über den Planungsstand, wenn sie von dessen Realisierung überzeugt sind. Es geht der Behörde dabei auch um Glaubwürdigkeit und das Verständnis für die Abläufe bei solchen Großprojekten. Wenn die neue Brücke tatsächlich in 2024 fertig sein sollte, sind immerhin zehn Jahre nach der ersten Mängelfeststellung vergangen. An die im November 2020 endlich eingestandenen Fehler und Mängel von verschiedenen Seiten hat der Landesstraßenbaubetrieb einen genauen Bauzeitenplan zunächst für die Behelfsbrücke vorgelegt. Demnach soll die Veröffentlichung der Ausschreibung Ende der Kalenderwoche 13 direkt vor Ostern erfolgen. Die Submission der Ausschreibungsergebnisse ist für Anfang Mai in den Kalenderwochen 18 und 19 geplant. Die Zuschlagserteilung soll Anfang Juli erfolgen. Julia Ollertz sagte auf Nachfrage, dass mit Vergabe die weitere Bauplanung durch die ausführende Firma erfolge. Der weitere Plan sieht so aus: Baubeginn ab Juli; erste sichtbare Bautätigkeit im Laufe des August; vertragliche geplante Fertigstellung Ende 2021.

Behelfsbrücke wiegt 332 Tonnen und kostet 2 Millionen Euro

Bei der Behelfsbrücke handelt es sich um das „schwere Festbrückengerät SS 80“ des Bundes, eine Konstruktion aus Fachwerkstahl. Die einzelnen Segmente sind 14 Meter lang und werden in einem spektakulären Verfahren von Werdohler Seite aus frei über die Lenne geschoben. Die Brücke ist 80 Meter lang und 9,72 Meter breit, darauf ist eine doppelte Fahrspur und daran ein Gehweg. Die Brücke wiegt einschließlich Gehweg 332 Tonnen, die Vorbauten und Träger bringen noch einmal 84 Tonnen. Die Brücke besteht aus 1200 Einzelteilen und wird von 6270 Schrauben zusammengehalten. Die Widerlager bestehen aus 270 Kubikmeter Stahlbeton. Die Behelfsbrücke wird geschätzt etwa zwei Millionen Euro kosten.

Danach wird die alte Lennebrücke aus Gründen des Gewässerschutzes nicht einfach mit einem Bagger abgebrochen, sondern spektakulär zersägt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare