Dennis Vogler liebt Tiere

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Ein echter Familienbetrieb: Svenja Wiese (v. l.), ihre jüngere Schwester Antje Roth, die das Reit- und Therapiezentrum leitet, sowie Mutter Marina Roth (r.) , Betreiberin des Kleintierhotels Roth, kümmern sich um die Ausbildung von Dennis Vogler.

WERDOHL ▪ Während sich andere Jugendliche in seinem Alter um eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker oder Industriekaufmann bewerben, hat der 19-jährige Dennis Vogler Anfang September eine Ausbildung zum Tierpfleger, Fachrichtung Heim- und Pensionstierpflege, in Werdohl begonnen.

Von Ute Heinze

Schon 2010 hatte sich der junge Mann um einen Ausbildungsplatz in diesem Bereich beworben, doch ohne Erfolg. „Ich habe dann eine Lehre zum Maschinen- und Anlagenführer begonnen“, sagt Dennis. Dann wurde Vogler, der diese Ausbildung Ende 2011 abbrach, auf die gemeinsame Stellenanzeige des Reit- und Therapiezentrums an der Hölzernen Klinke und des Kleintierhotels-Roth aufmerksam.

„Weil es bei der Abschlussprüfung am Ende der Ausbildung vor allem um Katzen und Hunde geht, bot sich diese Kooperation an“, sagt Marina Roth, die das Kleintierhotel in der Innenstadt betreibt. Ein weiterer Grund für die Zusammenarbeit: Roths Tochter Antje leitet das Reit- und Therapiezentrum. Und auch die Ausbilderin kommt aus der Familie: Marina Roths älteste Tochter Svenja Wiese ist selbst Tierpflegerin mit Schwerpunkt Heim- und Pensionstierpflege. Sie vermittelt Dennis künftig die Grundlagen des Berufes. Auf die Idee zum Ausbildungsbetrieb zu werden, kamen die Roths im April, als eine Werdohler Realschülerin ihr Praktikum an der Hölzernen Klinke absolvierte. Um dem künftigen Azubi eine möglichst umfangreiche Ausbildung zu bieten, entschlossen sich Mutter und Tochter zur Zusammenarbeit. Eine Vertreterin der SIHK beriet die Frauen und ermöglichte, dass beide Betriebe zu einem Ausbildungsbetrieb wurden.

„Ich bin von Klein auf mit Tieren aufgewachsen“, sagt Dennis. Sein Arbeitstag beginnt täglich um 7 Uhr. Dann heißt es zunächst Pferde füttern, das Wasser in dem Tränken auf den Weiden kontrollieren, Boxen misten und Zwinger säubern. 400 Euro verdient Dennis im ersten, 450 im zweiten und 500 im dritten Lehrjahr. „Diesen Job macht man nicht, weil man viel Geld verdienen will sondern weil man Tiere liebt“, sagt Svenja Wiese. Und Dennis liebt Tiere über alles. „Vom Kanarienvogel bis zum Kaninchen. Ich mag jedes Tier“, sagt der 19-jährige Plettenberger, der einmal in der Woche in Münster die Berufsschule besucht. 16 seiner 18 Klassenkameraden sind weiblich, berichtet Dennis, der direkt zum Klassensprecher gewählt wurde.

Neben der Ausbildung an der Hölzernen Klinke und im Kleintierhotel haben sich Marina und Antje Roth bereits um zwei Praktika für Dennis bemüht, die er während der kommenden drei Jahre absolvieren soll. Einblick in die Arbeit eines Hufschmiedes und die eines Tierarztes stehen für ihn ebenfalls auf dem Programm. Auch beim Tierschutzverein Werdohl-Neuenrade wollen Mutter und Tochter wegen eines Praktikums noch nachfragen. „Dennis soll bei uns eine umfangreiche Ausbildung erhalten und möglichst viel lernen“, so Antje Roth. 30 Bewerbungen gingen über ihren Tisch. „Auch wenn als Einstellungsvoraussetzung kein besonderer Schulabschluss nötig ist, in den Hauptfächern sollten die Bewerber schon befriedigende Noten vorweisen“, so Antje Roth weiter.

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