Deipschlade wird zur Flüchtlingsunterkunft

Das Gebäude Deipschlader Weg 7 wird so schnell es geht zur Flüchtlingsunterkunft für alleinstehende Männer umgebaut. Das beschloss der Rat am Montag.

Werdohl - Das derzeit stillgelegte Gebäude Deipschlader Weg 7 wird so schnell es geht als Flüchtlingsunterkunft hergerichtet. Das beschloss der Rat am Montag mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP. Vergeblich versuchte die WBG mit einem Eilantrag, den Tagesordnungspunkt vom Tisch zu bekommen.

Das Bild in der Ratssitzung war schon etwas ungewöhnlich. Die immer noch erkrankte Bürgermeisterin wurde von ihrem ersten Stellvertreter Dirk Middendorf vertreten, er leitete die Sitzung. In fast allen Fraktionen waren zudem Lücken, es gab erhebliche Krankmeldungen. So hatte die WBG am Montag nur drei Stimmen (sonst sind es fünf), mit denen gegen die Herrichtung des früher schon als Übergangswohnheim genutzten Gebäudes gestimmt wurde. WGB-Fraktionsvorsitzender Volker Oßenberg war skeptisch, ob die Herrichtung überhaupt nötig sei, weil man noch keine konkreten Zuweisungszahlen kenne. Außerdem zweifelte er die von der Verwaltung geschätzten Wiederherstellungskosten von 200 000 Euro plus 50 000 Euro für die Ersteinrichtung an. Oßenberg sprach im Antrag von „vorauseilender Instandsetzung“, bei seiner späteren mündlichen Begründung wollte er, dass die Stadt noch mehr den Wohnungsmarkt zur Unterbringung ausnütze. Bekanntlich will die Verwaltung in der Deipschlade bei ausnahmsweiser Vollbelegung bis zu 80 alleinstehende Männer unterbringen. Familien sollen wie bisher ausschließlich mit Wohnungen versorgt werden.

Fachbereichsleiter Bodo Schmidt ließ keinen Zweifel daran, dass diese Entscheidung gut und lange überlegt sei. Die Verwaltung habe alle Risiken beachtet. Bei den anderen Übergangsunterkünften habe die Verwaltung noch mit Dringlichkeitsentscheidungen gearbeitet, für die Deipschlade habe das vermieden werden können. Schmidt verwies darauf, dass die veranschlagten Kosten bei den anderen Übergangsheimen eingehalten und zum Teil sogar unterschritten wurden. Die Deipschlade werde – wie der Winkel – nach und nach eingerichtet und in Betrieb genommen.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Ohrmann sagte: „Wir können froh sein, dass wir dieses Gebäude noch haben, andere Städte wären heilfroh.“ Bislang habe Werdohl auf die Unterbringung in Turnhallen, Schützenheimen und Schulen verzichten können, weil „die Verwaltung damit so umgegangen ist.“ Weitere Flüchtlinge würden kommen, und die sollten ein „vernünftiges Dach über den Kopf bekommen.“

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Wilhelm Jansen sprach von einer „humanitären Aufgabe“: „Da gibt es kein Wenn und Aber und auch keine Alternative zur Deipschlade.“ Friedhelm Hermes sagte für die FDP, dass keine Rede von „vorauseilender Instandsetzung“ sein könne. Die Verwaltung habe planvoll gehandelt.

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