Stadt-Aufritt auf Messe: „Das war mehr als peinlich“

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Die Präsentation der Stadt auf der Tourismusmesse in Essen hatten sich Dieter Zoppa (links) und Peter Lux vom Bürgerstammtische anders vorgestellt. Statt Informationen wurden sie nur auf Broschüren hingewiesen. ▪

WERDOHL ▪ Dieter Zoppa ist enttäuscht. Als Mitglied des Werdohler Bürgerstammtisches wollte er sich auf der Tourismusmesse in Essen in der vergangenen Woche unter anderem einem Überblick über die dortige Präsentation seiner Heimatstadt verschaffen.

Auch auf die Wirkung des so genannten Roll-Ups, einem Werbeplakat für den Kletterfelsen, das der Bürgerstammtisch der Stadtverwaltung eigens für die Präsentation auf der Messe übergeben hatte, war er sehr gespannt.

Doch als sich Dieter Zoppa am Donnerstag mit seiner Frau und einem weiteren Bekannten am Werdohler Stand – sozusagen inkognito – über die touristischen Attraktionen informieren wollte, war vom gesponserten Werbebanner weit und breit nichts zu sehen. Und auch am Stand selbst erblickte Zoppa kein bekanntes Gesicht aus seiner Heimatstadt.

Informieren wollte sich der Stammtischler trotzdem. Aber auch dieser Versuch war, so Zoppa, vergeblich. „Diejenigen, die am Stand vertreten waren, konnten keine Informationen über die Stadt Werdohl geben. Stattdessen verwiesen sie lediglich auf einen Ständer mit verschiedenen Broschüren zu den Sehenswürdigkeiten in Werdohl. Das war mehr als peinlich“, erinnert sich Zoppa und fügt hinzu: „Wir als Bürgerstammtisch geben uns Mühe, den Tourismus in Werdohl zu fördern und dann so etwas. So wird das doch nichts.“

Anschließend gab sich Zoppa an dem Stand als Werdohler zu erkennen. So fragte er nach dem gesponserten Roll-up und bat darum, dieses auch aufzustellen. Eine Stunde später zierte dieses dann auch tatsächlich den Stand. „Uns geht es ja nicht um das Roll-up. Aber so kann man sich doch nicht auf einer Messe präsentieren, um für den Tourismus zu werben“, findet auch Peter Lux, ebenfalls Mitglied des Werdohler Bürgerstammtisches.

„Die Stadt Werdohl präsentierte sich auf der Reise Camping mit einer Ausstellergemeinschaft aus dem Märkischen Kreis – darunter waren auch die Städte Plettenberg, Meinerzhagen, Kierspe und Schalksmühle“, gab Michael Grabs, Leiter des Fachbereiches Kultur am Dienstag zu bedenken. Die Messe habe an fünf Tagen stattgefunden, seit Jahren sei es üblich, dass nicht jede Stadt an allen Tagen mit einem Mitarbeiter vertreten sei, so Grabs weiter. Am Donnerstag sei ein Verwaltungsmitarbeiter der Stadtverwaltung in Essen vor Ort gewesen. Dieser hätte nichts von der Existenz des Roll-ups gewusst und sei selbst gar nicht aus Werdohl, erklärte Grabs. Nach dem Hinweis des Messebesuchers habe der Mitarbeiter das Werbebanner des Bürgerstammtisches noch am Donnerstagvormitag aufgestellt. Letztlich hätten die Mitarbeiter, die die Ausstellergemeinschaft nach Essen geschickt habe, die Aufgabe den Stand zu betreuen und nach Möglichkeit Auskunft zu geben. Zudem könne es sein, dass beispielsweise ein Mitarbeiter aus Kierspe Fragen zu Werdohl beantworten müsse, weil der zuständige Kollege aus Werdohl beispielsweise in ein Gespräch verwickelt sei. Spezielle Fragen könnten dann nicht beantwortet werden. Der ganze Messeauftritt beruhe darauf, dass die Ausstellergemeinschaft den Stand gemeinsam betreue, um die Kosten für die Städte möglichst gering zu halten, so Grabs weiter. In diesem Jahr seien die gleichen Mitarbeiter vor Ort gewesen, wie auch im Vorjahr, wie der Verwaltungsmitarbeiter mitteilte.

1800 Euro hatte die Stadt Werdohl investiert (wir berichteten), um sich auf der Messe Reise-Camping gemeinsam mit der Ausstellergemeinschaft zu präsentieren, wie Ulrich Betten von der Stadt im Vorfeld mitgeteilt hatte.

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