Kommunen planen Resolution

Das Lennetal wehrt sich gegen Ausweisung von Überschwemmungsgebieten

Von Hochwasser wurde Werdohl in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder heimgesucht, wenn Lenne oder Verse über die Ufer traten. Zuletzt waren die Überschwemmungen aber nicht mehr so drastisch wie zum Beispiel im Dezember 1979 (Foto). Die Bezirksregierung hat jetzt einen Entwurf vorgelegt, in dem die Überschwemmungsgebiete wesentlich größer ausfallen als bisher.
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Von Hochwasser wurde Werdohl in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder heimgesucht, wenn Lenne oder Verse über die Ufer traten. Zuletzt waren die Überschwemmungen aber nicht mehr so drastisch wie zum Beispiel im Dezember 1979 (Foto). Die Bezirksregierung hat jetzt einen Entwurf vorgelegt, in dem die Überschwemmungsgebiete wesentlich größer ausfallen als bisher.

Auf Beschwerdebriefe aus dem Lennetal muss sich die Bezirksregierung einstellen: Die Stadt Werdohl hat mit den Nachbarkommunen ein gemeinsames Vorgehen gegen die geplante neue Überschwemmungsgebietsverordnung abgesprochen.

Bekanntlich plant die Bezirksregierung, alle flussnah gelegenen Flächen an der Lenne und an vielen ihrer Nebenläufe als Überschwemmungsgebiet auszuweisen. Nicht nur Baumaßnahmen, sondern sogar das Anlegen von Hecken oder Pflanzen von Bäumen wären dann nur noch möglich, wenn die Obere Wasserbehörde dazu eine Genehmigung erteilt.

Darin sehen die Kommunen eine massive Einschränkung ihrer Planungshoheit. Der Entwurf berücksichtige in keiner Weise die besondere Situation im Lennetal, schreibt die Werdohler Stadtverwaltung in einem Papier für die Ratssitzung am Montag, 26. April. In dieser Sitzung, die ab 17 Uhr im Festsaaal Riesei stattfinden wird, soll über eine Resolution zu diesem Thema abgestimmt werden, um den massiven Bedenken gegen die Pläne der Bezirksregierung politischen Nachdruck zu verleihen. Gleichzeitig tagt der Rat der Stadt Altena. In Plettenberg wird sich am Tag danach der Haupt- und Finanzausschuss mit dem Thema befassen. Die Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde habe in einer Stellungnahme ihre Bedenken geäußert, sagte Marc Trappe, im Nachrodter Amtshaus für Gewässerunterhaltung zuständig, auf Nachfrage. Das Thema werde am 17. Mai im Gemeinderat behandelt. Ob es dann auch eine Resolution geben werde, sei noch offen.

Interkommunaler Austausch

Der Resolutionsentwurf aus Altena, Plettenberg und Werdohl ist das Ergebnis eines interkommunalen Austauschs. Die Kommunen seien „gemeinsam zu der Ansicht gelangt, dass es sinnvoll ist, das Thema ergänzend zum Verwaltungsverfahren auch auf der politischen Ebene zu verankern“, erklärt die Altenaer Stadtverwaltung.

Im Entwurf der Resolution, über den der Werdohler Rat am Montag abstimmen wird, kritisiert die Stadt Werdohl, sie werde durch die Erweiterung der Überschwemmungsgebiete ehreblich in ihrer Planungshoheit eingeschränkt. Aber nicht nur diese Einschnitte werden kritisiert. Die dichte Bebauung der gewachsenen Zentrumsstruktur führe dazu, dass die Gewinnung von Rückhalteflächen oder deren Erhalt überhaupt nicht erreichbar sei.

Stadt erwartet erheblichen bürokratischen Mehraufwand

Die Stadt Werdohl werde durch die Verordnung und die damit verbundenen Restriktionen unverhältnismäßig in ihrer Entwicklung behindert, heißt es im Resolutionsentwurf. Außerdem sei ein erheblicher bürokratischer Mehraufwand zu erwarten, wenn selbst für Maßnahmen wie den Anbau eines Wintergartens oder Balkons die Zustimmung der Wasserbehörden eingeholt werden müsste.

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