„Die Nachtabschaltung bleibt“

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Viele der rund 15 Bürger, die zur Ausschusssitzung gekommen waren, beschäftigte die Nachtabschaltung.

WERDOHL - Außergewöhnlich viele Bürger waren am Montagabend zum Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung gekommen. Nicht nur die Parkgebühren hatten rund 15 Werdohler bewogen, sich auf den Weg ins Rathaus zu machen. Auch die Nachtabschaltung der Straßenlaternen sorgte für reichlich Gesprächsstoff.

Ein Bürger warf den Politikern vor, nicht die Interessen der Werdohler zu vertreten. „70 bis 80 Prozent der Bürger sind gegen die Nachtabschaltung“, sagte er. „Der Rat war aber mehrheitlich dafür – da muss ich ja gar nicht mehr wählen gehen.“ Die Erwiderung des Bürgermeisters, er habe aber „ein anderes Empfinden“ dieser Zahlen, sorgte für vernehmliches Raunen in den Zuschauerplätzen.

Mehrfach reagierte Siegfried Griebsch auf Kommentare und Einwürfe der Gäste mit dem Hinweis: „Das ist eine Einwohnerfragestunde. Wir führen jetzt keine Diskussion.“ Ein Bürger fragte nach dem Protokoll der Bürgerversammlung, die die WBG im Herbst angeregt hatte. Damals seien eine Reihe von Vorschlägen gemacht worden, wie die Nachtabschaltung rückgängig gemacht werden könnte. Diese seien nicht diskutiert worden.

Den Hinweis eines Werdohlers, die Nachtabschaltung auch beim Bauhof umzusetzen, griff die Verwaltung auf. „Da leuchten nachts richtige Strahler, die keiner braucht“, sagte der Bürger. Der Ausschussvorsitzende Fritz Knoche (CDU) versprach, die Verwaltung werde sich darum kümmern.

Gute 20 Minuten dauerte die Einwohnerfragestunde zu Beginn der Sitzung. Doch auch im Verlauf des Abends kamen die Straßenlaternen zur Sprache. Denn auch dieses Thema stand aufgrund eines WBG-Antrages bereits auf der Tagesordnung.

Die Hoffnung, durch neue Energiesparlampen genug Geld einzusparen, um die Laternen doch die ganze Nacht brennen zu lassen, zerschlug sich nach einem Bericht von Martin Hempel. „Wir können im Großen nichts mehr optimieren“, teilte der Leiter der Tiefbau-Abteilung mit. Zu diesem Schluss war der Ingenieur Markus Skeide gekommen, der im Auftrag der Stadt die Situation der Straßenlaternen beurteilt hatte.

Lediglich an den Bundesstraßen gebe es noch energieintensive HQL-Lampen. 2015 sollten Haushaltsmittel bereitgestellt werden, um diese durch energiesparende Leuchten zu ersetzen. „In der Stadt gibt es jetzt schon überwiegend Energiesparlampen“, sagte Martin Hempel. Jetzt schon komplett auf LED-Leuchten umzustellen, würde sich finanziell nicht lohnen.

Die Vertreter der WBG waren mit den Informationen der Verwaltung nicht zufrieden. Wie eingangs ein Bürger wunderte sich auch Thorsten Hänel darüber, dass die Vorschläge aus der Bürgerversammlung im Herbst nicht aufgegriffen worden seien.

„Sie schreiben in Ihrem Antrag selbst, dass die Vorschläge kaum oder gar nicht zu realisieren sind“, entgegnete Cornelius Böttcher (SPD) sichtlich aufgebracht. Ein Jugendlicher habe vorgeschlagen, mit einem Event 20 000 Euro einzunehmen. „Soll die Verwaltung jetzt alle zwei Wochen anrufen und fragen: Was ist mit deiner Hip-Hop-Veranstaltung?“

„Warum wird das Licht nicht wieder eingeschaltet?“, fragte am Ende der Sitzung ein Bürger. Es gebe auch nach drei Stunden kein Ergebnis. „Die Nachtabschaltung ist da und sie bleibt“, erwiderte Cornelius Böttcher. „Das ist das Ergebnis.“ - Constanze Raidt

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