Pläne der Landesregierung

Das sagen Eltern und Lehrer über früheren Ferienbeginn

Die Weihnachtsferien könnten für die Schüler in Werdohl diesmal länger ausfallen.
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Die Weihnachtsferien könnten für die Schüler in Werdohl diesmal länger ausfallen.

Die Überlegungen in der NRW-Landesregierung, die Weihnachtsferien wegen der Corona-Pandemie zu verlängern, stoßen bei Lehrer- und Elternvertretern in Werdohl durchaus auf Verständnis. Ganz unproblematisch wäre das aus ihrer Sicht aber nicht.

Werdohl ‒ Am Dienstagabend hatte Ministerpräsident Armin Laschet im WDR-Fernsehen davon gesprochen, dass Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) bereits darüber nachdenke, die Schulkinder in diesem Jahr schon am 18. Dezember und damit fünf Tage früher in die Ferien zu schicken als eigentlich geplant. Familien könnte so die Möglichkeit gegeben werden, sich fünf Tage länger freiwillig in Quarantäne zu begeben, um so die Gefahr von Corona-Infektionen bei familiären Weihnachsbesuchen zu verringern. Eine Sicherheit gebe zwar auch das nicht, aber die Möglichkeit solle mit Verbänden zumindest erörtert werden.

Für die Schulen wäre ein verfrühter Ferienbeginn offenbar kein Problem, wie beispielsweise Sven Stocks, Leiter der Albert-Einstein-Gesamtschule, findet. „Vielleicht müssten dann die Termine für die letzten Klausuren und Klassenarbeiten vor den Ferien etwas vorgezogen werden, aber das wäre machbar“, sagte er. Zu bedenken wäre allerdings aus seiner Sicht, dass dem Abiturjahrgang dann zwei Unterrichtstage fehlen würden. Unterm Strich sei aber auch das wohl kein großes Problem.

Auch Nina Manns, Leiterin der städtischen Gemeinschaftsgrundschule Werdohl, hält einen früheren Ferienbeginn für „organisatorisch machbar“. Allerdings gab Manns zu bedenken, dass damit erneut Unterricht für die Kinder ausfalle. „Im Kollegium sind wir uns einig, dass der Schulbetrieb unbedingt aufrecht erhalten werden sollte“, berichtete sie von Gesprächen der Lehrer an ihrer Schule mit den beiden Standorten auf der Königsburg und in Kleinhammer. Zumindest teilweise ausgeglichen werden könnte der Unterrichtsausfall im Dezember durch die Streichung von beweglichen Feiertagen im weiteren Verlauf des Schuljahrs, beispielsweise in der Karnevalszeit.

Ein Problem sieht Nina Manns aber für die Eltern, wenn die Weihnachtsfeiern früher beginnen sollten als geplant. „Eine solche spontane Verlegung der Ferien würde für manche Eltern Schwierigkeiten in der Betreuung der Kinder zur Folge haben“, glaubt sie. Schließlich hätten sich berufstätige Eltern auf einen Ferienbeginn am 23. Dezember eingestellt.

Vor allem für Eltern von Grundschulkindern dürfte das schwierig werden.

Tatjana Pulter, Elternpflegschaftsvorsitzende der Realschule Werdohl

Dieses Problem sieht auch Tatjana Pulter. Die Elternpflegschaftsvorsitzende der Werdohler Realschule erinnert daran, dass manche Eltern ja schon beim ersten Schul-Lockdown im Frühjahr einen Teil ihres Urlaubs hätten opfern müssen, um ihre Kinder zu betreuen. „Vor allem für Eltern von Grundschulkindern dürfte das deshalb schwierig werden“, sieht sie einen vorzeitigen Beginn der Weihnachtsferien kritisch.

Auf die Realschule, die dort unterrichteten Kinder und deren Eltern sieht sie dagegen eher keine Probleme zukommen. „An den letzten Tagen vor den Ferien wird im Unterricht doch sowieso nicht mehr viel gemacht, da fallen ein oder zwei Tage weniger doch nicht ins Gewicht“, glaubt sie. Auch hält sie es für besser, auf einen unterrichtsfreien Rosenm ontag zu verzichten, wenn durch eine Verlängerung der Weihnachtsferien jetzt die Coronasituation besser in den Griff zu bekommen wäre. „Deshalb halte ich die Idee grundsätzlich gar nicht einmal für so schlecht“, sagte Pulter.

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