„Das ist mein Weg“

Heike Reininghaus und ihre Band präsentieren beim Stadtfest ihre CD „Das ist mein Weg“

WERDOHL ▪ Eine Frau, die sich laut „Diabetes-Journal“ vom Februar 2008 „ihre Diabetes von der Seele singt“, steht Samstag ab 20.30 Uhr auf der Bühne auf dem Brüninghaus-Platz – Heike Reininghaus (44). Die gebürtige Werdohlerin wird dann gemeinsam mit der Gruppe Casino Royal ihre brandaktuelle Maxi CD vorstellen, die den Titel „Das ist mein Weg“ trägt und bereits dadurch kennzeichnet, worum es in den vier Liedern geht: Letztlich um die Aufarbeitung ihrer Krankheit.

Heike Reininghaus lebt zwar schon über 20 Jahre in Bad Nauheim und hat dort einen Job in der Diabetes-Klinik, doch der Kontakt nach Werdohl ist immer geblieben – vor allem natürlich zu ihren Eltern. Entsprechend stolz ist vor allem Mutter Hannelore, dass die Tochter heute gemeinsam mit ihrer Band als Sängerin und Frontfrau während des Stadtfestes auftritt.

Die 44-jährige Sängerin, die sich die Liebe zur Musik trotz ihrer Krankheit immer bewahrt hat, verarbeitet die Erfahrungen mit ihrer Diabetes in ihren Texten und bringt die Probleme, die damit zusammenhängen, einem breiteren Publikum näher. Und genau das ist auch ihr Ziel. Sie möchte die Öffentlichkeit für diese Krankheit sensibilisieren. Musik, so weiß Heike Reininghaus, sei ein wunderbares Medium, um Menschen etwas näher zu bringen, mit dem sie vorher nichts anzufangen wussten.

Das, was die vom „Diabetes-Journal“ als „Herzblutmusikerin“ bezeichnete Sängerin auf die Bühne bringt, ist demnach nicht nur etwas für das Gemüt, sondern soll zum Nachdenken anregen. „Ich hab’ gerade nachgedacht“ – einer der vier Titel auf dem neuen Tonträger – gilt aus ihrer Sicht daher als Paradebeispiel für ihre philosophisch angehauchten Texte.

Getreu dem Motto der ersten beiden Lieder auf dieser Produktion – „Wie der Wind“ und „Das ist mein Weg“ – war Heike Reininghaus zu Beginn der achtziger Jahre ins hessische Wetterau gekommen und gründete dort später auch die Band Reininghaus-Projekt mit dem Keyboarder Jürgen Kammer, dem Schlagzeuger Dieter Sautier und dem Gitarristen Michael Heil. Der lange und nicht immer gerade Weg, den sie seither gegangen ist, war nicht immer einfach. Das, so heißt es in einer Kurzbeschreibung zu dieser Produktion, „spürt man auch in ihrer Musik, die nicht immer zuckersüß ist“.

Der vierte Track auf der CD trägt den Titel „Was ist mit mir los?“ Mit diesem Stück – das, wie auch die anderen drei, etwas in der Stimmlage von Mary Roos gehalten ist – beschreibt Heike Reininghaus ihr Leben mit Diabetes und gibt dem Zuhörer die Möglichkeit, sich in eine solche Situation hinein zu versetzen. Die Gesamtproduktion präsentiert sich als eine emotionale, auch pop-rockige Arbeit, die gewiss viele Menschen ansprechen wird. Alles ist ehrlich und durchdacht.

Das „Werdohler Mädel“, wie man hierzulande auch schon mal sagt, hat ihr Metier zur Verarbeitung ihrer Krankheit gefunden; genauso, wie einen sicheren Arbeitsplatz. Bis sie jedoch in Bad Nauheim einen Job bekam, hat sie bei ihrer Suche nach einem Arbeitsplatz in Werdohl keine guten Erfahrungen gemacht. Als Diabetikerin, so berichtete sie später einmal im „Diabetes-Journal“ habe sie sich bei Bewerbungsgesprächen für einen Ausbildungsplatz immer wieder mit Fragen konfrontiert gesehen, wie etwa: „Ist Diabetes ansteckend?“ oder „Wie viele Tage im Jahr sind Sie denn krank?“

Rainer Kanbach

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