Ahe-Hammer: Stiftungsgeld ist aufgebraucht

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Restaurator und Maurermeister Peter Schneider erklärte der vielköpfigen Delegation der Stiftung Industriedenkmalpflege, wie weit die Arbeiten an der zweiten Esse im Ahe-Hammer sind.

Werdohl/Herscheid – Eine fünfköpfige Delegation der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur aus Dortmund besuchte am Freitag ihr Eigentum im Sauerland: Den Osemundhammer im Tal der Schwarzen Ahe. Von Silvia Voßloh und Manfred Buchta vom Förderverein ließen sich die Denkmalexperten den Fortgang der jahrelangen Sanierungsarbeiten erklären. Erstes Fazit: Es ist sehr viel erreicht worden, aber das Stiftungsgeld ist so gut wie verbraucht. Von der ursprünglich für 2016 angepeilten regelmäßigen Öffnungszeiten ist man immer noch ein Stück entfernt. Vielleicht gelingt es ab Mai 2021.

Erst wurden Teich und Dachstuhl, dann die große Esse im linken Bereich saniert. Seit Monaten wird an der zweiten Esse im rechten Bereich gearbeitet. Maurermeister und Restaurator Peter Schneider ist mit Geselle auf der Baustelle, die einer Wundertüte gleicht. Das wurde bei der Besichtigung am Freitag deutlich: Je mehr die 400 Jahre alte Feuerstelle geöffnet wurde, desto mehr Arbeiten wurden erkennbar.

Die Esse soll später wieder benutzt werden können, es gibt also große Temperaturschwankungen und starke mechanische Einwirkungen. So etwas ließe sich mit ausschließlich traditionellen Bauteilen nicht mehr realisieren. Also wird in enger Absprache auch mal etwas Zement beigemischt, und moderner verzinkter Stahl ist auch an einigen Stellen nötig. Peter Pollinger, bei der Stiftung für den technischen Teil zuständig, brachte es mit einer Frage auf den Punkt: „Welchen Status wollen wir für die Restaurierung übernehmen? Den von 1600, von 1700 oder den von der jüngsten Sanierung?“

Die Stiftungsvertreter ließen sich von Siliva Voßloh und Manfred Buchta vom Förderverein die Arbeiten zeigen, die ehrenamtlich erledigt wurden. Auf der Wiese liegen die durchgerosteten Träger der Esse, die ausgetauscht werden mussten.

Dass auch in der Corona-Zeit durchgehend am Hammer gearbeitet wurde, ist von außen nicht zu ersehen gewesen. Von daher war es vor allem dem Förderverein um Manfred Buchta und Silvia Voßloh wichtig, dass es vernehmbare Lebenszeichen vom Ahe-Hammer gibt. Seit Monaten treffen sich die Mitglieder vom Förderverein und mähen regelmäßig etwa die Hälfte der 5000 Quadratmeter. Die Umlage ist gut gepflegt. Die Blockhütte soll in ein Besucherzentrum umgewandelt werden, es gibt Ideen für Filmvorführungen.

Nach der Besichtigung der Hammer-Baustelle, des Teiches und des Bachzulaufs setzten sich die Frauen und Männer von der Stiftung und vom Förderverein in der Hütte zusammen, um vertraglich die zukünftigen Zuständigkeiten zu regeln.

Die Geschäftsführerin der Stiftung, Ursula Mehrfeld, ließ am Freitag durchblicken, dass das von der Stiftung für die Sanierung freigegebene Geld so gut wie aufgebraucht sei. Besprochen wurden neue Fördermöglichkeiten und Spendenaufrufe. Genaueres über die Finanzen will die Stiftung in den nächsten Tagen selbst mitteilen. Manfred Buchta hofft, dass der Hammer wenigstens am Tag des Denkmals im September geöffnet werden kann. Die zweite Esse sollte bis dahin fertig sein.

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